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Prignitz Kultauto: Trabant!
Lokales Prignitz Kultauto: Trabant!
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18:54 04.11.2016
Andreas Malitzki schraubt leidenschaftlich gern an Autos. Das ist der Hauptgrund für sein Trabi-Hobby. Den hat er noch mit weiteren Kult-Artefakten aufgepeppt. Quelle: Christian Bark
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Wulfersdorf/Babitz

Es knattert und stinkt, wenn Andreas Malitzki den Zweitakter-Motor seines Trabant 601 startet. „Den Zweitakter musst Du riechen und fühlen“, schwärmt er von dem Fahrzeug. Fühlen kann er sein Gefährt besonders gut durch die Holzkugelsitzauflagen. „Die sind schon unbequem aber kultig“, berichtet er von der unschönen Rückenmassage während jeder Fahrt.

Kultig wie das gesamte Auto sind auch die Accessoires seines Trabis. Auf der Hutablage wackelt der Kopf des „Wackeldackels“, der neben der umhäkelten Klopapierrolle sitzt. Auf dem Dach hat er einen Gepäckträger befestigt, der neben alten Skiern seines Vaters auch antik anmutende Koffer fasst. „Sehen und gesehen werden“, kommentiert Malitzki sein Hobby. Wobei die Betonung auf dem Passiv liegt.

In seiner Werkstatt findet Andreas Malitzki nach der Arbeit Entspannung und Bastelfreude. Quelle: Christian Bark

Sein Trabant ist Baujahr 1983. Damit ist das Fahrzeug drei Jahre älter als der 30-Jährige. Allerdings könnten einzelne Teile auch deutlich älter sein, wie der gelernte Elektriker berichtet. Denn den Wagen hatte er vor zwei Jahren aus drei Trabis zusammengebaut. „Das ist auch der Hauptbeweggrund für mein Hobby“, erklärt Malitzki. Er schraube und bastle gerne. Das macht er beruflich schon bei der Bundeswehr in Neubrandenburg im Bereich der elektromechanischen Instandsetzung und zu Hause in Wulfersdorf geht es dann zu „Entspannung“ weiter.

Originalersatzteile gibt es in Babitz

Bereits vor acht Jahren hatte sich der 30-Jährige seinen ersten Trabi zusammenbastelt, damals noch aus fünf Fahrzeugen, blickt Malitzki zurück. Und der sei dann auch nicht blau wie sein aktuelles Fahrzeug, sondern weinrot gewesen. Zwischendurch war er noch auf einen Golf 2 umgestiegen. „Aber Trabi ist irgendwie kultiger“, schmunzelt er. Allein beim Blick in den Motorraum falle die Einfachheit auf. „Wenn Du heute moderne Autos reparieren willst, musst Du erst den Fachmann ranholen“, sagt der Trabi-Fan. Das weiß Malitzki, weil er neben dem Kultauto noch einen VW-Touran fährt. Mit dem sei er mal längere Strecken unterwegs, im Trabant knattere er lieber nur durch die Gegend.

Frank Köster hat Unmengen an Ersatzteilen und Fahrzeugen auf seinem Gehöft in Babitz. Quelle: Christian Bark

Die Liebe zu dem „Volkswagen des Ostens“ scheint bei Malitzki in der Familie zu liegen. So habe ihm sein Vater beim Zusammenschrauben und -schweißen der Trabis geholfen. Und Originalersatzteile bekommt er vom Cousin seiner Mutter, dem Ersatzteilhändler Frank Köster aus Babitz. Der lagert auf seinem Gehöft neben mehr als 30 Trabis noch unzählige Anlasser, Bremsbacken und Kupplungen der Kultfahrzeuge. „Kupplungen und Starter sind besonders gefragt“, sagt er. Grund dafür sei der Verschleiß. „Trabifahren will schon gelernt sein“, weiß der 58-Jährige.

Trabis werden immer teurer

Für Andreas Malitzki gebe es viele Teile zum „Freundschaftspreis“. „Ist halt Familie“, begründet er. Aber auch anderen begeisterten Trabi-Fans biete er einen guten Preis. Köster beliefert hunderte überall auf der Welt bis nach Amerika. Doch dem allgemeinen Trend könne auch er sich nicht entziehen. „Was es vor 20 Jahren noch für nen Appel und’n Ei gab, kostet heute richtig Geld. Das sind heute schon fast wieder die DDR-Preise“, witzelt Frank Köster.

Hunderte Trabis knattern noch durch den Nordwesten

408 Sachsenring Trabant sind derzeit noch im Nordwesten Brandenburgs zugelassen. Davon 213 in Ostprignitz-Ruppin und 195 im Landkreis Prignitz.

86 der 195 Prignitzer Trabis sind älter als 30 Jahre. Nur neun von ihnen sind aber auch als Oldtimer zugelassen, in OPR sind es nur drei. 75 Prignitzer Fahrzeuge und 94 in OPR haben nur eine Saisonzulassung.

Neun Zulassungen wurden im vergangenen Jahr in der Prignitz erteilt. In diesem Jahr sind es bislang drei. Zwei bis vier Zulassungen sind es – auf das vergangene halbe Jahrzehnt geblickt – pro Jahr in dem Landkreis.

Manche Kunden müssten tausende Euros in die Fahrzeuge stecken. Allein die Anschaffung eines Trabis sei heute doppelt so teuer wie noch vor zehn Jahren. Originalteile sind natürlich besonders gefragt, doch deren Bestand schrumpft – also: Preisanstieg. „Es werden noch Teile in Ungern neu produziert“, sagt Köster. Doch die seien nur von mäßiger Qualität.

Bremsbacken werden noch in Ungarn (rechtes Stück) nachproduziert. Die halten laut Frank Köster allerdings nicht so lange. Quelle: Christian Bark

Andreas Malitzki bereitet sein „teures“ Hobby allerdings nach wie vor Spaß, wie er sagt. „Am Wochenende werde ich mal zur Ersatzteil-Börse nach Alt Ruppin“, sagt er. Auch wenn die Autos immer kultiger und die Teile immer teurer werden, hat der Trabi gegenüber Oldtimern wie dem Ford Mustang aber einen entscheidenden Nachteil, wie Malitzki bedauert: „Mit dem Auto kann man keinen Eindruck auf Frauen machen.“

Von Christian Bark

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