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Kunow: Turnhallen-Zukunft ungewiss

Ortsvorsteher kämpft um Erhaltung Kunow: Turnhallen-Zukunft ungewiss

Ortsvorsteher Peter Boas und sein Vorgänger Eberhard Neumann wünschen sich, dass die Turnhalle Kunow erhalten bleibt und wollen dafür weiter kämpfen. Die Halle wurde nach der Schließung der Kunower Schule im Jahr 2006 noch rege genutzt. Aber die Gruppen zogen sich zurück, weil es im Winter keine Heizung gab.

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Peter Boas (r.) und Eberhard Neumann wünschen sich, dass die Kunower Turnhalle wieder nutzbar gemacht wird.

Quelle: Sandra Bels

Kunow. Für Peter Boas und Eberhard Neumann ist das, was derzeit in der Turnhalle der ehemaligen Schule in Kunow passiert, ein echtes Trauerspiel. Ortsvorsteher Boas und sein langjähriger Vorgänger Neumann wünschen sich nichts mehr, als dass der Vandalismus an der Halle endlich aufhört und dass sie wieder nutzbar gemacht wird. Das sei mit wenig Aufwand machbar und wäre laut Boas schon mit dem Einbau einer neuen Heizung getan. „Aber ich spreche schon seit Jahren deswegen erfolglos bei der Gemeindeverwaltung in Gumtow vor“, so Boas. Auch die Gemeindevertreter würden diesbezügliche Wünsche ablehnen. Stattdessen sei die Turnhalle in Vehlow, das baugleiche Modell zur Kunower, umfangreich saniert worden.

Früher wurde die Turnhalle von der benachbarten Schule aus mit beheizt. Seit 2006 ist sie geschlossen und verfällt Stück für Stück. Sie gehört wie die Turnhalle der Gemeinde Gumtow. Die Halle wurde nach der Schließung weiter genutzt. Volkssolidarität, Singegruppe, Kunower Einwohner und Sportvereine waren zu Gast. Weil das Gebäude im Winter aber kalt blieb, kamen irgendwann auch sie nicht mehr. Derzeit werde die Sporthalle laut Boas unregelmäßig genutzt. Für ihn ist es höchste Zeit, etwas zu tun. Etwa 20 000 Euro würde der Einbau einer Heizung kosten. Boas hat sich bereits Kostenvoranschläge machen lassen. Allerdings müssten die Gemeindevertreter das Geld freigeben. Das ist bisher nicht geschehen. Boas ist sich sicher, dass mit einer funktionierenden Heizung auch ein Nutzungskonzept zu entwickeln ist. Er will die Hoffnung auf Rettung der Halle noch nicht aufgeben. Auch deshalb macht er regelmäßig seine Rundgänge und ärgert sich sehr darüber, wenn wieder jemand unerlaubt sein Unwesen in der Halle getrieben hat. Erst kürzlich waren Unbekannte durch ein Fenster im Sanitärtrakt eingedrungen und hatten nicht nur dort Schaden angerichtet. Boas erstattete Anzeige. Nicht zum ersten Mal.

Die Schule neben der Sporthalle verfällt immer weiter

Die Schule neben der Sporthalle verfällt immer weiter.

Quelle: Sandra Bels

Eberhard Neumann, der einst in der Schule tätig war, konnte lange Zeit nicht in die Nähe des Hauses gehen. „Zu tief saß der Schmerz über die Schulschließung und den programmierten Verfall“, sagt er. Er kam einst als junger Lehrer nach Kunow. Zudem war er 20 Jahre Ortsvorsteher und unterstützt seinen Nachfolger Peter Boas heute noch. Beide wissen, wie schwer es ist, für den Ort etwas auf die Beine zu stellen. Viele Kunower arbeiten außerhalb oder sind die ganze Woche nicht da. Dennoch gibt es viele Initiativen für die Gemeinschaft. Meist ist die alte Schule neben der Feuerwehr der Schauplatz. Ihre Mitglieder, aber auch die Kirche, die Volkssolidarität und einzelne Bürger sind die aktiven Gestalter im Ort. Erst kürzlich traf man sich zum traditionellen Maifeuer an der alten Schule. Sie wurde bis 1985 noch als Sportraum genutzt.

Der Kunower Chronik kann man entnehmen, dass das heute stark verfallene Schulhaus 1965 gebaut wurde. Das Baugelände am alten Postweg nach Groß Welle war so bemessen, dass Ergänzungsbauten möglich waren und ein großer Sportplatz angelegt werden konnte. Ab 1966 wurden 9. und 10. Klassen aus den Schulbereichen Kunow und Demerthin im neuen Haus unterrichtet. 1968 wurde schließlich der Sportplatz übergeben. Dazu gehörten Fußballfeld, 400-Meter-Bahn, Handballfeld mit Basketballanlage, zwei doppelseitige Weitsprunganlagen sowie Anlagen für Hochsprung und Kugelstoßen.

Es gibt noch jede Menge alte Sportgeräte aus Schulzeiten

Es gibt noch jede Menge alte Sportgeräte aus Schulzeiten.

Quelle: Sandra Bels

Die geburtenstarken Jahrgänge führten laut Chronik zur Zweizügigkeit von zwei Klassenstufen. 1970 wurden deshalb an der Kunower Schule fast 340 Jungen und Mädchen unterrichtet. Damals wurden neben den Räumen in der neuen Schule noch immer zwei Räume in der alten Schule, zwei Räume im Gemeindehaus und eine Baracke für den Werkunterricht genutzt. Sport wurde in der alten Schule unterrichtet.

Nach dem Bau der neuen Schule im Jahr 1965 sollten an der Ostseite des Gebäudes eine Turnhalle und an der Westseite ein Schwimmbecken errichtet werden. Für das Schwimmbecken wurde bereits 1970 eine Grube ausgehoben. Dabei blieb es. Zehn Jahre später wurde die Grube wieder zugeschoben, denn nun sollte an dieser Stelle die Turnhalle gebaut werden. Es dauerte weitere vier Jahre, bis sie schließlich 1984 gebaut wurde. Gleichzeitig musste damals die Heizungsanlage der Schule erweitert werden, was die Errichtung eines weiteren Schornsteins am Hauptgebäude erforderte. Der Chronik von Kunow ist auch zu entnehmen, dass mit der Nutzung der Turnhalle sich auch die Bedingungen für den Sportunterricht in vielerlei Hinsicht verbesserten.

Seit 1985 als Thomas-Müntzer-Schule geführt

1985 bekam die Kunower Schule den Namen Thomas-Müntzer-Oberschule.

In Folge der Neugestaltung des Bildungswesens nach der politischen Wende in der DDR wurde mit dem Ende des Schuljahres 1990/91 die Polytechnische Oberschule aufgelöst und als Gesamtschule bestätigt. Im Gegenzug wurden in Lindenberg Grundschüler aus beiden Orten unterrichtet.

Schüler von der 7. bis zur 10. Klasse beider Dörfer gingen dann in Kunow zur Schule.

Eigenständig war die Schule in Kunow noch bis zum Ende des Schuljahres 2003/2004.

Sinkende Schülerzahlen führten dann aber zur Schließung der Bildungseinrichtung.

Anschließend wurde sie Filiale von Bad Wilsnack.

Im letzten Schuljahr 2004/2005 gab es noch zwei 10. Klassen in der Kunower Schule.

Von Sandra Bels

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