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Kreiskrankenhaus ist kerngesund

Perleberg Kreiskrankenhaus ist kerngesund

Trotz des demografischen Wandels und Kostendrucks im Gesundheitswesen befindet sich das Kreiskrankenhaus Prignitz in Perleberg auf Wachstumskurs. Der Umsatz wird dieses Jahr voraussichtlich bei über 58 Millionen Euro liegen. Das erfuhren Prignitzer Wirtschaftsvertreter bei einem Unternehmergespräch mit Landrat Torsten Uhe im Krankenhaus.

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Die Teilnehmer am Unternehmergespräch sahen sich in der Hubschrauber-Rettungswache am Kreiskrankenhaus Perleberg um.

Quelle: Andreas König

Perleberg. Wie stellt sich das Kreiskrankenhaus Prignitz dem demografischen Wandel, wie sichert es seinen Berufsnachwuchs? Solche Fragen standen im Mittelpunkt des Unternehmergesprächs, zu dem Landrat Torsten Uhe in die Perleberger Gesundheitseinrichtung eingeladen hatte.

Einrichtung trotz dem demografischen Wandel

Ein knappes Dutzend Unternehmer nutzte die Gelegenheit, sich über das Kreiskrankenhaus zu informieren. „Wir sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen“, berichtete Geschäftsführer Karsten Krüger. Lag der Umsatz im Jahr 2011 noch bei 45 Millionen Euro stieg er bis zum vergangene Jahr auf 54 Millionen und dürfte zum Jahresende bei 58 Millionen Euro liegen. „Damit konnten wir uns trotz des demografischen Wandels und der Entwicklungen im Gesundheitswesen am Markt behaupten und wachsen“, sagte der Geschäftsführer.

400 Betten, zwölf Kliniken

Das Haus verfügt über annähernd 400 Betten in zwölf Kliniken, wobei die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik mit ihren 65 Plätzen die größte Klinik darstellt. Jüngste Errungenschaft ist die Klinik für Geriatrie, also die speziell an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasste Heilkunde.

Geburtenzahl ist gestiegen

Aber auch für die jungen und jüngsten Patienten engagiere man sich, „Das ist ja ein Bereich, den viele Krankenhäuser, vor allem privat betriebene aufgeben“, sagte Karsten Krüger. Trotz der relativ geringen Fallzahlen von etwa 300 Geburten im Jahr halte man an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe fest, zumal „wir in diesem Jahr einen Zuwachs auf etwa 360 Geburten erwarten“, so Karsten Krüger. Die häufig geäußerte Vermutung, dass dieses Wachstum auf die Flüchtlinge zurückgehe, träfe nicht zu. „Es werden bei uns wieder mehr Kinder geboren“, freute sich der Geschäftsführer.

Mehr ambulante Patienten als stationäre

Doch nicht alle Menschen, denen von der Unternehmensgruppe geholfen wird, müssen das Bett hüten. „Der größere Teil unsere Patienten wird ambulant versorgt“, sagte Karsten Krüger. Fast die Hälfte der Patienten, 14 790 zum Ende des vergangenen Jahres, wird in den Ambulanzsprechstunden am Krankenhaus selbst oder im Gesundheitszentrum in Wittenberge betreut. Die Entwicklung der letztgenannten Einrichtung sei äußerst erfolgreich verlaufen.

Hautarzt sorgt für enormen Zulauf

„Seit wir einen Hautarzt haben, sind die Patientenzahlen geradezu explodiert“, informierte der Geschäftsführer die Besucher. Verzeichnete das Gesundheitszentrum in Wittenberge im Jahr 2011 noch 9055 Patienten, stieg diese Zahl zum Jahresende 2015 auf mehr als das Doppelte. 18 798 Menschen ließen sich in Wittenberge behandeln. Auch die Ansiedlung eines Kinderarztes in Pritzwalk wäre ohne die Bemühungen des Kreiskrankenhauses nicht möglich gewesen.

Stipendien und Darlehen für Nachwuchsgewinnung

Der Nachwuchsgewinnung misst das Kreiskrankenhaus einen großen Stellenwert bei. Allein die unternehmenseigene Schule für Gesundheitsberufe mit ihren 98 Plätzen trägt dazu bei, dass dem Krankenhaus die Pflegekräfte nicht ausgehen. Landrat Torsten Uhe wollte wissen, wie das Unternehmen dem Ärztemangel begegnet. „Wir haben zwei Förderprogramme“, erläuterte der Geschäftsführer. Zum einen gebe es eine Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Studenten, die sich verpflichten, Teile ihrer Facharztausbildung am Kreiskrankenhaus zu absolvieren, gewährt das Unternehmen ein zinsgünstiges Darlehen. Zweite Säule ist das Prignitz-Stipendium. Es richte sich vor allem an junge Leute „die hier bleiben wollen oder in ihre Heimat zurückkehren“, sagte Karsten Krüger. Auf das Thema ausländischer Ärzte angesprochen, sagte Karsten Krüger, dass deren fachliche Eignung hervorragend sei, die Sprachkenntnisse allerdings verbesserungswürdig sind.

Regionale Produkte in der Krankenhausküche

Beim Rundgang durch das Haus lernten die Besucher den Heizungskeller kennen, der mit Blockheizkraftwerk und ausgeklügelter Elektronik für angenehme Temperaturen und warmes Wasser sorgt. In der Küche arbeitet das Team von Chef Volker Pagel „viel mit regionalen Produkten“, wie der Koch den Gästen versicherte. Inzwischen habe man auch das Problem in den Griff bekommen, den Patienten heiße Speisen anbieten zu können. „Für Geburtstagskinder haben wir uns etwas besonderes einfallen lassen, einen eigene Fruchtaufstrich“, sagte der Koch.

Krankenhaus leistet sich ein eigenes Labor

Das Kreiskrankenhaus verfügt als eine der wenigen Einrichtungen dieser Größe über ein eigenes Labor. Stolz stellte Leiterin Liane Witte die Möglichkeiten vor. Nicht direkt zum Krankenhaus aber eng mit ihm verbunden ist der Rettungshubschrauber Christopher 39, der auf dem Gelände stationiert ist. Im Umkreis von 70 Kilometern, berichtete Jana List, die stellvertretende leitend Hubschrauberärztin, breche man zur Rettung oder zum eiligen Transport von Patienten auf. „Ich hätte mir gewünscht, dass noch mehr Unternehmer das sehen“, sagte Dietmar Gornig vom Meyenburger Möbelwerk abschließend respektvoll.

Von Andreas König

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