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Kritik am Nahversorgungskonzept

Pritzwalk Kritik am Nahversorgungskonzept

Veraltet, mit fehlerbehaftet und von geringer Ortskenntnis geprägt: Das Nahversorgungskonzept der Stadt Pritzwalk stieß auf breite Kritik. Vor allem Christa Pfeiffer (Freie Wähler) ließ kein gutes Haar an dem Dokument. Dennoch beschlossen es die Stadtverordneten. Sie wollen damit vor allem die Ansiedlung des Rewe-Marktes absichern.

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Der Abriss des Möbelmarktes für den Rewe-Neubau ist schon weit fortgeschritten

Quelle: Andreas König

Pritzwalk. Unzureichend, veraltet und ungenau – so schätzen die Pritzwalker Stadtverordneten das Nahversorgungskonzept ein, das von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung entwickelt wurde. Christa Pfeiffer (Freie Wähler) monierte, dass die Verfasser auf weitgehend veraltete Daten zurückgegriffen hätten.

Daten stammen weitgehend aus dem Jahr 2010

„Es wurden weitgehend Daten aus dem Jahr 2010 verwendet“, sagte die Sprecherin der Initiativgruppe Innenstadt. Zudem würde die Qualität der bestehende Geschäfte teilweise in herabwürdigender Form analysiert. „Die Zahlen waren schon im Jahr 2010 nicht korrekt“,sagte Christa Pfeiffer. „Wenn man die dann in das Jahr 2017 überträgt, ist ja klar, dass die Zahlen noch mehr von der Realität überholt sind.“ Falsche Straßennamen, nicht fundierte Prognosen und fragwürdige Annahmen verfestigten den Eindruck, dass es sich bei dem Konzept lediglich um ein Auftragswerk gehandelt habe, dessen Ziel es sei, den Neubau von Rewe sowie Aldi und Edeka zu rechtfertigen.

Grundsatzentscheidung für die Ansiedlung von Rewe

„Sicher ist das Konzept mangelhaft, aber wir sollten es vielleicht auch nicht zu hoch hängen“, entgegnete Hartmut Winkelmann (Linke). „Es geht um ein Grundsatzentscheidung für Rewe.“ Nach der Einschätzung der Industrie- und Handelskammer, die das Neubauvorhaben des Kölner Einzelhandelskonzerns in Pritzwalk kritisiert hatte, sei es notwendig gewesen, sich zu dem Vorhaben zu bekennen.

Aktualität ist „auftragsgemäß“ gering

Auf die Frage, wer das Konzept in Auftrag gegeben habe, das als Fortschreibung eines gemeinsam mit Wittstock entwickelten Einzelhandelskonzeptes aus dem Jahr 2010 vorgelegt wurde, sagte Bürgermeiste Wolfgang Brockmann „das wird wohl die Stadt gewesen sein“ Die wenig aktuelle Datenlage haben übrigens auch die Verfasser erkannt. Allerdings sei das eine Vorgabe gewesen: „Auftragsgemäß wurde die zum Zweck der Untersuchung keine Aktualisierung der aperiodischen Bedarfsangebote vorgenommen“, heißt es in dem Dokument.

Abriss des Möbelmarktes schon weit fortgeschritten

Trotz der Bedenken stimmten die Stadtverordneten dem Konzept zu. Es gilt als Willensbekundung für den geplanten Bau des Rewe-Marktes in der Bergstraße. Der Abriss des einstigen Möbelmarktes auf der Fläche ist bereits weit fortgeschritten. Nach Aussage des Rewe-Konzerns soll der Bau des 1700 Quadratmeter großen Marktes Mitte des Jahres beginnen. Die Eröffnung ist für Ende dieses/Anfang nächsten Jahres geplant. Wegen der zu erwartenden Lärmbelastung ist das Ende der Lieferzeiten auf 21.30 Uhr festgelegt worden, Rewe würde gern bis 22 Uhr öffnen.

Von Andreas König

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