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Prignitz Kreislauf mit Broiler
Lokales Prignitz Kreislauf mit Broiler
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09:54 22.10.2013
Rainer Rohwedder ist eigentlich Ackerbauer. Doch Federvieh wie diese Enten gehören seit langem zum Hof. Quelle: Claudia Bihler
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Hasenwinkel

Eigentlich ist Rainer Rohwedder Ackerbauer. Doch Federvieh gehört schon lange zu dem Hof im Pritzwalker Ortsteil Hasenwinkel: Freilaufende Hühner waren es früher, zurzeit schnattern 300 Enten durcheinander, die sich rund um einen kleinen Tümpel scharen.Ab März dreht sich dagegen in Hasenwinkel wieder alles um die Hühner - genauer: um Broiler. Dann nämlich soll die Mastanlage eröffnen, deren Baubeginn vor einigen Wochen war, und für die jetzt der Hochbau beginnt. Auf zwei mal 1800 Quadratmetern will Rohwedder künftig je 40000 Hähnchen mästen, die als Eintagsküken von der Erzeugergemeinschaft geliefert werden, der sich Rohwedder angeschlossen hat. Nach dem Mastzyklus, der 35 Tage dauert, werden die dann 1,5 Kilogramm schweren Tiere von der Erzeugergemeinschaft zur Schlachtung wieder abgeholt. Insgesamt sollen die beiden Ställe 7,5Mastperioden pro Jahr ermöglichen, denn nach jeder Periode müssen die Ställe ausgemistet und desinfiziert werden.

Dass Rohwedder allein 1,3 Millionen Euro in diesen ersten Bauabschnitt investiert, hat vor allem einen Grund: Er möchte die Zukunft seines Landwirtschaftsbetriebes auch noch für seinen Sohn sichern und zudem die Kosten für den Ackerbau senken.

Im Gegensatz zu den rein gewerblichen Mastbetrieben, die meist wesentlich größer sind, kann der Hasenwinkler Landwirt das Futter für seine Tiere von den eigenen Feldern holen. Gut 420 Hektar Land bewirtschaftet der Bauer, hauptsächlich mit Weizen und Raps.

Düngemittel muss Rohwedder mit der Mast dann keine mehr kaufen: Der Hühnermist, der als besonders wertvoller Wirtschaftsdünger gilt, wird auf die naheliegenden Felder ausgebracht und macht so den Einsatz von Mineraldünger verzichtbar. Der Mist beinhaltet ausreichende Mengen der wesentlichen Pflanzennährstoffe Stickstoff, Kali und Phosphor. Der Mist, der dann noch übrig bleibt, wird an die PBK Marktfrucht ins benachbarte Schönhagen geliefert, die den Mist dann in ihrer Biogasanlage vergärt.

Während die Gärreste wiederum als Düngemittel dienen, wird mit dem Biogas ein Blockheizkraftwerk befeuert, das nahe der künftigen Mastanlage arbeitet und über eine Pipeline aus Schönhagen versorgt wird. Auch die Abwärme bei der Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk wird wieder genutzt, und zwar in Rohwedders Hähnchenmastanlage. Rohwedder: "Das ist also die perfekte Kreislaufwirtschaft."

Die Planungen laufen nunmehr schon seit fast sechs Jahren, denn der Landwirt errichtet die Anlage an der Grenze zu einem Vogelschutzgebiet. Allein eineinhalb Jahre lang musste das Brutverhalten der dortigen Vogelarten beobachtet werden.
Die lange Dauer hatte für Rohwedder jedoch den Vorteil, dass er das Blockheizkraftwerk in seine Planungen einbeziehen konnte - zuvor hatte die PBK ihre Biogasanlage noch nicht in Betrieb. In der endgültigen Ausbaustufe soll die Anlage dann aus fünf Ställen bestehen, die dann Platz für insgesamt 200000 Hähne bieten - wann auf die endgültige Ausbaustufe erweitert wird, steht jedoch heute noch nicht fest.

Noch vor dem Winter sollen die beiden Rohbauten insoweit stehen, dass über den Winter ausgebaut werden kann. Bereits im März, so hofft Rohwedder, kann die Anlage genutzt werden: "Das ist natürlich auch vom Wetter abhängig." Dann sollen sich auch die Pritzwalker ein Bild von der Anlage machen können - und zwar bei einem Tag der offene Tür.

Von Claudia Bihler

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