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Prignitz Krempendorf begeht 770-jähriges Bestehen
Lokales Prignitz Krempendorf begeht 770-jähriges Bestehen
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00:18 13.03.2016
Die Krempendorfer Feuerwehr um 1920. Erst zehn Jahre zuvor hatte sich die Truppe gegründet. Quelle: Privat
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Krempendorf

Als „Crempendorf“ wurde der heutige Ortsteil der Gemeinde Marienfließ (Amt Meyenburg) im Jahre 1246 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 770 Jahre ist das her. Das soll auch gefeiert werden – allerdings erst im September, wie Ortsbürgermeister Wolfgang Handke erzählt. Entstanden ist der Ort wohl im Zuge der Gründung des Kloster Stiftes Marienfließ im Nachbardorf Stepenitz, das mit Jännersdorf und Krempendorf ebenfalls das 770-jährige Bestehen feiert.

Schriftlich erfasst wurde Krempendorf in einer Schenkungsurkunde, die dokumentiert, dass Johann Gans der Ältere und der Jüngere dem Cisterzienser-Jungfrauen-Kloster zu Marienfließ „das Dorf Gandersdorf sowie drei Hufen Land im Dorfe Stepenitz und drei Hufen Land im Dorfe Krempendorf” schenkten. Mit solchen Schenkungen kauften meist reiche Adelsfamilien ihre Töchter in das Kloster ein, sie waren eine Art Mitgift. Krempendorf gelangte 1259 vollständig in die Hände des Klosters Marienfließ – und blieb es fast 600 Jahre lang.

Eins ein schwer passierbarer Feldweg

Erst mit den Stein-Hardenbergischen Reformen wurden die Krempendorfer aus der klösterlichen Abhängigkeit entlassen. Das ist in einer Akte vom 28. August 1816 genau geregelt. Die Bauern mussten teuer dafür bezahlen. Diese Abgaben kamen unter anderem der Schule zu Krempendorf zugute. Ein Lehrer für Krempendorf wurde erstmals 1719 erwähnt: Nicolauß Wolgart. Bis zum II. Weltkrieg gab es immer einen Lehrer im Dorf. Danach wurde die Schule geschlossen. Im Jahr 1898 wurden im Ort petroleumbetriebene Straßenlaternen installiert. Die heutige Chaussee nach Meyenburg war zu dieser Zeit ein schwer passierbarer Feldweg. Auch deshalb war der Kreistagsbeschluss von 1906 zum Bau einer Chaussee von Meyenburg über Krempendorf, Stepenitz, Jännersdorf und Redlin bis an die Landesgrenze historisch zu nennen.

Ungewöhnlich viele Tischlereien im Ort

Sie kostete 325 000 Mark. Die Dörfer hatten große Mühe, ihren Anteil aufzubringen. Erst ein Zuschuss aus dem Wegebaufonds des Kreises Ostprignitz machte das Projekt möglich. Im Frühjahr 1910 wurde mit dem Bau begonnen. Bis 1939 zahlten die Dörfer ihren Anteil ab. Die Strecke von Krempendorf nach Meyenburg wurde 1927 für 37 000 Mark erstmals geteert. Landrat von Winterfeld, der sich seinerzeit vehement für die Chaussee eingesetzt hatte, ist 1910 in Krempendorf ein Gedenkstein gesetzt worden. Eine Feuerwehr gründete sich im Jahr 1910 in Krempendorf. Zudem gibt es dort ungewöhnlich viele Tischlereien im Ort.

Der Solarpark Krempendorf wurde 2014 eröffnet. Quelle: Parabel

Auf der Gemarkung Krempendorf baute die Firma Parabel – einige Jahre nach dem Solarpark Jännersdorf – im „Solar Cluster Marienfließ“ 2014 der Solarpark Krempendorf, der allerdings in erheblich abgespeckter Form gegenüber den ursprünglichen Plänen ans Netz ging. Insgesamt liefern hier Solaranlagen auf knapp 60 Hektar Fläche rund 34 Megawatt Strom. Zusammen mit dem Schwesterprojekt entstand hier eine der größten Solarflächen in Deutschland. Der 2013 gegründete Feuerwehr- und Sportverein Krempendorf/Krempendorfer Comedy bekommt von der Betreiberfirma einen Zuschuss.

2002 schloss sich Krempendorf mit Stepenitz, Jännersdorf und Frehne zur Gemeinde Marienfließ im Amt Meyenburg zusammen.

Von Beate Vogel

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