Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Kletterbuche soll Baum des Jahres werden
Lokales Prignitz Kletterbuche soll Baum des Jahres werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 19.02.2017
Die Kinder und Jugendlichen sowie die Belegschaft der CJD-Förderschule in Hoppenrade pflegen eine enge Beziehung zur Kletterbuche. Quelle: Privat/CJD
Hoppenrade

„Für die schönsten Songs gibt es den Eurovision Song Contest“, sagt Jörg Stricker vom Christlichen Jugenddorfwerk Berlin Brandenburg (CJD) in der Prignitz. Und schmunzelt:„Wir machen mit beim Baum-Contest.“ Die Deutsche Dendrologische Gesellschaft nimmt am Wettbewerb „European Tree of the Year“ teil. In der länderübergreifenden Abstimmung wird der „Europäische Baum des Jahres 2017“ gesucht. „Und der Vertreter für ganz Deutschland ist unsere Kletterbuche“, freut sich Jörg Stricker, Fachbereichsleiter Wohnen und Betreuen I – Schulische Bildung beim CJD. Nun müssen nur noch genug Stimmen übers Internet abgegeben werden.

Die Kletterbuche hinter der Christophorus-Schule des CJD in Hoppenrade (Gemeinde Plattenburg) konnte vergangenes Jahr den Titel „Champion Tree“ für sich verbuchen. Am 24. April 2016 wurde die Rot-Buche (Fagus sylvatica) mit einem Stammumfang von 8,76 Metern von der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) und der Gesellschaft Deutsches Arboretum zum Rekordbaum des Jahres gekürt. Damit geht sie nun ins Rennen um den nächsten Titel. 16 Länder nehmen dieses Jahr an dem Wettbewerb teil. Unter den 16 Bäumen sind teils beeindruckende Exemplare.

Die Kletterbuche im Gutspark Hoppenrade im Frühjahr Quelle: Privat

Bei der Wahl zum „Europäische Baum des Jahres“ kommt es weder auf die Größe noch auf das Alter an, betont Jörg Stricker. Der zugegeben riesige, 175 Jahre alte Baum ist der ganze Stolz der Schülerinnen und Schüler sowie Pädagogen der Christophorusschule. Mit einer Höhe von 35 Metern und einem Kronendurchmesser von 28 Metern ist er im 30 Hektar großen, denkmalgeschützten Landschaftspark Hoppenrade zu jeder Jahreszeit ein Blickfang. „Sie ist ein Symbol für die Beziehung zwischen Mensch und Natur, die bei dem Wettbewerb gefragt ist“, erklärt Jörg Stricker.

„Diese Buche ist ein Teil von uns, sie symbolisiert Stärke, Zusammenhalt, Vitalität, Glauben und Wissensvermittlung“, beschreibt Schulleiter Ulrich Resch die enge Beziehung zu dem Baum. Im Frühjahr beobachten die Schüler die sprießenden Knospen, im Sommer wird sie zum grünen Klassenzimmer oder Andachtsraum, im Herbst toben die Kinder und Jugendlichen in einem gelb-roten Blättermeer und im Winter bauen sie neben dem riesigen Stamm einen Schneemann. Die Buche ist „Patenkind“ der Klasse O/W2 und der Platz unter dem Blätterdach wird von den Schülern des schulinternen Werkstufenkonzeptes von herunterfallenden Ästen und Blättern befreit.

Baum ist Teil des gesellschaftlichen Lebens

Auch treffen sich die Christophorus-Kinder unter der Buche zum Singen und Musizieren, zum Yoga oder einfach nur, um in der Hofpause Fangen zu spielen. Die Rot-Buche ist ein zentraler Teil ihres Schulhofes – und Schullebens. Die Buche stehe auch als Baum der Götter, heißt es in der Beschreibung zum Wettbewerbsteilnehmer auf der Webseite der DDG. Man erzähle sich demnach, dass die alten Germanen die Verkündigungen der Götter in Form von Runen in Buchenstäbe oder in die Baumrinde ritzten. Darauf ist das Wort „Buchstabe“ zurückzuführen.

