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Künstler der Lebenshilfe Prignitz stellen aus

Verborgene Welten Künstler der Lebenshilfe Prignitz stellen aus

Regelmäßig kommen behinderte Menschen der Lebenshilfe Prignitz zusammen, um gemeinsam zu malen. Sie können sich immer selbst aussuchen, was sie auf Papier bringen wollen. Was dabei in den letzten Monaten und Jahren entstanden ist, wird jetzt in einer Ausstellung gezeigt.

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Zur Ausstellungseröffnung kamen viele Gäste und natürlich waren auch die Künstler selbst da.

Quelle: Jens Wegner

Wittenberge. In der Cumlosener Galerie Rolandswurt wurde am Sonnabend die Ausstellung „Werkschau” eröffnet. Die rund 30 ausgestellten Arbeiten entstanden im Rahmen arbeitsbegleitender Maßnahmen der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in der Malwerkstatt der Lebenshilfe Prignitz in Wittenberge. Die Bilder zeigen Wünsche, Träume, Fantasien und Empfindungen von Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen.

Dem Betrachter vermitteln sie neue Sichtweisen und lenken den Blick auf eine Welt, die so oft verborgen bleibt. „Es geht darum zu zeigen, was sie zum Ausdruck bringen”, sagte Ute Winkler, die die Mitarbeiter im kreativ-therapeutischen Rahmen begleitet. Seit rund fünf Jahren gibt es die Malwerkstatt. Sie ist offen. Jeder kann kommen, wenn er möchte. Die Teilnehmer treffen sich einmal wöchentlich. Die Therapeutin bezeichnet die Malwerkstatt als wertfreien Rahmen. „Es geht um den Prozess, nicht um das Ergebnis. Ich darf erleben, wie die Bilder entstehen. Und das ist der Hammer”, sagte sie.

Als ein Beispiel nannte sie Viola. Viola sitzt im Rollstuhl und spricht nicht. Farben und Papier werden in ihre Reichweite gebracht. Und wenn sie anfängt zu malen, sitzt sie eineinhalb Stunden ganz konzen­triert da. Den Künstlern wird nichts vorgegeben. Denn wenn sie gern ein bestimmtes Motiv malen möchten und ihnen aber ein anderes Thema vorgegeben wird, wäre das kontraproduktiv. „Es geht nicht um das Ziel”, betonte Ute Winkler. Carsten Finschow malt mit dem Fineliner. Entstanden sind filigrane Bilder, ein Gesicht beispielsweise, umgeben von einer feinen, gleichmäßigen Struktur. Ein anderes Bild nannte er „Abwesenheit des Lichts”. Etwa ein Jahr lang habe er daran gearbeitet, erklärte er, zwei Stunden pro Woche, jeden Dienstag. Drei Fineliner und einen Edding-Stift habe er dabei verbraucht. Zur Erklärung hängt neben dem Bild ein Schriftsatz, auf dem das Bildszenario erklärt ist. Doreen Körner dagegen benutzt Tusche und Filzstift. Ihre Bilder sind bunt und fröhlich. Sie malt Sonne, Blumen und Häuser in geometrischen Formen abstrahiert. In kleineren Ausstellungen wurden die Bilder bereits gezeigt, aber noch nicht in so großem Rahmen, hieß es. Umso aufgeregter waren die Beteiligten.

Service: Die Ausstellung können Interessierte bis Ende März, jeweils dienstags von 14 bis 18 Uhr oder auf Anfrage besuchen. Nähere Informationen dazu gibt es im Gemeindebüro Cumlosen unter:  038794/3 02 28.

Von Jens Wegner

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