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Kreisverbandstag der Angler in Perleberg

Kritik an FFH-Management-Plänen Kreisverbandstag der Angler in Perleberg

Beim Kreisverbandstag der Angler kritisierte Kreisvorsitzender Manfred Ihl die FFH-Managementpläne. Von den acht Planentwürfen, die er eingesehen habe, sei zu sechs in Abstimmung mit den Landesanglerverband Widerspruch vom Kreisverband eingelegt worden. Zugangsverbote zu Gewässern bezeichnete er als nicht hinnehmbar.

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Manfred Ihl (Mitte) auf dem Kreisverbandstag.

Quelle: Foto: Michael Beeskow

Perleberg. Die Pflege der Fischbestände und aller anderen Wasserlebewesen sowie die Pflege der Gewässer bezeichnete Manfred Ihl als die wichtigste Aufgabe der Angler. Beim Kreisverbandstag zeigte der Vorsitzende des Kreisanglerverbandes Perleberg auf, wie die Angelfreunde dieser Aufgabe gerecht werden. Seit 2012 beteiligen sich immer mehr Angelvereine an Arbeitseinstätzen. Im Vorjahr waren es 15 Vereine. Insgesamt beteiligten sich 1229 Angelfreunde und leisteten dabei 3687 gemeinnützig Arbeitsstunden. Bei den Einsätzen wurde Müll eingesammelt, nicht nur der Angler, es wurden aber auch Bäume und Sträucher beschnitten, um eine zu starke Beschattung von Gewässern zu verhindern.

Der Vorsitzende setzte sich in seinem Rechenschaftsbericht kritisch mit Widersprüchen auseinander, „die in unsere Arbeit hineingetragen werden.“ Manfred Ihl wies die Forderung des Nabu zurück, keine Karpfen mehr in Gewässer einzusetzen, da er angeblich kein einheimischer Fisch sei. Karpfen gebe es seit Jahrhunderten in unseren Breiten, sagte Manfred Ihl.

„Wir halten uns an unbedenkliche Besatzmengen“, führte der Vorsitzende weiter aus. Schleie, Aal und Karpfen würden eingesetzt, Zander nur im Rudower See. Einen Hechtbesatz bezeichnete er als Schwachsinn, da sich die Fische gegenseitig auffressen. Seit 25 Jahren gebe es daher keinen Hechtbesatz mehr. „Ich frage, wie kommt man zu solchen Behauptungen“, erklärte der Vorsitzende.

Als ein Fortschritt bezeichnete er, dass die Angler seit 2013 im Kuratorium des Biosphärenreservates vertreten sind. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“ Die FFH-Managementpläne bezeichnete Manfred Ihl als eine „harte Belastungsprobe“. Umweltplanungsbüros würden der „Angelfischerei umweltschädigende Auswirkungen“ vorgeworfen, woraus Einschränkungen und sogar Verbote abgeleitet werden sollen. Wie Manfred Ihl berichtete, habe er bisher in acht dieser Managementplanentwürfe eingesehen. Gegen sechs sei in Abstimmung mit dem Landesanglerverband Widerspruch eingelegt worden. Sollte der Zugang zu Gewässern untersagt werden, werde der Kreisanglerverband das nicht hinnehmen. „Offensiv, mit allen uns zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln werden wir dagegen vorgehen“, sagte Manfred Ihl.

Lobend erwähnte Manfred Ihl den Angelverein Lenzen, durch dessen Einsatz es gelungen sei, den Rudower See nach eineinjährigem zähen Ringen mit der Stadt, bis 2030 anzupachten. Auch für den Badesee in Breese konnte ein Pachtvertrag geschlossen werden. Letztlich sei es doch gelungen, mit dem Breeser Angelverein einen gemeinsamen Weg zu finden.

Wie Monika Wulff von der Unteren Fischereibehörde im Landkreis berichtet, konnte jetzt auch ein Pachtvertrag über den Nedwighafen in Wittenberge abgeschlossen und damit ein jahrelanger Streit beigelegt werden.

Der Kreisangelverband verzeichnet eine wachsende Mitgliederzahl bei Erwachsenen mit ­nunmehr über 1900. Auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen stieg auf 271.

Von Michael Beeskow

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