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Kitaplätze werden immer knapper

Prignitz-Ruppin Kitaplätze werden immer knapper

In der Prignitz und im Ruppiner Land werden immer mehr Kinder geboren. Der erfreuliche Umstand stellt die Kitas in der Region jedoch vor eine Herausforderung. Sie mussten und müssen ihre Kapazitäten erweitern räumlich und personell. Denn in naher Zukunft werden viele Erzieher in den Ruhestand gehen und ihre Aufgaben an junge Fachkräfte weitergeben.

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In der Kita Waldring in Wittstock gibt es derzeit keine freien Plätze – dafür aber eine Warteliste für die Kinderkrippe.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Als Veronika Libske vor 16 Jahren als Leiterin der Kita Waldring in Wittstock anfing, wurden in der Einrichtung an die 190 Kinder betreut. „Damals hatten wir schon befürchtet, dass wir aufgrund der wenigen Kinder bald schließen müssen“, erinnert sie sich. Heute werden in der Kita, die sich aus einem Kindergarten, Hort und einer Kinderkrippe zusammensetzt, 275 Kinder betreut. Freie Plätze: Fehlanzeige. „Auf der Warteliste für den Sommer stehen sechs Kinder“, sagt Veronika Libske.

Ähnlich sieht es bei den anderen Kitas, die unter der Trägerschaft der Stadt Wittstock stehen, aus. Zumindest in der Kernstadt ist die Auslastung außerordentlich gut, wie Wittstocks Stadtsprecher Jean Dibbert berichtet. „Freie Kapazitäten gibt es noch in den Kitas der Ortsteile“, informiert er. In den drei großen städtischen Kitas seien die Kapazitäten zuletzt in den Jahren 2013 bis 2016 erhöht worden. Das hänge neben der hohen Geburtenrate auch mit dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zusammen, der 2013 auf unter dreijährige Kinder ausgedehnt worden sei.

Eine Ausdehnung haben auch freie Kitaträger, wie der der Kita Rittersporn in Wittstock beantragt. Eigentlich sind die Kapazitätsgrenzen der Einrichtung mit aktuell 35 Kindern bereits überreizt, erklärt Leiterin Christine Wein. Sie empfiehlt Eltern, ihr Kind bereits ein Jahr vor dem angedachten Kitabesuch anzumelden.

Auch Kitas freier Träger, wie die Kita Rittersporn in Wittstock, sind voll ausgelastet

Auch Kitas freier Träger, wie die Kita Rittersporn in Wittstock, sind voll ausgelastet.

Quelle: Christian Bark

Die Nachfrage nach Kitaplätzen steigt auch in der Nachbarstadt Pritz­walk, wie eine Stadtsprecherin mitteilt. Die Auslastung in den acht Einrichtungen in städtischer Trägerschaft sei sehr gut. 498 Plätze stünden derzeit zur Verfügung. Auch in Pritzwalk hätten die Kapazitäten in den vergangenen Jahren durch Umbauten erweitert werden können. „Jedem Kind kann mit dem Rechtsanspruch ein Platz zur Verfügung gestellt werden“, sagt die Sprecherin. Es sei allerdings nicht immer die Wunschkita.

Mehr Kinder von Asylbewerbern in Perleberger Kitas

Keinen freien Platz gibt es aktuell in den zwei städtischen Kitas der Stadt Perleberg, sagt eine Sprecherin. Und das, obwohl zuletzt in der Kita Piccolino die Zahl der Betreuungsplätze aufgrund der steigenden Nachfrage von 100 auf 120 Betreuungsplätze erhöht worden wäre. Deshalb arbeite die Stadt auch mit Voranmeldungen. Ein Grund für die hohe Nachfrage in Perleberg ist der Stadtsprecherin zufolge unter anderem der Zuzug von Familien von Asylbewerbern.

„Es besteht seit Jahren eine Warteliste zur Aufnahme von Kindern in die städtischen Einrichtungen“, sagt Doreen Wolf, Sprecherin der Stadt Kyritz. Nur noch zwei freie Plätze gebe es derzeit in einer der beiden städtischen Kitas. Bis 2018 sollen deren Kapazitäten um zwölf Plätze erweitert werden.

Selbst Plätze für Hortkinder rar

250 Plätze stehen aktuell in den beiden Kitas der Stadt Perleberg zur Verfügung – frei ist davon aber keiner mehr. Die acht städtischen Kitas in Pritzwalk fassen 498 Plätze, die ebenfalls gut ausgelastet sind.

Zwei Plätze sind noch in der Kita „Sonnenschein“ in Holzhausen (Kyritz) frei. Die Regelkapazität soll dort bis 2018 von 24 auf 26 Plätze erhöht werden. In der Kita „Kunterbunt“ werden dann die derzeit 160 Plätze auf 170 aufgestockt.

Von 878 Plätzen in den sieben städtischen Wittstocker Kitas sind aktuell 795 belegt. Die acht Neuruppiner Kitas in städtischer Trägerschaft bieten 800 Kindern einen Platz. Sie sind derzeit alle belegt. Engpässe gibt es auch bei den fünf Horteinrichtungen der Fontanestadt, die ebenfalls 800 Plätze bereithalten. Aufgrund der hohen Bedarfe besteht dort einer Stadtsprecherin zufolge eine Ausnahmegenehmigung, dank der noch frei Kapazitäten geschaffen wurden. Die Nachfrage der Eltern sei unverändert hoch.

In den acht Kitas in Trägerschaft der Stadt Neuruppin gibt es derzeit 800 Plätze, aber für Neuanmeldungen nur eine „Fluktuationsreserve“, teilt Stadtsprecherin Michaela Ott mit. Seit der Verbesserung des Betreuungsschlüssels im vergangenen Jahr sei auch beim Personal weiter aufgestockt worden. „Tatsächlich wird es zunehmend schwieriger, gut ausgebildetes Personal zu finden“, erklärt die Sprecherin. Das ist auch aus den anderen Städten der Region zu hören. „Der Personalbedarf kann nicht in jedem Fall zum gewünschten Zeitpunkt gedeckt werden“, sagt die Sprecherin aus Perleberg. Verstärkt würden Erzieher unmittelbar nach Beendigung ihrer Ausbildung eingestellt. Als zusätzliche Hilfskräfte stehen den Kitas auch Bundesfreiwilligendienstleistende (Buftis) zur Verfügung. So unterstützt in der Kyritzer Kita Kunterbunt laut Doreen Wolf gerade ein Freiwilliger das Team. Zudem arbeite die Stadt eng mit freien Trägern anderer Kitas zusammen. „Eine neue Einrichtung mit 75 Betreuungsplätzen wurde im September 2016 eröffnet“, berichtet die Kyritzer Stadtsprecherin. Die Kommune habe das Gebäude aufgrund der Belegungssituation in den anderen Kitas errichtet und ließe es nun von einem freien Träger betreiben.

Für Veronika Libske ist aber nach wie vor wichtig, dass genügend junge Fachkräfte in dem Beruf ausgebildet werden, wie sie sagt. In ihrer Kita würden sich bis 2022 neun Kollegen in den Ruhestand verabschieden. „Das muss ausgeglichen werden“, betont sie. Zum Beispiel durch einen jungen Mann, der als Quereinsteiger in den Beruf gefunden hätte und aktuell in der Kita zum Erzieher ausgebildet werde.

Von Christian Bark

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