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Kulinarische-Knieperreise mit dem Pollo

Lindenberg Kulinarische-Knieperreise mit dem Pollo

Mehr als hundert Fahrgäste an zwei Tagen begaben sich mit dem Pollo auf Knieperfahrt. Von Mesendorf nach Lindenberg und zurück führte die Tour. Neben dem Prignitzer Nationalgericht lernten die Besucher das Kleinbahnmuseum und die Kirche von Lindenberg kennen. Sie absolvierten lustige Spiele und konnten sich mit Knieper bevorraten.

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Im Pollo Abteil singt und spielt Eva-Maria Witte. der Knieperfuchs serviert das „Nationalgericht (rechts oben, und Christian Porst führt durchs Kleinbahnmuseum.

Quelle: Andreas König

Lindenberg. Wenn Eva-Maria Witte in die Taste greift, können die Besucher nicht lange still sitzen. Die Akkordeonspielerin in der Bahnuniform spielt Volkslieder, der Pollo, die Kleinbahn, liefert mit ihren charakteristischen Schienestoßgeräuschen den Takt. Die rund 60 Fahrgäste am Sonnabend kommen aus der nähren und weiteren Umgebung, aber auch von der Insel Rügen und aus Potsdam sind sie gekommen, um eine gemütliche Fahrt von Mesendorf nach Lindenberg zu erleben, vor allem aber, um sich noch einmal das Prignitzer Nationalgericht schmecken zu lassen, nach dem dieser Ausflug benannt ist: Knieperkohl.

Gastwirtssohn fährt im Fuchskostüm mit

Der Knieperfuchs ist gleichfalls mit an Bord und wirbt für die Spezialität, die bekanntlich am liebsten mit Kassler oder Lungenwurst oder mit beidem genossen wird. Das Fuchskostüm hält seinen Träger warm, und das kann bei der nasskalten Witterung nicht schaden. In dem orange-rötlichen Pelz steckt Rainer Buschhardt. Obwohl der passionieret Hobbyeisenbahner in der Lutherstadt Wittenberg wohnt, macht er Werbung für den Knieper. Kein Wunder, sein Vater Host Fenske, Wirt des „Deutschen Hauses“ in Pritzwalk, hat sich den pfiffigen Werbeträger ausgedacht. Passend zu ihrem ausgefuchsten Begleiter trägt die Ehefrau Petra Buschhardt eine Wintermütze in Fuchsform.

Fahrgäste ließen Erinnerungen an den Pollo aufleben

Von Mesendorf geht es nach Lindenberg, wobei Eva Maria Witte mit den mehr oder weniger textsicheren Passagieren einmal die inoffizielle Brandenburg-Hymne „Märkische Heide, märkischer Sand“ gesungen hat und ein weiteres Mal die Knieper-Hymne zur selben Melodie, die das deftige Gericht als „des Märkers Leibeswohl“ preist. Gisela und Jürgen Behrens aus Karstädt haben den Pollo noch erlebt, als er regelmäßig durch die Prignitz fuhr. Obwohl es mehrere Kleinbahnlinien in der Prignitz gab,hießen die darauf verkehrenden Züge immer Pollo. „Das war ja damals die einzige Möglichkeit, zur Schule nach Perleberg zu kommen“, erinnert sich Dietmar Wiese. Heute lebt er mit seiner Frau Sieglinde im mecklenburgischen Zislow am Plauer See, aber an die Pollofahrten seiner Kindheit und Jugend erinnert sich Dietmar Wiese noch wie heute. „Viele Leute fuhren damit zum Einkaufen nach Perleberg. Wenn sie zum Beispiel Gardinenstangen gekauft hatten, die nicht ins Abteil passten, wurden sie einfach draußen drangebunden“, erinnert sich der Rentner.

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Über 100 Fahrgäste erkundeten auf der Kleinbahnstrecke des Pollo die Schönheiten der Prignitzer Natur und entdeckten das „Nationalgericht“: Knieperkohl mit Kassler und Lungenwurst. Sie erhielten interessante Eindrücke in den Bahnbetrieb, den der gemeinnützige Verein gewährleistet, und das Dorfleben.

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Verdauungsspaziergang nach üppigem Mahl

In Lindenberg besichtigt die Schar der Reisenden das Kleinbahnmuseum, hört aus dem Munde von Christian Porst, welcher Aufwand und welche Mühe nötig ist, die kleine Bahn zu betreiben. Für die Besucher wird das Gasthaus Kiekbach, das eigentlich schon lange geschlossen ist, reaktiviert. Das Team der“Hexe“ aus Großwoltersdorf bekocht die Gäste mit Knieper, Kassler und Lungenwurst. Der anschließende Verdauungsspaziergang kommt nach dem üppigen Mahl gerade recht. In der Kirche berichtet Gerd Thiedemann von den Vorhaben der nächsten Zeit und von den Schwierigkeiten, junge Leute in Lindenberg zu halten. Mit Spaßwettbewerben wie einer Runde Boßeln mit Zielwasserunterstützung geht es nach Brünkendorf zur Kaffeetafel. Vor allem die Prignitzer Fahrgäste nutzen die Gelegenheit, sich mit Knieper zu bevorraten. Alles in allem eine gelungen Veranstaltung mit nostalgischem Flair.

Von Andreas König

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