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Krempendorfer gegen Windparkausweisung

120 Statements gesammelt Krempendorfer gegen Windparkausweisung

Das Ehepaar Marita und Winfried Sauer aus Krempendorf sammelte in den letzten Augusttagen 120 Einwände gegen den Regionalplan für die Windeignungsgebiete. Zwischen Krempendorf und Mecklenburg sollen 412 Hektar ausgewiesen werden. Am Montag gaben sie die Statements ab.

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Quelle: Peter Geisler

Krempendorf. Zum Schluss kam es noch mal ganz dick: Am Donnerstag, Freitag und Montag trudelten bei der Geschäftsstelle der Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel in Neuruppin jeweils mehrere hundert Stellungnahmen ein – Statements zum bei Bürgerinitiativen umstrittenen Entwurf des neuen Regionalplanes, der das Aufstellen von Windrädern in Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel regeln soll. 35 Eignungsgebiete sind in dem Papier ausgewiesen, davon 14 neue.

Das Ehepaar Marita und Winfried Sauer aus Krempendorf (Amt Meyenburg) ist auch am Montag nach Neuruppin gefahren. „Wir haben gut 120 Einwände von Bürgern aus Marienfließ und Meyenburg abgegeben“, berichtet Marita Sauer.

Diese hatte sie mit ihrem Mann in den letzten Tagen im August gesammelt, war von Tür zu Tür gegangen. Jeder Bürger hatte in einem Vordruck seine ganz persönlichen Einwände notiert. „Wir müssen jetzt etwas tun“, sagt Winfried Sauer. „Dann kann man wenigstens sagen, man hat es versucht“, meint seine Frau.

412 Hektar groß soll das Windeignungsgebiet im Norden von Krempendorf sein, erklärt Marita Sauer. „Vorher war es sogar noch größer.“ Zwischen 30 und 40 Anlagen könnten entstehen, jede gut 200 Meter hoch. Und das, obwohl die Fläche sogar reduziert worden war, weil Krempendorf sonst komplett von Windrädern umzingelt wäre. Erfahren haben die Sauers von der Ausweisung nur, weil sie selbst ein Stück Wald in dem Gebiet haben und Investoren auf sie zukamen. „Aber wir wollen das nicht“, betont Marita Sauer.

Zufrieden ist die 61-Jährige deswegen noch lange nicht. Allein, dass die Fläche direkt an das von der Europäischen Union geförderte Flora-Fauna-Habitat Marienfließ grenzt, in dem seltene Arten wie Wiedehopf und Ziegenmelker leben, halten die Sauers für absurd. Auch die Heide auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ist ein Naturschutzgebiet.

Die Fläche liegt zudem direkt an der mecklenburgischen Landesgrenze, wo ebenfalls ein Eignungsgebiet in der Gemeinde Wendisch-Priborn ausgewiesen ist. Dort war der Bau von rund 20 Anlagen geplant, der allerdings erst einmal auf Eis liegt. Die Mecklenburger setzen auf das Einvernehmen mit der Gemeinde, das es aber nicht gab. „Es gibt aber keinerlei Abstimmung mit dem Nachbarland“, kritisiert Marita Sauer.

Problematisch finden die Sauers auch den geplanten Abstand zwischen den Windparks, der bei fünf Kilometern liegen soll: „Bei bestehenden Anlagen tun sie so, als ob es die nicht gibt.“ Um Frehne stehen bereits 27 Windräder, bei Jännersdorf etwa 40. „Und dort sind noch einmal 217 Hektar als Eignungsgebiet vorgesehen“, so die 61-Jährige. Beide Windparks sind keine fünf Kilometer entfernt. Immerhin haben die Sauers bereits zwei Erfolge erzielt: Einmal eben die Verkleinerung des Gebietes und außerdem haben sie ein Repowering der Windräder rund um Frehne verhindert.

Bereits jetzt ist klar, dass bei der Regionalen Planungsgemeinschaft in Neuruppin noch weitere Stellungnahmen ankommen. Einige Kommunen und Landesverwaltungen haben um eine Fristverlängerung gebeten. Für das Prüfen, Bewerten und Diskutieren der Stellungnahmen ist ein knappes Jahr vorgesehen.

Von Beate Vogel

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