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Kritik an Gumtows Wassergeld

Erhöhung erscheint ungerecht Kritik an Gumtows Wassergeld

Der Schrepkower Uwe Zimmermann findet die seit fast einem Jahr praktizierte Gebührenerhöhung beim Wasser und Abwasser in der Gemeinde Gumtow ungerecht. Kleinere Haushalte würden dadurch benachteiligt, sagte er.

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Die Kläranlage in Gumtow ist konstant zu 96 Prozent ausgelastet.

Quelle: Sandra Bels

Gumtow. Was beim Wasser- und Abwasserverband „Dosse“ zum Jahresanfang 2016 geschehen soll, ist in der Gemeinde Gumtow bereits vor fast einem Jahr passiert. Die Grundgebühren für Trink- und Abwasser wurden erhöht, und zwar zum 1. Januar 2015. Damit war Uwe Zimmermann aus Schrepkow schon damals nicht einverstanden. Angesichts der nun aktuellen Diskussion im Altkreis Kyritz über eine Gebührenerhöhung und der Tatsache, dass die Gemeindevertreter von Gumtow bei ihrer nächsten Sitzung den Wirtschaftsplan des kommunalen Dienstleistungsbetriebes für 2016 auf der Tagesordnung haben, stellt er erneut einige Fragen zur Situation in der Gemeinde Gumtow. Dort ist der kommunale Dienstleistungsbetrieb für das Liefern und Abrechnen von Trink- und Abwasser zuständig.

Zimmermann sagt, dass die Erhöhung der Grundgebühr pro Grundstücksanschluss damals mit der Tendenz sinkender Einwohner- und Verbraucherzahlen begründet worden war. „Das ist für mich durchaus mit einer zwingenden Logik behaftet“, sagt er. Führt dann aber an, dass es in der Begründung weiter heißt, „bei gleichzeitiger unabwendbarer Erhöhung der Aufwendungen der laufenden Geschäftstätigkeit ... ist eine Kostendeckung nicht mehr erreichbar.“ Das hingegen ist für Zimmermann nicht nachvollziehbar. „Dafür muss es andere Lösungen geben als eine Gebührenerhöhung“, sagt er. Auch ein ­kommunaler Dienstleister sei verpflichtet, dem Leistungsprinzip der Gesellschaft nachzukommen. Der Schrepkower vermutet, dass jetzt die seiner Meinung nach überdimensionierten Planungskosten für die viel zu große Kläranlage in Gumtow auf die Bevölkerung umgelegt werden sollen.

Die Kläranlage in Gumtow ist fast komplett ausgelastet

Die MAZ fragte dazu bei der Leiterin des kommunalen Dienstleistungsbetriebes, Gundula Modde, nach. Sie wies den Vorwurf, dass die Anlage überdimensioniert sei, zurück. Die Anlage habe eine Ausbaustufe für maximal 2500 Einwohner, sagt sie. Das bedeutet, 2500 Bewohner können angeschlossen werden. „Die Kläranlage in Gumtow ist derzeit zu 96 Prozent ausgelastet“, so Gundula Modde. Die Zahlen seien konstant. Große Investitionen habe es in der Vergangenheit nicht gegeben und sie würden auch nicht anstehen. Lediglich einige Ersatzinvestitionen seien notwendig, zum Beispiel bei Verschleißteilen. Die Anlage wurde 1992 gebaut.

Die Gebührenerhöhung hat laut Gundula Modde damit aber nichts zu tun gehabt. Sie sei ausschließlich verursacht worden durch die Betriebskosten aller Kläranlagen der Gemeinde Gumtow. Insgesamt gibt es drei. Die zentrale in Gumtow, an die neun Ortslagen angeschlossen sind, sowie zwei kleinere in Kunow und Schönebeck. Dazu würden jeweils noch Abwasserdruckleitungen und Hauptpumpwerke gehören. Der Ort Schrepkow gehöre zudem zwar zur Gemeinde Gumtow, werde aber in Sachen Wasser und Abwasser vom Pritzwalker Verband betreut.

Uwe Zimmermann ist der Meinung, dass die Gebührenerhöhung besonders die kleinen Haushalte mit ein oder zwei Personen trifft, also hauptsächlich der älteren Generation zu schaffen macht, die sowieso schon mit einer schmalen Rente leben müssten. Wer allein ist und noch dazu sparsam Wasser verbraucht, sei gegenüber Familien zum Beispiel benachteiligt. Das bestreitet Gundula Modde auch nicht. Sie betont aber, dass dies ein generelles Problem sei und eine Differenzierung bei der Grundgebühr nicht möglich wäre. Jedoch habe diese Entwicklung nichts mit Investitionen oder zu großen Anlagen zu tun.

Für Uwe Zimmermann hat überdies die Beschlussfassung zu den Gebühren wenig mit Bürgernähe zu tun. Er erinnerte deshalb an ihren Werdegang. So wurden die Beschlussvorlagen im Frühjahr 2014 kurz vor den Kommunal­wahlen von der Gemeindevertretung abgelehnt. Die neu gewählten Gemeindevertreter beschlossen dann aber die gleichen ­Unterlagen am Ende des vergangenen Jahres im Oktober und November.

Von Sandra Bels

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