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Kostenloser Aidstest in Perleberg

Prignitz nimmt an der HIV-Testwoche teil Kostenloser Aidstest in Perleberg

Das Gesundheitsamt des Landkreises Prignitz nimmt auch dieses Jahr an der Europäischen HIV-Testwoche teil. Vom 20. bis 27. November werden in der Perleberger Bergstraße kostenlose und anonyme HIV-Tests sowie Beratungen angeboten. Was viele nicht wissen: Das Angebot wird das ganze Jahr über vorgehalten.

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Charlie Sheen hat sich jetzt als HIV-positiv geoutet.

Quelle: AFP

Perleberg. Vor drei Tagen hat sich der US-amerikanische Schauspieler Charlie Sheen geoutet: Er ist HIV-positiv. Und er war deshalb erpresst worden. Sheen wollte ­lange verhindern, dass die ­Infektion bekannt wird, hatte ­Millionen gezahlt, bevor er nun damit selbst an die Öffentlichkeit ging.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes leben in Deutschland rund 83 400 Menschen mit HIV oder Aids. Das Berliner Institut schätzt, dass rund 13 200 Betroffene nicht wissen, dass sie sich angesteckt haben. Etwa 480 HIV-In­fi­zierte sind 2014 gestorben. Die Zahl der Neuinfektionen im Jahr 2014 schätzt das Institut auf 3200, sie bleibt gegenüber 2013 unverändert. In Brandenburg liegt die Zahl der Menschen, die Ende 2014 mit HIV beziehungsweise Aids leben, bei 130. Die Dunkelziffer ist viel höher: Sie wird auf 370 bis 490 Infizierte geschätzt. Hauptursache für die Ansteckung mit dem HI-Virus ist ungeschützter Sex zwischen Männern.

Testergebnis nach ein bis zwei Tagen

Oft sind die Angst vor Diskriminierungen durch das gesellschaftliche Umfeld oder ein geringes Risikobewusstsein die Ursache dafür, dass die Betroffenen nichts von ihrer Infektion wissen. Dabei könnte es so einfach sein: Gerade mal ein bis zwei Tage dauert es, bis die Betroffenen, die zum Beispiel beim Gesundheitsamt des Landkreises Prignitz einen HIV-Test machen lassen, ihre Testergebnisse haben. „Das ist ein großer Fortschritt“, sagt Sylvia Martwich, die in Perleberg das ganze Jahr über Beratungen rund um die Immunschwächekrankheit anbietet. Sie nutzt beim zuständigen Labor in Schwerin die Fernabfrage, damit es schneller geht. Noch vor einiger Zeit mussten die Getesteten mitunter Wochen auf den Bescheid warten. Das kann zermürben.

Jetzt nimmt das Gesundheitsamt einmal mehr an der Europäischen HIV-Testwoche teil, die in diesem Jahr vom 20. bis 27. November angeboten wird. „In der Woche ist die Nachfrage nach einer Beratung oder einem Test höher“, so Sylvia Martwich. Dabei bieten die Mitarbeiterinnen den kostenlosen und anonymen Test das ganze Jahr über an. „An der Europäischen Testwoche nehmen wir teil, damit das Thema Aids nicht unter den Tisch fällt“, sagt die Mitarbeiterin im Gesundheitsamt.

HIV ist oft kein Thema mehr

Sylvia Martwich möchte darauf aufmerksam machen, dass jeder, der sich auf einen neuen Partner einlässt, einen Aids-Test machen lassen sollte. „Deutschland ist kondommüde geworden“, sagt sie. Das sehe man auch am Anstieg sexuell übertragbarer Erkrankungen. Gerade HIV sei kein Thema mehr in der Bevölkerung. Dabei könne man laut Martwich heute gut mit der Krankheit Aids leben: Die Infektion mit HIV muss aber rechtzeitig erkannt werden. „Je eher die Behandlung startet, desto besser reagiert das Immunsystem.“ Und wer als HIV-Infizierter ein halbes Jahr lang regelmäßig seine Tabletten nehme, sei nicht mehr ansteckend für seine Partner. Wenn dagegen die Infektion immer weiter fortschreite, ohne dass man eingreife, könne es zu aidsindizierten Erkrankungen wie Gürtelrose oder Magen-Darm-Infektionen kommen. Das müsse aber heute nicht mehr sein, ist Sylvia Martwich überzeugt: „In der Behandlung der HIV-Infektion hat es einen riesigen Quantensprung gegeben.“ Zahlen zu den HIV-Infektionen in der Prignitz hat Sylvia Martwich nicht: „Der Test ist ja anonym.“

Gefährdet sind laut Sylvia Martwich alle, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben: „Die größte Gruppe sind Männer, die Sex mit Männern haben“, so ihre Erfahrungen. Bei ihnen sei die Verletzungsgefahr beim Sex größer als bei heterosexuellen Partnern. Umso wichtiger sei es, sich mit einem Kondom zu schützen: „Die Sexualität ist vielfältig, die Welt ist bunt“, sagt Sylvia Martwich. Und wenn wirklich etwas schief gegangen sei, sollte man sich Klarheit mit dem HIV-Test schaffen. „Die Zeitspanne, ab der das Virus im Blut nachgewiesen werden kann, ist auf sechs Wochen geschrumpft.“

Das Gesundheitsamt des Landkreises Prignitz in Perleberg, Bergstraße 1, bietet schon länger anonyme und kostenlose HIV-Tests an – unabhängig von der Europäischen Testwoche. Dazu gibt es eine entsprechende Beratung. Sylvia Martwich ist zu erreichen unter Telefon 03876/71 35 49.

Von Beate Vogel

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