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Kritik am neuen Fahrplan für die Prignitz

Gerdshagener fürchten Dörfersterben Kritik am neuen Fahrplan für die Prignitz

Der Busverkehr in der Fläche wird mit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplans ab 1. August reduziert. Dazu gehört, dass der Rufbus nicht mehr in Dörfer unter 150 Einwohner fährt und manche Linien gar nicht mehr bedient werden. Die Gerdshagener befürchten, dass das zu einem weiteren Dörfersterben führt.

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In Felsenhagen bei Preddöhl fährt wegen zu geringer Fahrgastzahlen schon seit Jahren kein Bus mehr.

Quelle: Beate Vogel

Gerdshagen/ Meyenburg. Die Verkehrsinfrastruktur in der Prignitz nimmt mit dem Fahrplan ab 1. August ab. So werden Dörfer unter 150 Einwohner vom Rufbus nicht mehr angefahren und manche Buslinie wird komplett eingestellt (die MAZ berichtete). „Das wird zu einem weiteren Dörfersterben führen“, befürchtet der Gerdshagener Gemeindevertreter Matthias Werger (Kreisbauernverband). Heike Zellmer (SPD-Freie Wähler) sieht die Reduzierung bereits jetzt als Folgeerscheinung der sinkenden Einwohnerzahlen, „weil zu wenig Fahrgäste da sind“.

Die Gerdshagener diskutierten in ihrer jüngsten Sitzung über die Einschränkungen. Meyenburgs Amtsdirektor Matthias Habermann hatte kurz erläutert, welche Änderungen mit der Übernahme des Nahverkehrs (ÖPNV) in der Prignitz durch die Arge Prignitzbus auf die Kommunen zukommen. „Es ist so, dass Orte unter 150 Einwohnern nicht mehr angefahren werden, außer, es wohnen Schüler dort.“ In den Ferien fahre dort kein Bus.

Keine Chance für ältere Menschen

Gerdshagen kommt noch gut weg, meinte Habermann. Hier liegt die Hauptverkehrsachse Meyenburg-Pritzwalk. „Alle Gemeindeteile werden durch den Schülerverkehr bedient“, erklärte er. In den Ferien werde es in Struck und Rapshagen aber keinen Busverkehr geben. „Für ältere Bürger besteht also dann keine Chance, wegzukommen“, versicherte sich der Rapshagener Markus Brücker.

Der neue Rufbus fährt laut Habermann nur noch zu festen Zeiten. Vor allem in Kümmernitztal gebe es einige Orte, wo in den Ferien nichts mehr fährt, sagte Habermann. „Wir sind aber nun mal eine ländliche Region und von der Abwanderung betroffen“, merkte er an. Und wenn ältere Menschen vor der Entscheidung stehen, ob sie herziehen sollen oder nicht, sei der ÖPNV ein entscheidender Faktor. Auch die Ortsteile der Gemeinde Marienfließ seien ein Problem.

Kein Geld für mehr Service

Die Meyenburger Abgeordneten hatten bereits vor einigen Wochen über den ÖPNV diskutiert. Hier war zunächst geplant gewesen, dass der Schulbus nicht mehr an der Schule, sondern am Bahnhof hält. Das hätte für die Grundschüler bedeutet, dass sie über die stark befahrene B 103 laufen müssen. Nun soll der Schulbus doch an der Schule halten – so, dass die Kinder eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn da sind. „Da ist uns das Busunternehmen entgegen gekommen“, berichtete Habermann. Die Buslinie nach Parchim indessen wurde nicht mehr ausgeschrieben. Die Amtsverwaltung, die Kreisverwaltung und der Betreiber sind laut Habermann weiter im Gespräch. „Es sind noch einige Punkte offen, die aus unserer Sicht geändert werden müssen“, erklärte er.

Den Nahverkehrsplan hat der Kreistag so beschlossen, hatte Andreas Much, der für den Nahverkehr zuständige Sachbereichsleiter, gegenüber der MAZ erklärt. „Ob die Kreistagsabgeordneten sich aber im Klaren über die Folgen waren, ist fraglich“, so Habermann. Gerdshagens Bürgermeister Robert Gemmel erklärte, dass der ÖPNV aus öffentlichen Geldern finanziert wird. „Das Busunternehmen arbeitet mit dem Geld, was ihm zur Verfügung steht.“ Da werde nach bestimmten Kriterien entschieden, „die werden in der Fläche nie erreicht“. Seiner Ansicht nach konnten die Kreistagsabgeordneten nicht wissen, wie die Auswirkungen sind.

Von Beate Vogel

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