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Kreis will Aufgaben der Jugendhilfe übertragen

Pritzwalk Kreis will Aufgaben der Jugendhilfe übertragen

Das kreiseigene Wohnheim in der Straße Zur Hainholzmühle in Pritzwalk soll der Bildungsgesellschaft übertragen werden. Das sieht ein Verwaltungsentwurf vor, der gegenwärtig noch überarbeitet wird. Die Bildungsgellschaft würde unter anderem Tagesgruppen für Kinder und Eltern darin betreiben sowie ein Heim für 0- bis 5-jährige Kinder aus Problemfamilien.

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Das kreiseigene Wohnheim in Pritzwalk soll an die Bildungsgesellschaft übertragen werden. Darin sollen unter anderem Mutter-Kind-Gruppen eingerichtet werden.

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Höchstwahrscheinlich zum Jahresende wird die Versorgungseinrichtung des Kreises für minderjährige unbegleitete Asylbewerber in Pritzwalk geschlossen. Doch die Räume in dem viergeschossigen Gebäude mit den Anbauten in der Straße Zur Hainholzmühle dürfte nicht lange leer stehenbleiben.

Unterbringung von OSZ-Schülern und Tagesgruppen geplant

„Der Landkreis beabsichtigt, die Einrichtung der Bildungsgesellschaft Pritzwalk als freiem Träger der Jugendhilfe zu übertragen“, sagt Danuta Schönhardt, Geschäftsbereichsleiterin für Bildung Jugend in der Kreisverwaltung Prignitz. Mit diesem Schritt sollen gleich mehrere Probleme gelöst werden. „Zum einen wollen wir Schüler dort unterbringen, die den Standort Pritzwalk des Oberstufenzentrums besuchen und dort in der Woche bleiben. Zum anderen sollen dort mehrere Tagesgruppen gebildet und betreut werden“, erläutert Danuta Schönhardt.

Bisher werden Kinder teilweise in anderen Kreisen untergebracht

Möglich werde das mit einem Erbbaurechtsvertrag, der die Übertragung an die Bildungsgesellschaft regelt. Nicht zuletzt bedeutet dieser Schritt finanzielle Einsparungen für den Kreis. „Zwar müssen wir als Landkreis die Aufgaben der Jugendhilfe finanzieren, aber die Neuregelung versetzt uns in die Lage, Kinder oder auch Mutter-Kind- beziehungsweise Vater-Kind-Tagesgruppen im eigenen Landkreis unterzubringen“, erklärt die Geschäftsbereichsleiterin. Bisher müsse hier mangels Kapazitäten oftmals die Hilfe anderer Landkreises in Anspruch genommen werden. „Die lassen sich das natürlich recht gut bezahlen, teilweise verlangen sie den doppelten Kostensatz, der bei uns fällig wäre“, umreißt Danuta Schönhardt das Problem.

Mitarbeiter sollen Arbeitgeber wählen dürfen

Die in den zuständigen Kreistagsgremien, dem Jugendhilfeausschuss und dem Schulausschuss vorgestellten Dokumente bedürften allerdings noch einmal der Überarbeitung, räumte de Geschäftsbereichsleiterin ein. Die Mitarbeiter sollen die Wahl haben, entweder zum neuen Träger zu wechseln oder innerhalb der Verwaltung eine andere Tätigkeit aufzunehmen. „Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben“, versichert Danuta Schönhardt. Zu dieser Zusage stehe der Landkreis, auch wenn in einer Untersuchung festgestellt worden sei, dass die bisherige Besetzung der Einrichtung mit vier Erziehern und einer Mitarbeiterin des Reinigungsdienstes zu groß sei. „Laut einer Betriebsuntersuchung würden 1,5 Vollzeitstellen genügen“, erklärt die Geschäftsbereichsleiterin. Wirksam werden könnte die Vereinbarung im kommenden Jahr.

Bildungsgesellschaft sieht wachsenden Bedarf an Pflegefamilien

Bei der gemeinnützigen Bildungsgesellschaft Pritzwalk (GBG) stellt man sich der neuen Aufgabe, schon weil „der Bedarf riesig ist“, wie Geschäftsführer Jörg Ahlgrimm sagt. „Es besteht einerseits ein wachsender Bedarf an Pflegefamilien, andererseits geben einige Pflegefamilien aus Altersgründen auf“, sagt der Geschäftsführer. Doch die Unterbringung von Kindern aus Familien, die mit der Betreuung überfordert sind, müsse gesichert werden. Daher beabsichtige die Bildungsgesellschaft neben der Intensiv-Gruppe und der Regelgruppe, die im Falkennest untergebracht sind, eine weitere Regelgruppe für Kinder im Alter von null bis fünf Jahren zu bilden. „Im Grunde ist das eine Heimunterbringung“, sagt Jörg Ahlgrimm.

CJD für Jugendgerichtshilfe im Gespräch

Ebenfalls übertragen werden soll die Jugendgerichtshilfe. „Interesse daran hat das CJD bekundet“, sagt Danuta Schönhardt. Allerdings soll es zunächst noch Gespräche mit der Staatsanwaltschaft Neuruppin und dem Landgericht geben. Bisher wird die Jugendgerichtshilfe von Mitarbeitern der Kreisverwaltung übernommen.

Von Andreas König

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