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Kritik an neuem Busverkehr in der Prignitz

Orte unter 150 Einwohner werden nicht mehr angefahren Kritik an neuem Busverkehr in der Prignitz

Ab 1. August verkehren die Busse in der Prignitz nach einem vollkommen neuen Fahrplan. Es werden deutlich weniger Rufbusse fahren. Zudem haben Orte mit weniger als 150 Einwohnern keine Anbindung mehr ans Netz. Dafür soll es mehr Angebote auf den Hauptlinien geben.

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Im Prignitzer Busverkehr ändert sich eine Menge.

Quelle: Atzenroth

Perleberg. Auf die Nutzer des Busverkehrs in der Prignitz kommen spürbare Veränderungen zu. So sollen Orte mit weniger als 150 Einwohnern kaum noch einen Bus sehen, nur noch die täglichen Schülerbusse am Morgen und am Nachmittag. In den Ferien aber bleiben sie gänzlich ohne Anbindung. Auch der Rufbus soll nicht mehr verkehren. Darüber informierte die neue Verkehrsgesellschaft, die Arge Prignitzbus, bei der Vorstellung des neuen, ab 1. August geltenden Fahrplanes.

Offenbar sind diese Ankündigungen auf erhebliche Kritik gestoßen. Uwe Rößler, Geschäftsführer von Prignitzbus, erklärte auf Nachfrage der MAZ, dass das Rufbus-System nicht gänzlich wegfalle. „Es wird anders gestaltet.“ Aus rechtlichen Gründen sei das bisherige System nicht mehr haltbar. Derzeit werden Gespräche mit dem Landkreis über die Ausgestaltung geführt. Andreas Much, der für den Öffentlichen Nahverkehr zuständige Sachbereichsleiter, sagte auf Nachfrage: „Was wir hatten, hat so nicht mehr funktioniert. Den voll flexiblen Rufbus wird es nicht mehr geben.“ Genehmigungsfähig seien nur noch Rufbusse, die aus einer Buslinie verkehren.

Sinnvolle Verknüpfung zwischen Bus und Bahn

Geschäftsführer Uwe Rößler bestätigte, dass die Fahrgäste mehr als bisher umsteigen müssen. So wird es zwischen Perleberg und Pritzwalk keine durchgängige Busverbindung mehr geben. Die Fahrgäste müssen mit dem Zug fahren und dann in den Bus umsteigen. Die Veränderung begründete er mit dem vom Kreistag beschlossenen Nahverkehrsplan. Darin werde gefordert, überall dort, wo Schienenverkehr bestehe, diesen auch zu nutzen. Andreas Much: „Es geht um sinnvolle Verknüpfungen zwischen Bus und Bahn.“ Entscheidend sei, dass die Anschlüsse auch stimmen. Kritik kommt nicht nur aus den kleinen Orten, die sich nun abgehängt fühlen, sondern auch aus Schulen. Unverständnis herrscht etwa in der Geschwister-Scholl-Grundschule in Perleberg darüber, dass die Schülerbusse die Schule nicht mehr direkt anfahren. Die Schüler müssen auf dem zentralen Busbahnhof in Perleberg umsteigen. Lehrerin Dorit Jost befürchtet, dass gerade die Jüngsten damit ein Problem haben werden: „Manche Kinder werden mit fünf Jahren eingeschult und da kann man nicht voraussetzen, dass sie gleich die langen Busnummern oder die Zielorte lesen können. Was passiert mit den Kleinen, die ihren Bus nicht rechtzeitig gefunden haben?“

Hauptlinien fahren im Stundentakt

Die Linien erhalten neue Nummern, im Schülerverkehr kommen Zusätze wie 01 oder 03 hinzu für den Vormittags- und den Nachmittagsbus. Die Ortsangaben erscheinen auf der Anzeige kleiner, so dass sie schwerer zu lesen sind, befürchten Lehrer.

Der Busverkehr wird auf Hauptlinien im Stundentakt ausgerichtet etwa Kyritz-Gumtow-Pritz­walk-Meyenburg, Wittenberge-Lenzen oder Perleberg-Karstädt/Berge. Die Anbindung an den Bahnverkehr sei wichtig. Im Regionalnetz fahren die Busse im Zwei-Stundentakt: Pritzwalk-Putlitz-Berge/Karstädt oder Perleberg-Bad Wilsnack. Es werden aber auch Linien wegfallen. Zwischen Kyritz und Perleberg gibt es keine durchgehende Linie mehr.

„Maßgeblich für unseren Fahrplan sind die Vorgaben durch den Nahverkehrsplan des Landkreises“, erklärte Rößler. Und Much: „Bei den Nachteilen sollten nicht die Vorteile des neuen Fahrplans übersehen werden.“ Auf den Hauptlinien verkehre der Bus Montag bis Freitag im Stundentakt, am Wochenende im Zwei-Stunden-Takt. Man habe dort, neue Angebote schaffen wollen. wo auch Nachfrage bestehe.

Von Michael Beeskow

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