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Kreis hat nichts gegen Güllelieferungen

Schrepkow Kreis hat nichts gegen Güllelieferungen

Der Schrepkower Güllebehälter ist dicht und kann daher für die Zwischenlagerung von Gülle genutzt werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Landkreis Prignitz beauftragtes Gutachten. Der Betreiber nutzt diese Einschätzung, um seit kurzem Gülle einlagern zu lassen. Die Anwohner sind stinksauer. In 170 Metern Entfernung liegt ein Trinkwasserschutzgebiet.

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Die ersten Güllelieferungen sind in Schrepkow eingetroffen.

Quelle: König

Schrepkow. Die ersten Gülletransporter fahren seit kurzem zum Behälter in Schrepkow. „Ich hatte gedacht, der Landkreis Prignitz prüft erst einmal, ob die Einlagerung der Gülle zulässig ist“, sag Anwohner Michael Wolfram. „Und jetzt rollen die Trecker und bringen schon die erste Gülle auf das Gelände. Ich bin stinksauer.“

Dem Landkreis Prignitz, genauer der unteren Wasserbehörde, liegt ein von ihr in Auftrag gegebenes und bezahltes Gutachten vor, wonach der seit über zehn Jahren nicht mehr genutzte Behälter dicht sei. „Der Behälter wurde seinerzeit nach Baurecht genehmigt“, sagte Frank Stubenrauch, Pressesprecher des Landkreises Prignitz.

Stahlbehälter ausgepumpt

Ein Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz habe wegen der relativ geringen Größe der Anlage nicht stattgefunden. Den Angaben zufolge fasst der Behälter 2200 Kubikmeter Gülle.

Gebaut war er einst worden, um die Gülle aus der Tierhaltung auf dem Gelände aufzunehmen. Nach der Insolvenz der Betreiber lag das Gelände lange brach. Der Behälter war zugewuchert und enthielt eine Mischung aus alter Gülle und Feststoffen, da sich die Güll zum Teil bereits in Erde umgewandelt hatte. Seit einigen Wochen hatten Mitarbeiter eines Lohnunternehmens den alten Inhalt aus dem Stahlbehälter abgepumpt und Beobachtungen von Anwohnern zufolge auf Felder in der Region Döllen ausgebracht.

Abfall in größeren Mengen

Am Dienstag vor einer Woche waren laut Anwohnern die Mitarbeiter des TÜV in Schrepkow, um den Behälter zu untersuchen, am Sonnabend rollten die ersten Transporte an, um Gülle anzuliefern. Dem vernehmen nach stammt diese aus landwirtschaftlichen Betrieben der ferneren Umgebung, zum Beispiel aus Sachsen-Anhalt.

„Es ist schon erstaunlich, das solch ein Gutachten innerhalb weniger Tage vorliegt und daraus eine Genehmigung abgeleitet wird“, sagte Anwohner Michael Wolfram. Noch erstaunlicher findet er die Tatsache, dass auf dem Gelände nach wie vor Abfall in größeren Mengen liegt und die Sicherung durch den Zaun mehr als lückenhaft ist.

„Es wurde auch geprüft, ob eine Beeinträchtigung des in rund 170 Metern Entfernung liegenden Trinkwasserbrunnens vorliegt“, sagte Kreissprecher Frank Stubenrauch. Das sei laut Gutachten ausgeschlossen, unter anderem, weil das Grundwasser auf dem Gelände des Brunnens sehr gut abgedichtet sei. Eine zusätzliche Betriebserlaubnis habe der neue Betreiber nicht beantragen müssen, da sich am Verwendungszweck des Güllebehälters nichts geändert habe. „Gülle ist Gülle“, sagte Frank Stubenrauch, „egal, woher sie kommt.“

Von Andreas König

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