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Krankenstand in der Prignitz ist hoch

Viele klagen über Rückenschmerzen Krankenstand in der Prignitz ist hoch

Obwohl der Krankenstand in der Prignitz um 0,3 Prozent gesunken ist, bleibt er mit 5,1 Prozent auf sehr hohem Niveau. Das heißt von 1000 Beschäftigten sind an jedem Tag des Jahres 51 krankgeschrieben. Die häufigste Ursache für eine Krankschreibung sind Rückenschmerzen. Für jeden vierten Ausfall sind sie verantwortlich.

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Benjamin Wiersch präsentierte die Ergebnisse des Gesundheitsreports.

Quelle: Michael Beeskow

Perleberg. Der Krankenstand in der Prignitz ist unverändert hoch. Daran ändert auch ein leichter Rückgang nichts. Der neue DAK-Gesundheitsreport weist im Einzelnen allerdings recht verschiedene und auch gravierende Veränderungen für den Landkreis Prignitz aus.

Wie die Analyse der Krankschreibungen aus dem Jahr 2014 aufzeigt, gab es bei den Erkrankungen des Atmungssystems wie Erkältungen und Bronchitis einen deutlichen Rückgang. So sank die Zahl der Fehltage um 27 Prozent. Das ist im Vergleich zu anderen Erkrankungen der größte Rückgang. Die Ausfalltage wegen Seelenleiden gingen um 24 Prozent zurück. Hierzu zählen Depression oder Angstzustände. „Die Menschen waren wegen der Psyche sowohl kürzer als auch seltener krank geschrieben“, erklärte Benjamin Wiersch, der für die Prignitz zuständige DAK-Bezirksleiter, bei der Vorstellung des Gesundheitsreports am Donnerstag im Hotel „Deutscher Kaiser“ in Perleberg.

Jeder vierte Kranke hat Rückenbeschwerden

Dass der Krankenstand insgesamt aber lediglich um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sank, ist erheblichen Zunahmen bei anderen Erkrankungen geschuldet. Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, hierzu gehören Rückenschmerzen oder Knieprobleme, nahmen deutlich zu. Hier gab es 13 Prozent mehr Ausfalltage. Die Zahl der Krankheitsfälle stieg an aber auch die Dauer der Erkrankung verlängerte sich. Rückenschmerzen sind in der Prignitz der häufigste Grund für eine Krankschreibung. Benjamin Wiersch stellte fest: „Jeder vierte Ausfalltag ging auf ihr Konto.“

Aus dem Gesundheitsreport

Die DAK ist die einzige Krankenkasse, die jährlich einen Gesundheitsreport vorlegt, der den Krankenstand im Landkreis auswertet. Ansonsten werden nur bundes- oder landesweite Analysen erstellt. Die DAK hat 17 000 Versicherte in der Prignitz.

Der Krankenstand in der Prignitz sank 2014 von 5,4 Prozent auf 5,1 Prozent, in Brandenburg von 5,0 auf 4,9 und bundesweit von 4,0 auf 3,9.

Die häufigsten Krankheitsursachen in der Prignitz im Jahr 2014: Muskel-Skelett-System (27,3 Prozent), Verletzungen (14,4), Psychische Erkrankungen (11,5), Atmungssystem (11,3).

Langzeiterkrankungen sind 5,5 Prozent der Fälle, sie machen 44,2 Prozent der Fehltage in der Prignitz aus.

Der Krankenstand in der Prignitz ist mit 5,1 Prozent nach wie vor sehr hoch. Dies bedeutet, dass an jedem Tag des Jahres von 1000 Beschäftigten 51 krankgeschrieben sind. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt beim Krankenstand liegt bei 3,9 Prozent, der Landesdurchschnitt in Brandenburg bei 4,9 Prozent. Die Prignitz gehört im Landesvergleich zu den Spitzenreitern. Der Landkreis liegt gleichauf mit der Stadt Brandenburg, nur das Havelland und Frankfurt (Oder ) mit dem höchsten Krankenstand überbieten die Prignitz noch. Am gesündesten sind die Potsdamer, gefolgt von den Cottbusern, Uckermärkern und den Bewohnern des Spree-Neiße-Kreises.

Frauen nehmen Antidepressiva, Männer Leistungsverbesserer

Benjamin Wiersch führte zwei Gründe an, warum der Krankenstand in den neuen Ländern höher ist als in den alten. So sind nach seiner Einschätzung in den neuen Ländern mehr Menschen in gefährdeten Wirtschaftsbereichen tätig. Dazu zählten etwa die Logistik- und die Baubranche. Und die Menschen arbeiten mehr in Vollzeit. In Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg, wo der Krankenstand am niedrigsten ist, arbeiten viele in Teilzeit. Benjamin Wiersch stellte eine DAG-Studie zum Hirndoping vor. Darunter wird die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten verstanden, ohne dass dies medizinisch notwendig wäre. Zur Stimmungsaufhellung nehmen vor allem Frauen Antidepressiva ein, Männer zur Leistungsverbesserung verschiedene Mittel. Mit Betablockern sollen Stress, Nervosität oder Lampenfieber bekämpft werden. Nach der Studie nehmen fast zehn Prozent der Brandenburger derartige Mittel zu sich. Benjamin Wiersch sprach von einem Alarmsignal.

Von Michael Beeskow

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