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Prignitz Kleines Amt mit großer Wirtschaftskraft
Lokales Prignitz Kleines Amt mit großer Wirtschaftskraft
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15:48 09.11.2017
Einer der Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg des Amtes Bad Wilsnack/Weisen ist die Therme in Bad Wilsnack Quelle: Andreas König
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Quitzöbel/Bad Wilsnack/Weisen

Es sollte eine Feier in kleinem Rahmen sein, obwohl die Erfolge des Amtes Bad Wilsnack/Weisen durchaus auch eine größere Würdigung gerechtfertigt hätten. Seit 25 Jahren besteht das Amt mit der Kurstadt als Verwaltungssitz. Amtsdirektor Torsten Jacob überließ das Reden größtenteils den Akteuren von damals. An die schwierigen Anfänge erinnern im Dorfgemeinschaftshaus Quitzöbel der frühere Bad Wilsnacker Bürgermeister Dietrich Gappa, Ex-Landrat Hans Lange und der frühere Rühstädter Bürgermeister Jürgen Herper.

Zwar seien die Euphorie und der Enthusiasmus aus der Gründungszeit Anfang der 1990er Jahre verflogen, doch muss sich das Amt auch heute keineswegs hinter anderen kommunalen Gliederungen verstecken. Torsten Jacob nannte die aktuellen Zahlen, die durchaus aufhorchen lassen: Zwar ist die Einwohnerzahl seit der Gründung des Amtes im Jahr 1992 von 7300 auf 6100 zurückgegangen, aber mit Bentwisch hat ja auch ein ganzes Dorf das Amt verlassen. Wirtschaftlich sieht es hingegen ausgesprochen gut aus zwischen Weisen und Quitzöbel, zwischen Elbe und Karthane, zwischen Breese und Grube.

Aus ursprünglich neun wurden fünf Gemeinden

„1500 Arbeitsplätze gibt es im Amtsbereich“ berichtete Torsten Jacob. 1100 davon werden von Einpendlern besetzt, wohingegen nur 420 Personen zur Arbeit auspendeln. 580 Gewerbeanmeldungen liegen im Amt vor. Mit der Elbtalklinik als Stammsitz des Gesundheitskonzerns KMG verfügt die Stadt Bad Wilsnack über ein wirtschaftliches Schwergewicht, und auch die Kristall-Kur- und Gradiertherme ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der jährlich hunderttausende Besucher in die Kurstadt und die gesamte Region lockt. Mit der Wunderblutkirche in Bad Wilsnack, dem Storchendorf Rühstädt, dem Schloss Grube und der lieblichen Elbtalaue verfügt das Amt nicht nur über touristische und kulturelle Anziehungspunkte, sie sind dank der Bahnanbindung und des gut ausgebauten Radwegenetzes samt Knotenpunktwegweisung auch ausgesprochen gut zu erreichen. Doch auch Breese und Weisen, quasi Vororte von Wittenberge gehören zur Erfolgsgeschichte.

Die begann 1992 mit ursprünglich neun Gemeinden, von denen heute noch fünf dazugehören. „Anfangs war die Verwaltung noch geteilt“, erinnerte Dietrich Gappa. „Die Kämmerei saß in Weisen. Erst als das Rathaus in Bad Wilsnack renoviert wurde und es beim Trocknen zu einem Brand kam, wurde in der Kurstadt Platz für eine Verwaltung geschaffen. Die Verwaltung und die Kommunen hätten immer wert darauf gelegt, nur das auszugeben, was erwirtschaftet wurde, sagte Dietrich Gappa. Bei großen Investitionen wie der Therme sei man zwar in Vorleistung gegangen, doch habe sich die Entscheidung im Nach­hinein als goldrichtig erweisen. Auch die ehemalige Kurklinik wurde zunächst der Kommune übertragen, „doch eine Klinik betreiben, das konnten wir nicht leisten.“ Im Übrigen habe man im Amtsausschuss und in anderen Gremien mehr als einmal Entscheidungen getroffen, und „Dinge gemacht, die der Sache gedienthaben und nicht den Paragrafen“. Die Mitstreiter vergangener Tage schmunzelten wissend.

Freude über das Ende der Reformpläne

An das Thema Hochwasserschutz erinnerte Ex-Landrat Hans Lange. „2002 traf das Hochwasser mit Wucht auch die Elbdörfer im Amt Bad Wilsnack Weisen“, sagte er. Damals sei die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr erfolgreich verlaufen. Die Lehren aus jener Zeit hätten sich bei ähnlichen Ereignissen stets bewährt. „Die Bundeswehr hatte bis dahin angenommen, sie käme allein klar. In Bad Wilsnack haben die Verantwortlichen festgestellt, dass sie ohne unsere Unterstützung nichts ausrichten konnten“, erinnerte sich Lange. Wichtig sei auch die kommunale Selbstbestimmung. „Es ist entscheidend, dass die Gemeinden einen eigenen Haushalt haben und darüber bestimmen dürfen.“ Unter anderem diese Freiheit habe zum Erfolg des Amtes Bad Wilsnack/Weisen beigetragen.

Mehr als einmal wurde der frühere Amtsdirektor Hans-Jürgen Arndt erwähnt. „Wenn Hansi mal zu einer Beratung kam, sorgte das für Aufsehen“, scherzte Hans Lange. Ansonsten habe er stets gesagt: „Lasst mich in Ruhe meine Arbeit machen“ und genau das getan.

Allgemeine Freude herrschte über das Ende der Kreisgebietsreformpläne. „Jetzt wäre es nur konsequent, wenn man uns auch mit einer Kommunalreform verschonen würde“, sagte Dietrich Gappa. Torsten Jacob sagte: „Wir müssen uns für die vergangenen 25 Jahre nicht schämen.

Von Andreas König

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