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„Kunigunde“ fliegt wieder munter umher

Wildtierhelfer aus Struck pflegten einen in Putlitz verletzt gefundenen Bussard „Kunigunde“ fliegt wieder munter umher

„Kunigunde“ fliegt wieder munter am Putlitzer Reitplatz umher. Auf diesen Namen tauften junge Putlitzerinnen den Mäusebussard, den sie flugunfähig auf einer Koppel entdeckten und einfingen. Angie und Uwe Löblich von der Wildtierauffangstation in Struck bei Gerdshagen brachten den Vogel zur Behandlung zum Tierarzt und pflegten ihn, bis er wieder ausgewildert werden konnte.

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Angie und Uwe Löblich mit dem jungen Mäusebussard kurz vorm Start in die Freiheit.
 

Quelle: Fischer

Putlitz.  Blitzschnell startet der Mäusebussard hoch in die Lüfte, als Uwe Löblich ihn aus seinen Händen lässt. Mehrmals umkreist der Greifvogel den Putlitzer Reitplatz, um sich dann nach einem langen Segelflug auf einem der hohen Laubbäume am Koppelrand niederzulassen. Von dort ist bald ein mehrmaliges Fiepen zu hören, das offenbar der Suche nach Verwandten des Jungvogels dient.

 „Kunigunde ist wieder da“, jubelten zuvor Celina Malorny (15) und Laura Lossow (23), als Angie und Uwe Löblich vom Verein Wildtierhilfe aus Struck bei Gerdshagen auf dem Reitplatz ankamen und den Transportkäfig mit dem Bussard ausluden, der dort in die Freiheit entlassen werden sollte. Immer mehr Mitglieder des Putlitzer Reit- und Fahrvereins hatten sich versammelt, um dem freudigen Ereignis beizuwohnen.

Wildtierauffangstation

Seit 2004 betreiben Angie und Uwe Löblich in der Prignitz ehrenamtlich eine Wildtierauffangstation. Von Könkendorf zogen sie vor zwei Jahren nach Struck bei Gerdshagen.

Dem Verein Wildtierhilfe Prignitz, gegründet im Jahr 2011, gehören derzeit 20 Mitglieder an. Nur über Spenden können die Kosten für Tierfutter und Baumaterial gedeckt werden.

Kontakt kann man über www.wildtierauffangstation.homepage.eu oder unter Tel. 0162/6 02 67 61 aufnehmen.

Zuvor erfuhren sie von der jüngsten Geschichte des Mäusebussards: Am 2. Juni beobachtete Celina Malorny am Ende einer Koppel ein seltsames Verhalten ihres Pferdes. Das Reittier fühlte sich offenbar von einem großen Vogel bedroht und versuchte diesen immerfort zu vertreiben. Doch der Gefiederte flog nicht weg, hüpfte immer nur ein kleines Stück weiter. Aus der Nähe sah Celina Malorny, dass es sich um einen offensichtlich flugunfähigen Greifvogel handelte. Sie rief Laura und Lisa Lossow sowie Steffi Kührmann zur Hilfe.

 Gemeinsam gelang es den jungen Putlitzerinnen, den Bussard zu fangen, indem sie ihm eine Jacke überstülpten. Das ging ohne befürchtete Biss- und Kratzwunden vonstatten, denn als sich der Greifer ohne Fluchtmöglichkeit in die Enge getrieben fühlte, hatte er sich tot gestellt.

 Was nun tun mit „Kunigunde“? Den Namen bekam der verletzte Vogel gleich nach dem Aufgreifen, obwohl bei Bussarden das Geschlecht an Äußerlichkeiten nicht bestimmbar ist. Sie erhielten den Tipp, die von Angie und Uwe Löblich betriebene Wildtierauffangstation in Struck zu verständigen. Die Ehrenamtler kamen unverzüglich und brachten den Mäusebussard zu Tierarzt Christian Kloß nach Pritzwalk. Der stellte einen Schlüsselbeinbruch fest, richtete und fixierte die Knochen. „In der freien Natur ist so ein Bruch eigentlich das Todesurteil, weil der Vogel flugunfähig schnell dem Raubwild zum Opfer fällt“, sagt Angie Löblich und lobte die Retter für ihre Umsicht und mutige Tat.

Freude über das Foto

Freude über das Foto: Celina Malorny (2. v. l.) und Laura Lossow (3. v. l.).

Quelle: Ullrich Fischer

Etwa vier Wochen lang musste der Bussard in seinem Verband in der Wildtierauffangstation ausharren, bis er in der großen Außenvoliere in Struck wieder mit ersten Flugübungen beginnen konnte. Am Dienstag nun zeigte sich, dass die gute Pflege durch Angie und Uwe Löblich dem Vogel wieder ein Leben in Freiheit beschert hat. Zur Freilassung kamen sie an den Ort des Auffindens. So hat der im Frühjahr geborene Vogel die Chance, schnell wieder Anschluss an seine Familie zu bekommen.

Nach dem Freiflug bekommen Celina Malorny und Laura Lossow von den Löblichs ein Foto von „Kunigunde“ überreicht. Es wird künftig im Reiterstübchen an die Rettungsaktion erinnern.

Von Ulrich Fischer

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