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Prignitz Kreis will Geld von Pritzwalk für Stadtbuslinie
Lokales Prignitz Kreis will Geld von Pritzwalk für Stadtbuslinie
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00:18 19.06.2016
Wenn die Stadtbuslinie in Pritzwalk ausgedünnt wird, werden Fahr- und Wartezeiten deutlich länger. Der Bus wird damit unattraktiv. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Dass der öffentliche Nahverkehr mit dem Betreiberwechsel ein heißes Thema ist, hat sich bereits in Meyenburg und Groß Pankow gezeigt. Auch in der Stadt Pritz­walk schürt das Thema die Diskussion. In der Stadtverordnetenversammlung hatte Hartmut Winkelmann (Linke) den Stein ins Rollen gebracht als er fragte, was mit der Stadtbuslinie werden soll. Bürgermeister Wolfgang Brockmann (FDP) hatte gerade am Dienstag ein Schreiben der Verkehrsgesellschaft Prignitz erhalten, die noch für den öffentlichen Personennahverkehr verantwortlich ist.

Stadt soll anteilig Kosten übernehmen

„Darin wird die Stadt aufgefordert, sich anteilig an der Finanzierung der Stadtbuslinie zu beteiligen“, sagte das Stadtoberhaupt. Die Linie war im Dezember 2014 als gemeinsames Pilotprojekt des Landkreises Prignitz, der Verkehrsgesellschaft Prignitz und der Pritzwalker Verkehrsgesellschaft in Betrieb genommen worden. Die Finanzierung übernahm vereinbarungsgemäß der Landkreis. Bis zum 31. Juli läuft das Pilotprojekt noch. „Der neue Anbieter des ÖPNV, die Arbeitsgemeinschaft Prignitzbus, hat zwar kundgetan, ebenfalls den Stadtverkehr in Pritzwalk zu berücksichtigen“, saget Wolfgang Brockmann.

Nur noch ein Bus statt zwei

Aber es sei bereits angekündigt worden, den gegenwärtig vorhandenen Ringverkehr, bei dem zwei Busse gegenläufig die 14 Haltestellen anfahren, zu halbieren. „Das hätte zur Folge, dass jemand, der beispielsweise von der Hainholzmühle zum Einkaufsstandort Rostocker Straße will, dorthin fährt. Wer aber wieder zurück will, müsste zunächst zum Bahnhof, dort umsteigen und käme dann erst wieder zum Ausgangspunkt zurück. Wie damit die Attraktivität der Stadtlinie gehalten oder gar verbessert werden soll, ist mir ein Rätsel“, sagte der Bürgermeister. Von einstmals angestrebten zusätzlichen Halten könne keine Rede mehr sein. Lediglich am Gymnasium im Giesensdorfer Weg sein ein neuer Halt geplant.

Kein Geld im Haushalt geplant

Das Ansinnen, die Stadt Pritz­walk möge sich an der Finanzierung beteiligen, sei schon einmal im April an ihn herangetragen worden, informierte der Bürgermeister weiter. Er habe das aus einem „organischen Vorbehalt“, heraus abgelehnt, da für diese Aufgabe kein Geld im Haushalt bereitsteht. Zur Zukunft der Stadtbuslinie, deren Auslastung immer wieder in der Kritik steht, wolle die Stadt Gespräche mit dem Landkreis aufnehmen.

Nur ein Anbieter blieb übrig

Beim Thema öffentlicher Personennahverkehr und Schülerbeförderung wurde der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Klaus-Peter Garlin (CDU) deutlich. „Ich frage mich, warum der Kreistag solch eine Leistung an einen Anbieter vergibt, der nicht aus der Region kommt“, sagte er. Hartmut Winkelmann, der außer in der Stadtverordnetenversammlung auch im Kreistag sitzt, erwiderte, dass die Summe der Leistungen über einen Zeitraum von zehn Jahren eine europaweite Ausschreibung verlangt habe. Beworben hätten sich nur der bisherige Anbieter, die Deutsche Bahn und eben die Arbeitsgemeinschaft Prignitzbus. Da der bisherige Leistungserbringer keine vollständigen Bewerbungsunterlagen abgegeben hätte und die Bahn aus grundsätzlichen Erwägungen ausschied, sei nur der jetzige Anbieter übrig geblieben.

Bahnlinie nach Meyenburg in Gefahr?

Dennoch blieb Klaus-Peter Garlin bei seiner Kritik „Ich höre, dass zwischen Pritzwalk und Falkenhagen künftig Busse im Stundentakt fahren und Parallelverkehr vermieden werden soll. Da frage ich mich, was aus der Bahnlinie Pritz­walk-Meyen­burg werden soll? Die „Wischi-Waschi-Antworten“ des Kreises genügten ihm nicht, fügte er hinzu.

Der Landkreis sah sich am Donnerstag nicht in der Lage, Fragen nach der Zukunft der von ihm finanzierten Bahnlinie zu beantworten.

Von Andreas König

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