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Prignitz Koebemühle geht in den Winterschlaf
Lokales Prignitz Koebemühle geht in den Winterschlaf
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00:17 19.10.2016
Heinz Koebe an einer historischen Schrotmühle, die er aufstellte. Bis auf den schweren Mühlstein war die Mühle 1999 geplündert Quelle: Foto: Beeskow
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Triglitz

Es ist nicht der Regen, der auf die Koebemühle trommelt; es sind die Eicheln, die von den alten Bäumen ringsum auf das Dach fallen. Die Saison ist in diesem idyllischen Anlaufpunkt für Radfahrer und Wanderer beendet. „Ich mache die Mühle jetzt winterfest“, erklärt Heinz Koebe,

Das Wasser muss aus den Toiletten, allen Leitungen und wo es sich sonst noch versteckt, abgelassen werden. Viele Ventile sind aufzuschrauben und wieder zu verschließen. „Ein Tag Arbeit ist das schon.“ Doch wenn es um Arbeit geht, sind Heinz und Petra Koebe unerschrocken. Nur sie wissen, wieviel Arbeit in diesem einmalig idyllischen Anwesen steckt, das so aussieht, als hätte sich hier seit 300 Jahren nichts verändert. Es war Ende der 1990er Jahre als sich die beiden nach einem Objekt umsahen. „Ich dachte an ein altes Herrenhaus“, erzählt Heinz Koebe. Aber was sollen wir mit 1800 Quadratmeter Wohnfläche, hätten sie sich eines Tages gefragt. Auf die Wassermühle bei Triglitz wurden sie durch ihren Sohn aufmerksam. Am Computer zeigte er ihnen Bilder und meinte: „Das ist doch was für euch.“ Das erste Kennenlernen stand unter keinem günstigen Stern, es war November und die weitgehend eingefallenen kurz vor dem Zusammenbruch stehenden Gebäude inmitten von meterhohen Brennnesseln , ließen seine Frau eher die Hände über den Kopf zusammenschlagen, erzählt Heinz Koebe. Er selbst fand: „Das hat was.“ Aber worin das gewisse Etwas bestand, konnte er sich nicht erklären. „Im Frühjahr sind wir noch einmal hingefahren. Es sah schon viel freundlicher aus. Die Vöglein zwitscherten und lauter Blümchen blühten.“ Während Heinz Koebe noch heute von diesen Momenten mit Begeisterung berichten kann, sagt Petra Koebe: „Wir wussten nicht, wohin das führt.“

Hier hat sich seit 300 Jahren nichts verändert

Besucher, die heute an die zwischen alten Bäumen etwas versteckt an der Kümmernitz gelegene Wassermühle kommen, finden, hier hat sich seit 300 Jahren nichts verändert. Die Mühle wurde 1704 erbaut, das Wohnhaus 1834. Beide Gebäude stehen natürlich unter Denkmalschutz. Erst in der Gaststube beim Betrachten der Bilder von den kaum noch ein Dach tragenden Fachwerkskeletten ermessen sie, was Petra und Heinz Koebe seit 1999 an diesem schönen Fleck geschaffen haben.

Aber es gibt heute nicht nur dieses idyllische Anwesen, es ist auch ein ziemlich einmaliges Ausflugslokal mit einer urigen Gaststube, drei romantischen Gästezimmern, die es aber im Sanitärbereich nicht an modernem Komfort fehlen lassen.

Inmitten von Bäumen liegt die Mühle. Quelle: Michael Beeskow

Eine freudige Überraschung für die Besucher ist die kleine, aber feine Gastronomie. Petra Koebe stellt der Jahreszeit entsprechend aus Beeren eigenes Eis her, Brot wird im alten Knüppelbackofen in der Mühlenschänke gebacken. Heinz Koebe war der Erste in der Prignitz, der mit der Herstellung eines eigenen Bieres begann, noch vor dem Brauhaus in Wittenberge. „Das ist nicht viel“, sagt Heinz Koebe. Aber mit den etwa 1000 Litern kann er seine Gäste beköstigen. Über dem Ausschank in der Mühlenstube befindet sich auch ein Brett, auf dem 20 verschiedene Heilkräuterschnäpse stehen. Von Salbei über Brennnessel bis Knoblauch reichen die Geschmacksrichtungen. „Das sind Ansatzschnäpse“, berichtet Heinz Koebe. Nordhäuser Doppelkorn ist die Grundlage. Nur in der Koebemühle gibt es ein Tatar von geräuchertem Forellenfilet mit Kartoffelpuffern. „Eigentlich wollte ich ja mal Koch werden“, gesteht der frühere Bauunternehmer. Daher machte es ihm auch so viel Spaß, seine Gäste selbst zu bewirten. Petra und Heinz Koebe wollen nur eine überschaubare Gastronomie, nur was sie selbst schaffen können.

Heinz Koebe ist wieder fit

Nach gesundheitlichen Problemen in diesem Jahr ist Heinz Koebe wieder fit. Für ihn steht fest, dass die Koebemühle am 1. Mai die Winterpause beendet. Vier bis sechs Wochen zuvor will er mit dem Brauen der ersten beiden Fässer beginnen, damit er seinen Gästen am 1.Mai ein frisches Koebe-Bier auf den Tisch stellen kann.

Die Mühle ist von Mai bis September an jedem ersten und letzten Samstag und Sonntag im Monat geöffnet sowie zu Anlässen wie dem Mühlentag, Himmelfahrt oder dem Tag des offenen Denkmals.

Von Michael Beeskow

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