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Prignitz Krimis aus Krempendorf
Lokales Prignitz Krimis aus Krempendorf
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00:19 02.09.2017
Anja Feldhorst findet im beschaulichen Krempendorf die Ruhe, Krimis und Kurzgeschichten zu schreiben. Quelle: Beate Vogel
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Krempendorf

Mit dem Schreiben von Krimis hat Anja Feldhorst angefangen, als sie damals ihre Chefin ermorden wollte. „Da man als Angestellter wenig Möglichkeiten hat, habe ich an einem Mordplan geschrieben.“ Der Mordplan sei aber nie fertig, geschweige denn umgesetzt worden. „Da ging es mehr so um die Seelenreinigung“, sagt die 52-Jährige und schmunzelt. Wenig später habe sie sich selbstständig gemacht. Inzwischen verfasst sie im idyllischen Krempendorf (Amt Meyenburg) Kriminalgeschichten, Fantasyromane oder Kurzgeschichten, wenn sie zwischen ihren Aufträgen als selbstständige Lektorin Zeit dafür hat.

Anja Feldhorst schreibt sehr plastisch – und immer mit Augenzwinkern. „Ich schreibe, seit ich schreiben kann“, erzählt sie. Freilich seien ihre ersten Geschichten der Nachwelt nicht erhalten geblieben. Die nötige Ruhe findet die Autorin im beschaulichen Krempendorf. „Ich finde es hier total schön“, sagt sie nach mehr als 20 Jahren Leben in Berlin. „Die Brandenburger sind einfach nett.“

Nicht so der Thriller-Typ

Krimis gelesen habe sie schon immer. „Ich bin aber nicht so der Thriller-Typ. Ich schreibe eher heitere Sachen“, sagt die Krimiautorin und verweist auf eine lose Reihe um Tiffany und ihre Oma Krawutke. Mal macht der Krawutke-Clan Tropical Islands unsicher, mal ist Tiffany einem Heiratsschwindler auf den Fersen, der ihre Oma anbaggert. Mal trifft Tiffany ihr Idol aus ihrer Lieblingsserie „Schlachthof des Schicksals“ und muss eine Entführung aufklären, mal geht es um die höllische Konkurrenz in der Theatertruppe einer Seniorenresidenz. Viele der Kurzgeschichten spielen in Berlin, andere in Brandenburg.

Anschaulich schildert Anja Feldhorst die Szenen. Was harter Tobak ist, wenn der Leser schwache Nerven hat. Etwa wenn sie in „Teufels Genossen“, einem Berlin-Krimi aus dem Jahr 2008, in allen Einzelheiten den Zustand einer weiblichen Leiche beschreibt. „Die Krawutkes zum Beispiel werden aber eher so in Fälle wie Entführung, Raub oder Schmuggel verwickelt.“

Romane und Kurzgeschichten

Anja Feldhorst wurde 1965 im Saarland im Auto geboren – auf dem Weg zum Saarbrücker Krankenhaus. Im Alter von einem Jahr zog sie mit ihrer Familie nach Aachen in der Voreifel.

Nach dem Schulabschluss 1984 zog Anja Feldhorst nach Berlin, wo sie Politologie, Psychologie, evangelische Theologie und Erziehungswissenschaften an der Freien Universität und an der Technischen Universität studierte. Während und nach dem Studium arbeitete sie einige Jahre im Gesundheitswesen an verschiedenen Projekten, unter anderem bei der Deutschen Aids-Hilfe.

Veröffentlicht hat die Autorin acht Kurzgeschichten, einen Roman und ein E-Book mit drei mörderischen Kurzkrimis. 2001/02 wurde sie auf der Krimistoffbörse des „Tatorts Eifel“ ausgezeichnet, ist außerdem Preisträgerin des Tagesspiegel-Erzählwettbewerbs 2005. Sie ist Mitglied im Verein Mörderische Schwestern und dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Die heute 52-Jährige arbeitet seit 1997 als Lektorin für Sach- und Fachbücher, Dissertationen und Artikel für Fachzeitschriften. Zudem schreibt sie Krimis und gibt Kurse für kreatives Schreiben.

2013 zog Anja Feldhorst in die Prignitz – und hat es keine Minute bereut. Hier lebt sie in Krempendorf.

Anja Feldhorst ist heute selbst Dozentin für kreatives Schreiben. Das Wichtigste für einen guten Krimi ist der Plot, sagt sie. „Das beginnt damit, dass ich mir Notizen mache.“ Überall hängen dann jede Menge Zettel. Aus den Fragmenten versuche sie, die Geschichte zu machen. Ein Autor müsse schon grob wissen, was passiert – Täter, Opfer, Motiv. Anja Feldhorst arbeitet mit Organigrammen. „Wenn mein Arbeitszimmer mal fertig ist, wird es ein großes Whiteboard geben, auf dem sich die Grundidee wiederfindet.“

Drumherum finden die vielen kleinen, liebevoll ausgeschmückten und gut recherchierten Details ihren Platz. „Ich lasse mich da gern inspirieren, wenn es um die Figuren geht.“ Den Namen Krawutke zum Beispiel hat Anja Feld im echten Leben aufgeschnappt. „Manche Dinge aus der realen Welt würde einem keiner glauben, wenn man sie aufschreibt“, so ihre Erfahrungen.

Mitglied der „Mörderischen Schwestern“

Viel gelernt hat sie bei einem Kurs im Krimischreiben. Über die Dozentin sei Anja Feldhorst zum Verein „Mörderische Schwestern“ gekommen, für den sie nun die Mitgliederverwaltung macht. Der Gruppe gehören 517 Krimiautorinnen im deutschsprachigen Raum an. „Unser Ziel ist die Förderung von Frauenkrimis“, sagt Anja Feldhorst. Die fänden in der Gesellschaft weniger Beachtung als die männlicher Autoren. Unterstützt werden angehende Krimischreiberinnen bei der Bewerbung bei Verlagen, mit einem Arbeitsstipendium oder dem Mentorinnen-Programm, bei dem erfahrene Schriftstellerinnen den Anfängerinnen helfen. Bücher zu veröffentlichen, sei schwieriger geworden, so Anja Feldhorst: „Unbekannte Debüts werden oft erst mal als E-Book herausgegeben. Wenn sich das verkauft, schieben die Verlage eine Printausgabe nach.“

Anja Feldhorst schreibt derzeit an einem Berlin-Krimi, bereitet die Veröffentlichung eines Jugend-Fantasy-Romans vor und hat angefangen, Ideen für einen Prignitz-Krimi zu sammeln. „Ich weiß schon, dass darin ein Bauernhof vorkommen wird, ein Lateinlehrer und eine Leiche, die genau auf der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg liegt.“

Die „Mörderischen Schwestern“ sind zu finden über www.moerderische-schwestern.eu.

Von Beate Vogel

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