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Krempendorfer unterstützen Volksbegehren

Ehepaar Sauer ist gegen Windräder im Wald Krempendorfer unterstützen Volksbegehren

Sehr engagiert rühren Marita und Winfried Sauer aus Krempendorf die Werbetrommel, damit möglichst viele Bürger mit ihrer Unterschrift am Volksbegehren gegen Windräder im Wald teilnehmen. Den Krempendorfern droht – sollte der Regionaplanentwurf beschlossen werden – die Umzingelung durch die Anlagen.

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Marita und Winfried Sauer wollen keine weiteren Windräder, vor allem nicht im Wald.

Quelle: Beate Vogel

Krempendorf, Manche reagieren schon mit Verdrossenheit. Von den Windrädern um sie herum fühlen sich Marita und Winfried Sauer mittlerweile extrem belästigt. „Wir hören die Windräder“, sagen sie. Das Ehepaar aus Krempendorf (Amt Meyenburg) befürchtet, dass ihr Wohnort mit der Ausweisung des neuen Windeignungsgebietes Meyenburg-Krempendorf von Windkraftanlagen umzingelt wird.

Und dass zum Beispiel Abstandsregelungen im Grenzgebiet zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nicht gelten sollen (die MAZ berichtete), ist für sie nicht nachvollziehbar: „Das kann nicht sein“, sagt Marita Sauer. Nicht zuletzt deshalb wollen sich die beiden Krempendorfer jetzt für möglichst viele Unterschriften für das Volksbegehren gegen Windräder stark machen. Dafür gehen sie unter anderem in Krempendorf, Stepenitz, Jännersdorf und Frehne von Haus zu Haus – auch in Meyenburg.

Wie läuft das Volksbegehren ab?

Das Bündnis „Rettet Brandenburg“ fordert im Volksbegehren schärfere Auflagen bei der Errichtung neuer Windkraftanlagen. Bis zum 6. Juli müssen 80 000 Unterschriften zusammenkommen, damit sich der Landtag noch einmal mit den Forderungen beschäftigt. Auf der Liste stehen ein größerer Mindestabstand zu Wohnhäusern und keine Windräder im Wald.

Die Unterlagen liegen in den Verwaltungen der Kommunen aus, zum Beispiel in der Amtsverwaltung Meyenburg. Dort können sich Bürger ab 16 Jahren in die Listen eintragen. Möglich ist auch die Teilnahme mit einem Eintragungsschein per Brief.

Erst am vergangenen Freitag waren die Sauers in einer Einwohnerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Wendisch Priborn, wo die Bürger über die geplante Ausweisung des Windeignungsgebietes und den so genannten Potenzialsuchraum für Windkraft in der Gemeinde Ganzlin informiert wurden. Das Gebiet grenzt direkt an die Gemarkungen Krempendorf und Meyenburg „Es war knüppeldickevoll“, berichtet Winfried Sauer. Die beiden Brandenburger berichteten, wie sie an die Einwände gegen die Planungen im Entwurf für den Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ in der Prignitz herangegangen waren. „Man hat den Eindruck, es wird über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden“, ärgert sich Marita Sauer. Die beiden wollen nun so viele Bürger wie möglich dazu bewegen, etwas zu tun.

 

„Wir sind aber nicht generell gegen Windräder, sondern gegen die im Wald“, betont Winfried Sauer. Die könnten direkt hinter Krempendorf errichtet werden, wenn dem Regionaplanentwurf zugestimmt wird. Deshalb werben die Sauers für die Beteiligung der Bürger am aktuellen Volksbegehren. Marita Sauer hat den Eindruck, dass die Belange der Bürger in anderen Bundesländern stärker berücksichtigt werden – etwa in Bayern: „Bei uns dagegen werden sie heruntergespielt.“

Nun haben sich die Sauers die Unterschriftenlisten zum Volksbegehren aus dem Internet heruntergeladen, das das Bündnis „Rettet Brandenburg“ gestartet hat. Unterstützung bekommen sie dabei von vielen Geschäftsleuten aus Meyenburg, die die Infomaterialien und Unterschriftenlisten auslegen. Die Bürger bekommen dazu Briefwahlunterlagen und einen Freiumschlag. Demnächst wollen die Krempendorfer Plakate aufhängen. Bei manchem Bürger habe Marita Sauer indessen eine gewisse „Verdrossenheit“ wahrgenommen: „Sie sagen, da kann man sowieso nichts machen.“

Das Ehepaar Sauer steht in direktem Austausch mit anderen Initiativen gegen Windräder im Wald, etwa der in Bölzke bei Pritz­walk oder Temnitztal (OPR). „Allein schafft man das nicht, da zählt jede Stimme“, meint Marita Sauer. Zudem können die Initiativen gegenseitig von ihren Erkenntnissen profitieren.

Von Beate Vogel

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