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Prignitz Kirche bekommt neuen Glockenstuhl
Lokales Prignitz Kirche bekommt neuen Glockenstuhl
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00:17 20.10.2016
Robert Schmidt und Andreas Kupsch (r.) schneiden die neuen Balken für den Glockenstuhl zu. Quelle: Michael Beeskow
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Lockstädt

Die Glocken von Lockstädt können wieder läuten. Vor eineinhalb Jahren waren sie verstummt. „Bei einer Trauerfeier ist eine der beiden Glocken abgestürzt“, berichtet Ortsvorsteher Andreas Schmidt. Zum Glück fiel die Glocke nicht tief, sie blieb auf dem Boden der Glockenstube liegen. Andreas Schmidt zeigt das eiserne Joch, an dem sich die Glocke befand. Es ist vollkommen verrostet. Deutlich ist die Stelle zu sehen, wo es durchgebrochen ist.

Holzjoch hält länger und klingt besser

Die Firma „Wolfgang Schmidt – Glockentechnik und Turmuhren“ aus Berlin setzte den Glockenstuhl nun wieder instand. Aber nicht nur das Joch, an dem die Glocken hängen wird erneuert. Viele Balken des Glockenstuhls sind schwer beschädigt. „Das ist altes Holz. Es ist bereits gerissen. Loch an Loch sind hier zu sehen“, erklärt Robert Schmidt, Zimmermann und Denkmalpfleger.

Andreas Schmidt mit dem gebrochenen Eisenjoch. Quelle: Beeskow

Zusammen mit Andreas Kupsch, der Glockenspezialisten der Firma, schneidet er die neuen Balken für den Glockenstuhl zu. 22 Zentimeter mal 24 Zentimeter sind sie dick. Auch ein neues Joch haben sie gefertigt. Es wird nicht wie bisher aus Eisen sein, sondern aus Holz. „Das hält länger und klingt auch besser“, versichert Andreas Kupsch. Es sind enorme Kräfte, die der Glockenstuhl aufnehmen muss. Die beiden Eisengussglocken aus dem Jahr 1938 wiegen 300 beziehungsweise 400 Kilogramm im Ruhezustand. Sobald sie in Schwingung kommen verdoppelt sich ihre Kraft, in den Umkehrpunkten erreichen sie sogar das Dreifache ihres Gewichts.

Die Zimmerleute schneiden die Balken vor dem Portal der Kirche zu, bohren sie ab, damit später die Holznägel zur Befestigung eingeschlagen werden können. Jeder Balken wird über die zahlreichen Stufen im Turm hochgetragen. Und sie bereiten noch eine Neuerung vor: Künftig versetzt ein elektrischer Antrieb die beiden Glocken in Bewegung. Das Handseil, das noch im Turm hängt, kann dann entfernt werden.

Bauwerk aus dem Jahr 1878

Doch damit nicht genug. „Wir wollen noch einige Reparaturen vornehmen“, berichtet Andreas Schmidt. Die Lockstädter sind aufgerufen, beim Arbeitseinsatz mitzumachen. Die Treppe im Turm soll ausgebessert werden. Die Bänke im Chor weisen Mängel auf. „Das wird aber wohl erst etwas im nächsten Jahr“, meint der Ortsvorsteher angesichts der bevorstehen Wintermonate. Denn der Arbeitseinsatz soll bei einem gemütlichen Grillabend ausklingen.

Die Lockstädter Kirche ist fast 140 Jahre alt. Quelle: Michael Beeskow

Wie so manche andere Dorfkirche stammt die Lockstädter nicht aus dem Mittelalter. Die Mutterkirche in Mansfeld verfügt dagegen noch heute über ein jahrhundertealtes Bauwerk. Die Lockstädter Kirche wurde 1878 errichtet und zwar für einen weitaus älteren Sakralbau. Offenbar war die Bausubstanz noch ganz ordentlich, denn am 19. März 1878 erschien im Kreisblatt der Prignitz unter der Überschrift „Thurm- und Kirchenverkauf“ folgende Notiz: „Am Dienstag, dem 26. März 1878, 11 Uhr, Vormittags, soll hierselbst die alte Kirche nebst Thurm öffentlich meistbietend auf Abbruch verkauft werden.“

15 732 Mark kostete die neue Kirche, die der Putlitzer Mauermeister W. Wilke errichtete. Aber auch viele andere Putlitzer Handwerker beteiligten sich so der Schmiedemeister Louis Eisermann. Malermeister G. Favre oder die Lampenfirma E. Triloff. An Eigenmitteln hatte die Kirchengemeinde fast 12 000 Mark aus verschiedenen Einnahmen aufgebracht.

Von Michael Beeskow

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