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Prignitz Kreisarchiv beherbergt historische Schätze
Lokales Prignitz Kreisarchiv beherbergt historische Schätze
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00:33 08.03.2018
Eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte des Kreisbetriebes für Landtechnik mit Sitz in Karstädt wurden dem Prignitzer Kreisarchiv in Perleberg übergeben. Leiterin Cordula Benzin (l.) und die Mitarbeiter Steffen Nagel sowie Irina Martin freuen sich über die geschichtsträchtigen Dokumente. Quelle: Andreas König
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Perleberg

Mit welch einer Sorgfalt Horst Hentschel vorgegangen ist, zeigt sich bei einem Blick in seine Dokumentation. Der ehemalige Mitarbeiter des Kreisbetriebs für Landwirtschaft Perleberg hat nahezu die gesamte Betriebsgeschichte in Bild und Text festgehalten. 31 Bände sind dabei zusammengekommen.

31 Bände voller Fotos Zeitungsartikel und Notizen

Einen Einband ziert eine offenbar von Horst Hentschel angefertigte Zeichnung des Betriebstors. Dass die grau und grün eingebundenen Folianten nunmehr der Öffentlichkeit zugänglich sind, liegt an der Großzügigkeit des Hobbyhistorikers. 31 Ordner voller Zeitungsartikel, Fotos, Dokumente und tagebuchartige Eintragungen aus der wechselvollen Geschichte des Kreisbetriebs für Landtechnik hat er zusammengetragen.

Wahre Schätze kommen oftmals von Privatleuten

„Solche Schätze können nur von Privatleuten kommen“, freut sich Archivleiterin Cordula Benzin. Viel von dem, was das Arbeitsleben in den Betrieben ausmachte, wurde so überliefert.

Betrieb begann als Ausleihstation für Neubauern

Horst Hentschel war von Anfang an dabei. Der Betrieb wurde am 1. Juli 1949 gegründet, damals noch als Maschinenausleihstation (MAS). Auf diese Weise sollte armen Neusiedlern und Bauern Landtechnik zur Verfügung gestellt werden, die sie sich sonst nie hätten leisten können.

1950 in Volkseigentum überführt

Schnell steuerte der Staat die Geschicke des vormals als reine Nachbarschaftshilfe gedachten Betriebs. Ab 1952 nannte er sich Maschinen- Traktoren-Ausleihstation MTS, nachdem er bereits ein Jahr nach der Gründung in Volkseigentum überführt worden war.

87-jähriger verschenkte sein Lebenswerk

Horst Hentschel war zunächst Traktorist, später Brigadier, dann Meister, Leiter des Versorgungslagers und zum Schluss Sicherheitsingenieur. Bis zum bitteren Ende, der Liquidation im Jahr 1992 blieb er seinem KfL treu. Im vergangenen Jahr übergab der heute 87-jährige sein – man darf es getrost so nennen – Lebenswerk dem Kreisarchiv als Schenkung.

700 Ansichtskarten fürs Archiv

„Solche Zuwendungen freuen uns immer sehr“, sagte Cordula Benzin. Kürzlich erhielt das Kreisarchiv zudem eine Sammlung historischer Ansichtskarten aus der Prignitz. Über 700 wertvolle Bilddokumente gelangten so in den Besitz des Archivs. „Hier katalogisieren wir die Bestände und machen sie der Allgemeinheit zugänglich“, erklärt Cordula Benzin.

Digitaltechnik kommt zum Einsatz

Mittlerweile geht auch im Kreisarchiv nichts mehr ohne Digitaltechnik. Die Originaldokumente werden gescannt, um sie unabhängig vom physischen Original der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Aber in längst nicht allen Archivalien steckt so viel pralles Leben wie in den Hentschelschen. Das Kreisarchiv bewahrt beispielsweise alle relevanten Dokumente des Landkreises Prignitz und seiner Vorgängerkörperschaften auf. Auch für Kommunen, die keine eigenes Archiv unterhalten, übernehmen Cordula Benzin und ihre Mitarbeiter die Obhut der dokumentarischen Hinterlassenschaften. Was aber gehört in das Kreisarchiv und was eher ins Museum. „Man kann sagen, alles, was plane Dokumente sind, ist für uns, physische Gegenstände eher für ein Museum“, sagt die Leiterin.

Schulbänke und Rechenhilfen

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. So übergab ein Rentner aus Neudorf bei Pritzwalk dem Archiv eine komplette Schulbibliothek. Neben den Büchern gelangten so auch originalgetreue Schulbänke und Rechenhilfsgeräte für Schüler in den Besitz des Archivs.

Nutzungsverträge sind möglich

Mehr als acht Kilometer Regalfläche für Akten stehen im Kreisarchiv zur Verfügung. Davon sind noch fünf Kilometer frei. „Wir freuen uns über alle Dokumente, vorausgesetzt, sie haben einen Bezug zur Prignitz“, sagt Cordula Benzin. Übrigens müssen die Eigentümer der Schätze diese nicht abgeben. Auch Nutzungsverträge sind möglich.

Von Andreas König

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