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Prignitz Kirche mit Küche und Bad
Lokales Prignitz Kirche mit Küche und Bad
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00:16 17.04.2017
Georg Zander (l.) und Axel Neumann mit dem Ordner der Antragsunterlagen für die Fördermittel, die es beim zweiten Anlauf gab. Quelle: Claudia Bihler
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Brügge

„Der Bau fördert den Zusammenhalt und die Motivation im Dorf“, sagt Georg Zander, „seit wir hier bauen, merken die Leute in Brügge, dass sie eben doch nicht ganz vergessen wurden. Und dass sie selbst etwas auf die Beine stellen können.“ Gemeint ist damit die Sanierung der Persiuskirche im Dorf: Seit 2014 baut der Förderverein am Gotteshaus – inzwischen ist der Innenraum mit neuen Decken und Putz ausgestattet, der neue Anstrich greift die historische Gestaltung der Kirche auf, die Außenhülle ist an vielen Stellen frisch verfugt, ein neues Dach wurde aufgesetzt, der Dachstuhl saniert. Einige der ehemaligen Schieferschindeln zieren heute die Wände im Kircheninneren: Hier wurden Spender verewigt.

Ab dem frühen Sommer werden die Baumaßnahmen nun weitergehen – dafür hat der Förderverein gerade einen Zuwendungsbescheid bekommen, der es ermöglicht, den zweiten Bauabschnitt der umfassenden Sanierungsmaßnahme in Angriff zu nehmen: Mehr als 120 000 Euro gibt es aus dem EU-Förderprogramm Leader für ländliche Entwicklung. Bei den 40 000 Euro, die als Eigenanteil zu leisten sind, wird den Brüggern mit 35 000 Euro vom Kirchenkreis unter die Arme gegriffen.

In Brügge werden auch weiter Gottesdienste gefeiert

Nachdem die Kirche schon seit längerer Zeit nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für andere Veranstaltungen genutzt wird, soll sie nun auch mehr Funktionen eines Veranstaltungsgebäudes bekommen. Die Empore, ohnehin recht gut erhalten, wird noch einmal aufgefrischt, im Anschluss wird unterhalb des Balkons links eine Kaffeeküche eingebaut, rechts werden künftig Sanitärräume Platz finden. Die Kanzel soll restauriert werden und auch einen Altar wünscht sich die Kirchengemeinde: „Denn wir werden hier auch weiterhin wieder richtige Gottesdienste feiern“, sagt Zander.

Vor der Gründung des Vereins 2012 hatte Hans-Jürgen Neumann, Vater des Vereinsmitgliedes Axel Neumann, sich des Turmes der Kirche angenommen, die nach einem Entwurf des namhaften Kirchenbaumeisters Persius gebaut wurde. Der Turm war teilabgedeckt und den Elementen preisgegeben. Neumann: „Mein Vater wollte dagegen etwas tun.“ Das Ergebnis: Der schlanke Turm der Kirche steht heute gut erhalten im gepflegten Kirchgarten, den der Förderverein zuerst einmal „gerodet“ hatte.

Spenden kamen sogar aus Amerika

Gleich mehrere Anlässe kann Georg Zander aufzählen, die den Brüggern Auftrieb gaben, sich ihrer Kirche anzunehmen. Da war etwa die Tour de Prignitz, bei der sich das Dorf vor einigen Jahren erstmals als Pausenort beworben hat: „Wir haben uns richtig was einfallen gelassen“, erinnert sich Zander, „und gleich den ersten Preis der Pausenorte gewonnen.“ Jubel und Freude seien groß gewesen, der nötige Schwung für weiteres vorhanden.

Der Entwurf für Brügges Kirche stammt von Ludwig Persius, Schinkel-Schüler und Assistent beim Bau von Schloss Charlottenburg und Sanssouci. Quelle: Claudia Bihler

Nachdem sich der Förderverein gegründet hatte, hat er gleich vom Dachverband „Alte Kirchen“ einen Zuwendungsbescheid als Anschubfinanzierung bekommen. Zander: „Da hatten wir gleich wieder 5000 Euro, um etwas zu tun.“ Sogar von Familie Brenner aus Amerika gab es Spenden – die hatte Herr Brügge aus Westfalen eingeworben, nachdem er den Ort mit seinem Namen besucht hatte. Zu den Spendern zählen aber auch viele Ex-Brügger, die heute entweder ganz woanders oder in der näheren Region leben.

Mit dem nun bevorstehenden Bau soll es im Frühsommer losgehen. Nur für die Restaurierung der Orgel gibt es noch keine Finanzierung.

Doch ein Spender hatte dafür gesorgt, dass zumindest eine elektronische Orgel für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

Von Claudia Bihler

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