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Kirchturmsanierung gefeiert

Döllen Kirchturmsanierung gefeiert

Mit der Montage der sogenannten Turmzier – des Kreuzes und der Kugel – auf den Dachreiter feierten die Döllener am Freitagvormittag den bevorstehenden Abschluss der Sanierung ihres Kirchturms. Seit April wird an dem Haus gebaut und ein paar weitere Arbeiten stehen noch aus.

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Pfarrer Hartmut Menn begrüßte über 60 Gäste.

Quelle: Alexander Beckmann

Döllen. Pfarrer Hartmut Menn ließ am Freitag in Döllen keinen Zweifel: „Heute wollen wir feiern.“ Der Anlass ist unübersehbar: Die Sanierung des Kirchturms ist nahezu abgeschlossen. Gut 60 Menschen versammelten sich am Freitag, um die Installation der Turmzier – also des Kreuzes und des Turmknaufs – mitzuerleben. „Wir schreiben heute ein Stück Kirchenbaugeschichte“, betonte Menn.

Schon vor Jahrzehnten habe man den Dachreiter des Turms abreißen müssen, nun sei er erneuert und habe auch sein Schieferdach wieder, erläuterte Bauleiter Wolfram Schwelgin. Und der Turm sei ja nur ein Teil des Bauvorhabens: „Wir haben hier die Besonderheit, dass eine Kirche in relativ kurzer Zeit komplett saniert wird.“ Im April begannen die Bauarbeiten. Neben dem Turm betreffen sie das gesamte Kirchendach, die Fassade, die Fenster. „Die Schallluken sind fertiggestellt und werden etwa Mitte August angebaut“, so Schwelgin. Dann werde man das Baugerüst demontieren können. Innen wird der Anstrich erneuert. Die Außenanlagen stehen ebenfalls auf dem Programm. „Wir werden einen barrierearmen Zugang gewährleisten. Ganz barrierefrei geht’s nicht“, sagte der Bauleiter den Versammelten. „Pünktlich zur Adventszeit werden Sie die Kirche wieder nutzen können.“ Der Bau liege gut im Zeitplan.

Werner Rau (r) bestückte die Turmkugel mit Dokumenten für die Nachwelt

Werner Rau (r.) bestückte die Turmkugel mit Dokumenten für die Nachwelt.

Quelle: Alexander Beckmann

Ebenso gut laufe die Finanzierung. Rund 500 000 Euro koste der Bau. „Das ist schon eine sehr stattliche Summe. Momentan sieht’s gut aus, dass wir dieses Budget auch halten.“

Beim Turm (rund 160 000 Euro) hatten das Land, der Landkreis Prignitz, Stiftungen, die Landeskirche, der Kirchenkreis und die Döllener Kirchengemeinde das Geld aufgebracht. Für den Rest zeichneten neben der Stiftung Preußisches Kulturerbe ganz maßgeblich der örtliche „Förderkreis der Kirche auf dem Berge zu Döllen“ und viele, viele private Spender verantwortlich.

Eine Liste mit den Namen der Unterstützer fand am Freitag Platz in der erneuerten Turmkugel – neben den obligatorischen Münzen, der MAZ vom Tage und einem kurzen Abriss zur Geschichte des Baus.

Den hatte Sigrid Rau zusammengestellt. Den Gästen der gestrigen Veranstaltung trug sie daraus vor. Demnach entstand der Feldsteinbau vermutlich Ende des 15. Jahrhunderts. Angesichts des Bauzustandes und der inzwischen deutlich gewachsenen Bevölkerung veranlasste die preußische Landesregierung von 1864 bis 1868 einen grundlegenden Umbau, der der Kirche ihr heutiges Aussehen verschaffte. 1884 wurde die Hollenbach-Orgel installiert. Im Ersten Weltkrieg wurden die jahrhundertealten Bronzeglocken entfernt, um für die Rüstungsproduktion eingeschmolzen zu werden. Erst 1924 erhielt Döllen neue Glocken aus Stahl. Sigrid Rau wertete dies als Mahnung, so etwas nie wieder zuzulassen. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte erfuhr die Kirche einige Modernisierungen – auch dank zum Teil großzügiger Spenden. So wurden unter anderem eine neue Uhr, ein elektrisches Läutwerk, ein Gebläse für die Orgel und eine Elektroheizung installiert. 2008 dokumentierten Untersuchungen eine Reihe von baulichen Schäden. 2009 gründete sich daraufhin der Förderkreis, dessen Aktivitäten nun gekrönt wurden.

Von Alexander Beckmann

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