Der Baum ist der CJD-Belegschaft gar so wertvoll, dass im vergangenen Jahr eine Magnetresonanztomographie (MRT) an seinem Stamm gemacht wurde, erzählt Jörg Stricker. „Die Buche hatte einen Pilz an der Rinde, und wir wollten wissen, ob eine ernste Gefahr besteht.“ Dem war laut Stricker zum Glück nicht so.

Noch bis Ende Februar abstimmen

Seit dem 1. und noch bis zum 28. Februar läuft unter www.ddg-web.de die Abstimmung im Wettbewerb um den Titel „Europäischer Baum des Jahres“.

Die Konkurrenz ist hart, sagen Jörg Stricker und Ulrich Resch: „In den vergangenen Jahren hatten die osteuropäischen Länder oft die meisten Stimmen.“ So bekam Ungarn 2016 mit dem „ältesten Baum in Bátaszék“ knapp 73 000 Stimmen. Vielleicht sind die Menschen in diesen Länder mehr an Naturthemen interessiert. So viele Klicks hat in der aktuellen Liste kein Kandidat auch nur annähernd.

Die Kletterbuche in Hoppenrade liegt mit gut 2600 Stimmen im Mittelfeld. Schulleiter Ulrich Resch ist zuversichtlich: „Wir haben einen Trumpf im Ärmel: Wenn die meisten Mitarbeiter, Schülerinnen und Schüler, Bewohnerinnen und Bewohner aus dem CJD sowie viele Freunde und Bekannte an der Abstimmung teilnehmen, können wir es schaffen.“

Achtung und Fürsorge für alle

Die CJD Christophorusschule befindet sich – neben einer Wohneinrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger Behinderung – am Standort Hoppenrade. Sie ist eine Ganztagsschule mit Früh- und Späthort. Sie fördert Kinder mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt „geistige Entwicklung“ entsprechend ihrer Fähigkeiten und Neigungen.

Der internationale Wettbewerb „Europäischer Baum des Jahres“ oder „European Tree of the Year (ETY)“ wurde 2011 von dem Europäischen Konsortium EPA, einem Netzwerk der Umweltämter europäischer Staaten, initiiert.

Ziel ist es, die Bedeutsamkeit bemerkenswerter Bäume für die Menschen, für die Natur und für das Kulturerbe darzustellen und ihnen entsprechend Achtung, Fürsorge und Schutz zukommen zu lassen.

Noch bis zum Monatsende können über www.ddg-web.de Infos zum Europäischen Baum des Jahres eingeholt und über einen Link an der Abstimmung teilgenommen werden.

Von Beate Vogel

Riesige Kräne stehen auf einem Acker zwischen Kuhbier und Kuhsdorf. Mit ihnen werden insgesamt 14 alte Windräder abgebaut und durch 14 neue, 200 Meter hohe Riesen ersetzt. Eine Anlage ist in der Lage, den Jahresenergiebedarf von 3000 Durchschnittshaushalten zu decken. Die Vorgängermodelle lieferten weniger als die Hälfte der Energie.

18.02.2017

Die Landkreise existieren seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr, auf vielen Autokennzeichen bleiben sie jedoch lebendig. Seitdem es wieder möglich ist, sein Nummernschild mit Kürzeln der Altkreise Kyritz, Wittstock oder Neuruppin versehen zu lassen, nutzen das viele Lokalpatrioten. Außer die im Landkreis Prignitz – sie haben nach wie vor keine Wahlmöglichkeit.

15.02.2017

Stück für Stück bauen junge Leute im Freiwilligen Sozialen Jahr ein altes Fachwerkhaus in der Triglitzer Lindenstraße ab. Die Einzelteile werden verpackt und eingelagert. Die Gemeinde Triglitz möchte die neu entstehende Fläche neben dem Feuerwehrgebäude unter anderem für einen Bolzplatz und Parkplätze nutzen.

15.02.2017