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Prignitz Künstler zog es von der Küste in die Prignitz
Lokales Prignitz Künstler zog es von der Küste in die Prignitz
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00:17 07.04.2016
Jost Löber mit seinem aktuellen Werk aus Holz und Stahl in seinem Freiluftatelier im Garten vor dem Haus in Horst. Quelle: André Reichel
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Horst

Viel Platz, eine schöne, abwechslungsreiche Landschaft und so manchen idyllischen, ruhig gelegenen Ort – das zeichnet die Prignitz aus und hebt sie von vielen anderen Regionen ab. Horst mit seinen 20 Häusern und zwei Ställen, zwei Kilometer östlich von Wolfshagen entfernt, ist solch ein Dorf. Hierher zog es genau aus diesen Gründen vor über 20 Jahren den Künstler Jost Löber. Seither lebt und arbeitet der heute 47-Jährige dort. Fast alle seine Werke entstehen im eigenen Garten.

Seine aktuellste Arbeit aus Eichenholz und Stahl als tragendes Gerüst ist noch nicht ganz fertig. Das „Auge“, so der Titel seines Kunstwerkes, ist seit langer Zeit das erste, bei dem er auch wieder Holz verwendet. Dieses Objekt schuf Jost Löber eigens für die zeitgenössische Kunstausstellung „Spektrale 7“, die vom 21. Mai bis zum 4. September in Luckau (Dahme-Spreewald) stattfindet. Über viele Jahre hat Jost Löber ausschließlich Stahlskulpturen geschaffen. Die Materialien dafür bezieht er von Schlossereien und Werkstätten. „Schwieriger ist es, geeignetes Holz zu bekommen“, erzählt Löber, der diesen Werkstoff jüngst erst wieder neu für sich entdeckt hat.

Die Hälfte seines bisherigen Lebens hat der 47-Jährige nun schon in seiner neuen Heimat, der Prignitz, verbracht. Bereut hat er diesen Schritt nie. Dort knüpfte er auch Kontakte zu zahlreichen anderen Künstlern, die sich wie er in der Region niederließen. Jost Löber wurde 1968 in Rostock geboren und wuchs in Ahrenshoop auf der Halbinsel Darß auf. Ab dem Jahr 1989 studierte Löber an der Hochschule für Kunst und Design in Halle und ab 1993 dann an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. „Malerei war im Studium das prägende Element“, berichtet der Wahl-Prignitzer.

Die fertige Weltkugel vor der Diercke-Schule in Kyritz. Quelle: André Reichel

Gleich während seines ersten Studienjahres in der Hauptstadt kam Löber für ein Bildhauersymposium auf die Plattenburg und somit erstmals in die Prignitz. Fortan arbeitete der damals noch recht junge Künstler plastisch. Zuerst mit Holz, dann ausschließlich mit Stahl als Werkstoff. „Holz ist mir zu vergänglich und lässt sich nicht so präzise formen wie Stahl“, erklärt Jost Löber, der sich damals in die Prignitz förmlich verguckte und beschloss, sich dort niederzulassen. Wie viele leer stehende Häuser er sich damals ansah, weiß er nicht mehr. Doch dann stand er in Horst vor dem 1853 als Sitz des dortigen Gutsverwalters errichteten Haus. Die historische Substanz war weitestgehend erhalten und das Haus bot genug Platz zum Arbeiten und Wohnen, dazu der große Garten. Dort draußen schweißt, biegt, schneidet, hämmert und flext der Künstler an seinen Werken. „Drinnen im Haus kann ich das nicht machen, es raucht und staubt und es wäre außerdem zu gefährlich“, sagt Jost Löber.

Der weitläufige Garten mit der alten Eiche ist für Jost Löber Inspirationsquelle und Arbeitsraum zugleich. Quelle: André Reichel

Dass er durch seine Arbeit im Freien auch eingeschränkt ist, nimmt der Künstler billigend in Kauf, denn im Garten mit der uralten Eiche findet er schließlich immer die nötige Ruhe – und immer wieder seine Inspiration. Dann und wann bekommt der Künstler Besuch von vorbeiradelnden Touristen. „Das hält sich aber in Grenzen. Horst liegt zu weit abseits“, sagt Jost Löber.

Bei der Aktion „offene Ateliers Brandenburg 2016“ am 7. und 8. Mai sowie bei den Tagen der „offenen Gärten“ am 12. Juni und am 11. September öffnet Löber einem breiten Publikum die Pforten seines Skulpturengartens, in dem er mehrere seiner Werke aufgestellt hat.

Das Werk „Achter Rund“ hängt an der Eiche im Garten. Quelle: André Reichel

Seit 1993 in der Prignitz

Jost Löber wurde 1968 in Rostock geboren und wuchs in Arenshoop auf der Halbinsel Darß auf. Ab 1989 studierte Löber in Halle an der Hochschule für Kunst und Design und ab 1993 an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee.

Seit 1993 lebt Jost Löber in Horst bei Wolfshagen. Dort kaufte sich der Künstler ein 1853 erbautes Haus.

Die Werke des Künstlers entstehen ausschließlich im Garten unter freiem Himmel. Einige Arbeiten stellt Löber in seinem Skulpturengarten aus. Diese können in der brandenburgweiten Aktion „offene Ateliers“ am 7. und 8. Mai sowie an den Aktionstagen „offene Gärten“ am 12. Juni und am 11. September besichtigt werden.

Seit vier Jahren bietet Jost Löber Workshops für Schüler an. In diesem Rahmen ist auch eine Weltkugel an der Diercke-Schule in Kyritz entstanden.

Von André Reichel

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