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Kita „Eichhörnchen“ wird 30 Jahre alt

Meyenburg Kita „Eichhörnchen“ wird 30 Jahre alt

Das Kitagebäude in Meyenburg ist seit 30 Jahren in Betrieb. In den drei Jahrzehnten hat es etliche Umbauten und auch Umstrukturierungen in der Belegung gegeben. Kita-Besatzung und Förderverein wollen den Geburtstag mit einer Festwoche begehen. Die Einrichtung wurde am 21. April 1987 eröffnet – dem SED-Geburtstag.

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Ob Musik, Handwerk, Sport oder Malerei – die Kinder in der Vorschulgruppe der Kita „Eichhörnchen“ können sich in vielen Bereichen ausprobieren und austesten.

Quelle: Beate Vogel

Meyenburg. Als Cordula Gramenz 1983 in der Meyenburger Kita angefangen hatte, waren die Knirpse noch im Schloss untergebracht. Die Umstände in dem bereits recht maroden Gebäude waren mehr als schwierig, erinnert sie sich. Wenige Jahre später zogen die Erzieherinnen mit den Kindern in einen modernen Neubau um. „Die Bestellungen für die Möbel waren schon raus, da war noch nicht mal der Rohbau fertig“, erinnert sich die heute 57-jährige Cordula Gramenz. „So war das eben damals.“ 30 Jahre ist das her. Die Eröffnung des Kitagebäudes 1987 wollen Erzieher, Eltern und Kinder mit einer Festwoche vom 24. bis 28. April begehen.

Der Waschraum war in der Bibliothek

Ab 1965 leitete Marlen Glodde die Meyenburger Kindereinrichtung. Wann genau die Kita in Betrieb ging, weiß auch Cordula Gramenz nicht, die 1983 zum Kollektiv stieß. „Der heutige Eingangsbereich des Museums war damals noch geteilt, die Kolleginnen hatten teils sehr schmale Räume“, erzählt die Erzieherin. Wo sich heute die Bibliothek befindet, lag früher der Waschraum für die Kinder. Ein ganz großer Nachteil war, dass zwei Gruppen im Dachgeschoss untergebracht waren. „Wir mussten früher jeden Tag die Tabletts mit dem Essen nach oben schleppen“, erzählt Cordula Gramenz. Auch der heutige Raum des Freundeskreises sei später genutzt worden – er war ebenfalls geteilt. „Alles war auseinandergezogen“, so die 57-Jährige.

2015 wurde die Kita grundlegend umgebaut – mit Fahrstuhl und neuem Dach

2015 wurde die Kita grundlegend umgebaut – mit Fahrstuhl und neuem Dach. Dort sitzen seitdem die Hortkinder.

Quelle: Beate Vogel

Nicht zuletzt deshalb kämpfte die damalige Kitaleiterin Marlen Glodde für ein neues Gebäude — und erreichte, dass mit dessen Bau 1985 an der Stelle begonnen wurde, an der einst der Schlossteich lag. Die Leiterin hatte schon alle Bestellungen für die Innenausstattung ausgelöst – wegen der langen Lieferzeiten. Die Bauausführung übernahm die Brigade Stolz der PGH Stepenitz. Die Kitaleiterin und ihre Kolleginnen konnten ihre Vorstellungen und Bedürfnisse in den Neubau einfließen lassen. „Jede von uns Erzieherinnen konnte sich aussuchen, welche Gardinen und passenden Tischdecken sie für ihren Raum haben wollte“, berichtet Cordula Gramenz. Die bestickten Decken, die einst in ihrem ersten Raum lagen, gebe es noch heute, sagt sie. Der Eröffnungstermin – der 21. April 1987 – war übrigens auch der Geburtstag der SED.

