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Prignitz Kontrolle am Seil in 107 Metern Höhe
Lokales Prignitz Kontrolle am Seil in 107 Metern Höhe
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00:34 09.03.2018
Patrick Kalkbrenner kontrolliert die Schalt- und Kondensator-Schränke. Er nimmt auch das Notabseilgerät in Augenschein. Quelle: Sandra Bels
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Görike

Der Weg ins Azimut ist weit. Genau 107 Meter führt er steil nach oben. Den ersten und größten Teil davon absolviert das Team von Diplom-Ingenieur Volker Albrecht mit dem Fahrstuhl. Die letzten gut zehn bis zwölf Meter müssen sie klettern – auf einer schmalen Leiter. Angeseilt und mit schweren Karabinern doppelt gesichert. Nach etwa 20 Minuten sind sie am Ziel im Azimut. Es ist das Lager, auf dem sich das Maschinenhaus der Windkraftanlage im Windpark Görike-Schönhagen dreht, damit es immer optimal im Wind steht.

Volker Albrecht ist Chef der Firma Windenergie Neuruppin. Sie betreut Windparks. Das Unternehmen wurde im Herbst 2002 gegründet und kümmert sich um die Betriebsführung von Windkraftanlagen. Dazu gehören unter anderem die tägliche Fernüberwachung der Türme, das Störungsmanagement in Abstimmung mit Hersteller und Betreiber und die Inspektion der Anlagen sowie die Überwachung und Überprüfung von Wartungs- und Servicearbeiten.

Alle halbe Jahr werden Windkraftanlagen kontrolliert, um ihren reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Die Techniker arbeiten dabei am Boden und in mehr als 100 Metern Höhe.

Die Firma betreut inzwischen etwa 80 Windkraftanlagen in Parks zumeist in der Prignitz und in Ostprignitz-Ruppin. „Wir arbeiten für die Betreiber“, sagt Volker Albrecht. „Schauen, ob alles in Ordnung ist, damit der Betrieb reibungslos erfolgt und so wenig Stillstand wie möglich aufkommt“, fügt er an.

Heute ist er mit seinen Kollegen Patrick Kalkbrenner und Stefan Schröder unterwegs. Das halbe Jahr ist um. Eine Anlage im Windpark Görike-Schönhagen muss kontrolliert werden. Es ist ein Hybridturm. Sein Unterteil ist eine freistehende Konstruktion entweder aus Stahlbeton oder Stahlfachwerk. Der obere Teil ist eine abgespannte Konstruktion. Diese Bauweise wird speziell bei Windkraftanlagen verwendet, weil damit größere Höhen mit mehr Windertrag möglich werden.

Fahrstuhl fährt gut sechs Minuten

Der Fahrstuhl zieht sich Meter für Meter den Turm hinauf. Er fährt fünf bis sechs Minuten. Dann geht es zu Fuß weiter. Oben angekommen, beginnt das Trio mit der Kontrolle. Im Maschinenhaus befindet sich eine Menge Technik. Schaltschränke, ein Steuerpult und viele Klappen und Türen. Alles muss überprüft werden.

Stefan Schröder ist gelernter Kfz-Mechaniker. Er hat schon am Fuß der Anlage das Flügelrad zum Stehen gebracht. Nun kann er oben in den Rotor kriechen. Er kontrolliert dort, ob alles funktioniert, ob die Sicherheitseinrichtungen in Ordnung sind. Das dauert eine Weile. Der Techniker ist komplett im Rotor verschwunden.

Indes kümmert sich Patrick Kalkbrenner unter anderem um die Kondensator-Schränke. Die Kondensatoren sehen gut aus. Wären sie defekt, hätten sie Beulen, wären aufgebläht, erklärt der Techniker. Mängel stellt er nicht fest. Er dokumentiert das Gesehene mit Fotos. Geschrieben wird später, im warmen Auto. Kalkbrenner öffnet die Luke, durch die man sich im Notfall aus dem Maschinenhaus abseilen kann. „Zum Glück mussten ich oder ein Kollege das noch nie“, sagt er.

Notabseilgerät wird kontrolliert

Kontrolliert werden muss das Notabseilgerät aber dennoch. Schließlich wird es benutzt, wenn Bauteile nach oben befördert werden. Maximal 250 Kilogramm können dann an den Haken gehängt werden. Sicherheit ist das A und O bei der Arbeit der Techniker. Sie müssen regelmäßig Schulungen dafür absolvieren und sind froh, dass bisher noch niemandem bei der Arbeit etwas passiert ist.

Als nächstes sind die Schaltschränke an der Reihe. Auch hier ist alles in Ordnung. „Oftmals sind es Platinen und Lüfter, die defekt sind und ausgetauscht werden müssen“, sagt Kalkbrenner. Das Reparieren übernimmt dann aber eine Firma.

Volker Albrecht nimmt inzwischen den riesigen Zahnkranz in Augenschein, auf dem sich der Kopf der Windkraftanlage dreht. Sieht ein bisschen aus wie bei einer Windmühle von früher. Daher kommt also der Name. Die Männer nicken. Auch hier gibt es nichts zu beanstanden.

Wegen der Sicherheit arbeiten immer zwei Techniker zusammen

In der Regel arbeiten sie zu zweit. Das erfordern die Sicherheitsvorschriften. Wenn einem Mechaniker etwas passiert, muss der andere Hilfe holen. „Offshore (in Küstengewässern) sind die Techniker sogar zu dritt unterwegs“, sagt Patrick Kalkbrenner. Dann klettert er eine kleine Leiter hinauf und schaut aus dem Kopf der Anlage. Bei minus 13 Grad Celsius weht ihm dabei ein eisiger Wind um die Nase. Der Ausblick ist faszinierend. Die Schneelandschaft mit dem Dorf sieht aus wie gemalt. Auch ganz oben ist alles in Ordnung. Die Warnlampen blinken. Der Windmesser funktioniert. Das Team kann sich auf den Rückweg machen.

Von Sandra Bels

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