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Knappes Löschwasser in Perleberg

Schwachstellen in den Ortsteilen Knappes Löschwasser in Perleberg

Es zeigen sich Schwachstellen in der Löschwasserversorgung bei den Ortsteilen der Stadt Perleberg. Fehlende, defekte oder unzureichende Leitungen für den Ernstfall sind dort keine Seltenheit. Eine Brandbekämpfung durch die Feuerwehr sei aber jederzeit möglich, heißt es zum Brand- und Katastrophenschutz.

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Dieses weiße Schild (r.) weißt auf einen Hydranten mit 100 Millimeter Durchmesser hin.

Quelle: Björn Wagener

Perleberg. Per Gesetz ist jede Kommune dazu verpflichtet den Brandschutz flächendeckend sicherzustellen. Dazu zählt nicht nur die hohe Anzahl an Löschwasserbrunnen, Feuerlöschteichen oder Hydranten, sondern auch deren Leistung. So gibt es nicht nur unterschiedliche Rohrleitungssysteme, sondern auch der Durchmesser der einzelnen Leitungen variiert. In Perleberg existieren Leitungen von 80, über 100, bis zu 150 Millimeter Durchmesser. Doch nur Letzteres bietet die volle Leistung, informiert Uwe Schleich aus dem Sachbereich Feuer- und Katastrophenschutz. Hinzu kommen eine Vielzahl an kleinen Höfen und Ortsteilen, wo die Löschwasserverhältnisse kritisch sind. „Es muss sich kein Bürger Sorgen machen. Trotz einiger Schwachstellen haben wir eine relativ gute Löschwasserversorgung“, betont Uwe Schleich.

Feuerwehrfahrzeuge mit ausreichender Wasserreserve

Große Tanklöschfahrzeuge im Stadtgebiet ermöglichen es zudem, gleich zu Beginn eines Einsatz mit viel Wasser vor Ort zu sein, bis Leitungen zu den Entnahmestellen gelegt werden. „Insgesamt verfügen wir über 12 500 Liter Wasser in den Einsatzfahrzeugen, das reicht in etwa für die ersten zehn bis 15 Minuten“, meint Uwe Schleich. Weitere Schlauchwagen ermöglichen eine schnelle Verlegung von benötigten Leitungen. Große Probleme gebe es demnach in Lübzow-Ausbau und in der verlängerten Feldstraße. Dort sei eine Verlegung von Leitungen technisch nicht denkbar. Die einzige Möglichkeit bestände darin, auf private Teiche oder Anlagen auszuweichen. „Das dürfen wir im Ernstfall auch ohne zu fragen. Wir müssen lediglich wieder alles so verlassen, wie wir es vorgefunden haben“, so der Sachbearbeiter für Feuer- und Katastrophenschutz.

Defekte Löschwasserbrunnen

Weiterhin gibt es auf dem Flugplatz keine Löschwasserversorgung. „Dort hilft uns nur der hohe Grundwasserspiegel, der die Räumlichkeiten der alten Gebäude unter Wasser gesetzt hat, von wo aus wir Wasser beziehen können“, heißt es weiter. Ebenso gibt es große Probleme in Perlhof, Platenhof und Wüsten-Buchholz, um nur einige Beispiele zu nennen. In Schönfeld dagegen herrscht ein alt bekanntes Problem: „Im Dorf befinden sich drei Löschwasserbrunnen. Doch allesamt sind nicht mehr einsatzfähig“, sagt Uwe Schleich. Grund sind hier mineralische Ansammlungen, die ein Ansaugen von Wasser unmöglich machen. Um dem Fehlen von Löschwasserversorgung entgegen zu wirken, wurde schon einiges unternommen: „Wenn wir zu einem Brand in solchen Gebieten mit Schwachstellen gerufen werden, alarmiert die Leistelle automatisch weitere Kräfte zur Unterstützung dazu“, informiert der Sachbearbeiter.

Kritische Meinungen aus der Stadtverordnetenversammlung

Große Erfolge erlangte man zudem im Stadtforst: „Im Waldgebiet haben wir eine gute Löschwasserversorgung mit Brunnen herstellen können. Alle zwei Kilometer befindet sich nun eine Löschwasserentnahmestelle.“ Dieser Zwischenstand wurde am Donnerstag bei der Stadtverordnetenversammlung in Perleberg vorgetragen und stieß auf Unverständnis: „Die ganze Löschwasserversorgung wurde meiner Meinung nach über viele Jahre vernachlässigt. Es ist eine ernste Situation entstanden, der man nun so schnell wie möglich entgegenwirken muss“, ist sich der Stadtverordneter Udo Becker (CDU) sicher. „Wir erreichen nicht in vollem Maße die gesetzlichen Vorgaben, können aber jederzeit eine Brandbekämpfung gewährleisten“, entgegnet Uwe Schleich. Man sei derzeit dabei Löschwasserentnahmestellen zu prüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen. Einige neue Anlagen seien schon in der Planung.

Von Marcus J. Pfeiffer

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