Unglaubliche Verbesserung

Für Erzieherinnen wie Cordula Gramenz war der Umzug eine unglaubliche Verbesserung: „Allein die Räume waren viel schöner und größer – und zwar für jede Gruppe.“ Deren Größe lag damals bei 20 bis 24 Kindern, die von einer Erzieherin betreut wurden. Auch die sanitäre Situation war viel besser und nicht zuletzt gab es nun einen Speiseraum.

Nur zwei Jahre nach der Eröffnung des Hauses kam die politische Wende. „Erst einmal haben wir das nicht gespürt“, schildert Cordula Gramenz. Dann aber wohl doch: 1991 kam zum Kita- der Krippenbereich hinzu. Viele Eltern hatten ihre Kinder aus den drei Meyenburger Krippen genommen, weil die Betreuung plötzlich Geld kostete. Als an einem Wochenende Anfang der 90er Jahre das Schloss durch einen Wasserrohrbruch beschädigt wurde, standen auf einen Schlag noch einmal 80 Kinder vor der Tür: die Hortkinder. Die Gruppen konnten Turnraum, Umkleideraum und Essenraum nutzen, die übrigen Hortkinder mussten in Klassenräume in der Schule umziehen. Cordula Gramenz und zwei weitere Kolleginnen seien in den Hort gewechselt.

Platz für 150 Kinder

Die städtische Kindertagesstätte „Eichhörnchen” in Meyenburg hat aktuell 150 Plätze, sie vereint Krippe, Hort und Kita unter einem Dach.

Die integrative Einrichtung betreut Kinder mit und ohne Behinderung. Die zehn verfügbaren Plätze im integrativen Bereich sind belegt.

Die Kinder werden von 15 pädagogischen Mitarbeitern betreut, zu denen die Leiterin ebenso wie zwei Heilpädagogen gehören.

Das Gebäude wurde 1987 übergeben. 2000 bis 2002 wurde es innen saniert, die Fassade folgte 2007. Angebote gab es immer neue: Kreativbereich, Kuschelraum, Küche und vieles mehr. Der jüngste große Umbau erfolgte 2015.

Langsam wurde es eng im Gebäude, das seit 1993 eine integrative Einrichtung ist: Ausgelegt für 144 Kinder und als Kindergarten gebaut, beherbergte es nun zusätzlich die Krippe und den Hort. Zeitweise waren 180 Kinder dort untergebracht. So wurde 1999 mit der Sanierung des Hauses begonnen, 2001 wurde sie abgeschlossen. Marlen Glodde ging im gleichen Jahr in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin wurde Sybille Gerike.

Im Dezember 2007 beantragte die Meyenburger Grundschule die Umwandlung in eine Gesamtschule. Das bedeutete auch für die Kita eine enorme Umstellung, da die entsprechenden Ganztagsangebote auch im Hortbereich der Kita vorgehalten werden müssen.

Wasserspielanlage und Kinderküche

Unter Sybille Gerikes Leitung werden derzeit 150 Kinder vom Krippenalter bis zur 4. Klasse betreut. Seit April 2002 trägt die Kita den Namen „Eichhörnchen“ – weil die Kleinen bei ihren Spaziergängen im Schlosspark immer wieder auf die putzigen Tiere stoßen. Im Sommer 2003 wurde eine Wasserspielanlage im Garten installiert. Im Frühjahr 2004 gründete sich der Förderkreis für die Kita. So konnte die Einrichtung mithilfe des Vereins Fördermittel und Spenden einwerben, mit denen unter anderem Möbel, Kinderküche und Spielgeräte angeschafft oder der Essenraum grundlegend renoviert wurden.

Im Sommer 2015 machte die Kita „Eichhörnchen” zum ersten Mal zu: Wegen umfangreicher Bauarbeiten wurde während der Ferien für drei Wochen geschlossen. Unter anderem ist das komplette Dachgeschoss, in dem sich zuvor Wohnungen befanden, für die Hortbetreuung ausgebaut worden. Ein Fahrstuhl verbindet nun barrierefrei den Keller mit dem Dach.

Von Beate Vogel

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