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Mehr Familie in die Politik

Neue Kandidaten wollen den Altersdurchschnitt in Pritzwalks Stadtverordnetenversammlung senken Mehr Familie in die Politik

Jörg Zeiger, Frank Schmidt, Uwe Peters und Uwe Beese wehren sich gegen den Vorwurf, dass zur Kommunalwahl fast ausschließlich das ältere Semester gewählt werden könne. Die vier treten beoi der kommenden Kommunalwahl an - und bringen es auf einen Altersdurchschnitt von 40 Jahren.

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Kandidaten für die Kommunalwahl: Jörg Zeiger (v. l. n. r.), Uwe Peters, Frank Schmidt und Uwe Beese.

Quelle: Claudia Bihler

Pritzwalk. Ein wenig fühlen sich die vier Männer von der ehemaligen Pritzwalker Kita-Initiative schon angesprochen, wenn die Jugendlichen des Pritzwalker Gymnasiums meinten, dass zur Kommunalwahl fast ausschließlich das ältere Semester gewählt werden könne.

"Das stimmt ja nicht", sagt Jörg Zeiger. Und er weiß, wovon er spricht, denn er ist einer jener neuen Kandidaten – in diesem Fall von der CDU – die den Altersdurchschnitt auf den Listen der Parteien deutlich senken. Zusammen bringen sie es auf einen Durchschnitt von 40. Grundsatz ihrer Politik: "Wir stehen für die Belange von Jüngeren, für Familien." Was da so einstimmig klingt, ist in Wahrheit ein kunterbuntes Parteiengemisch: Jörg Zeiger hat sich in den vergangenen Jahren sogar einen höheren Listenplatz erkämpft – obwohl er den "Altgedienten" der Christdemokraten nach wie vor den Vorrang lässt. Frank Schmidt hat sich für die SPD aufstellen lassen, Uwe Peters und Uwe Beese treten für die Freien Wähler an.

Von Parteikonkurrenz ist bei den Vieren wenig zu spüren: "Das ist auch nicht unser vorrangiges Anliegen." Natürlich werden sie unterschiedliche Positionen vertreten, aber "einem Fraktionszwang wollen wir uns nicht unterwerfen, wenn wir mal anderer Meinung sind. Wir wollen fraktionsübergreifend arbeiten. Die Kommunalwahl ist sowieso eine Personenwahl."

Fraktionsübergreifend vor allem auch für die Familien: "Älteren fällt es häufig schwer, die Belange der Familien zu vertreten." Beispiel Kitagebühren, das Thema hatte die vier schon zuvor zusammengeschweißt: "Vor zwei Jahren wurde uns gesagt, dass es nun alle zwei Jahre eine neue Kostenaufstellung geben wird. Aber davon ist schon lange nichts mehr zu hören." Im Sozialausschuss wollen sie künftig die Anliegen der Pritzwalker Familien formulieren.

Wichtig ist ihnen auch der Umgang mit den Bürgern: "Wir brauchen Vorschläge für die Stadt, wir brauchen neue Ideen." Etwa, was die Stadtentwicklung angeht: "Wieso sollte nicht in der Pritzwalker Marktstraße in einer Baulücke auch mal ein modernes Gebäude errichtet werden. Moderne Architektur kann gut in historische Bausubstanz integriert werden. Wir brauchen helle, luftige Wohnungen, in denen man keine Höhlengedanken entwickelt, weil die Decken zu niedrig sind." Einen offenen Umgang mit den Bürgern wollen sie pflegen, sich für Dienstzeiten der Stadtverwaltung einsetzen, bei denen auch Arbeitenden ein Besuch möglich wird: "Die Stadtverwaltung ist Dienstleister, das muss deutlich werden."

Um dies zu leisten, müssten auch die Stadtverordneten sich ihren Themen informiert widmen: "Es kann nicht sein, dass der Haushaltsplan erst während der Sitzung aus dem Umschlag genommen wird." Dass sie informiert auftreten können, haben die vier bereits in der Debatte um die Kitagebühren bewiesen. "Selbst wir mussten da durchaus umdenken."

Von Claudia Bihler

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