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Kunst vom Amazonas und aus der Region

Wolfshagen Kunst vom Amazonas und aus der Region

Paul Schmidt, Wirt des Hotel-Restaurants am Schloss in Wolfshagen, fördert auf eine unkomplizierte Weise die regionale Kultur. Der Hotelier lädt zu Lesungen und literarischen Dinnerveranstaltungen und will seine Räume vollständig mit Originalen ausstatten.

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Paul Schmidt und sein Mitbringsel aus dem kolumbianischen Regenwald.

Quelle: Claudia Bihler

Wolfshagen. In plakativen Worten beschreibt Henning Sußebach, preisgekrönter Journalist und Buchautor, seinen Besuch in Wolfshagen in seinem Buch „Deutschland ab vom Wege“. Er porträtiert die Gäste im Hotel-Restaurant mit spitzer Feder, und dass er dem Wirt dankbar war, dass ihm dieser trotz ausgebuchter Zimmer im Saal unterm Dach eine provisorische Schlafstätte angeboten hatte, ist ebenfalls deutlich zu spüren.

„Eigentlich weiß das ja gar niemand, dass ich gemeint bin“, sagt Paul Schmidt, seit rund vier Jahren der Wirt im Hotel Restaurant am Schloss. „Das muss jetzt auch nicht unbedingt in der Zeitung stehen.“ Und doch gibt es einen Grund dafür, dass es doch so ist. Denn nur zu gerne hätte Schmidt, dass Sußebach irgendwann einmal zu einer Lesung nach Wolfshagen kommt, um unter anderem aus diesem Werk zu lesen: Nicht wegen mir, sondern weil „ich seine Bücher mag.“ Sußebach ist nicht der einzige prominente Gast, den Schmidt in den vergangenen vier Jahren in Wolfshagen begrüßen konnte. Unter anderem war auch schon einmal eine Primaballerina der DDR zu Gast in Falkenhagen, die Schmidt gleich identifizierte: „Ich mag es, wenn die Gäste überrascht sind, wenn ich sie erkenne.“

Ausstellungen sollen Gäste anlocken

Kultur im weitesten Sinne ist Schmidts Steckenpferd. Erst kürzlich las Jörg Thadeusz im Hotel, sein Buch „Wie riecht der Osten“ liegt noch in der Bibliothek neben all den Klassikern von Schiller über Fontane bis hin zu Emil Zola. Mal lädt Schmidt zum literarischen Gerhart-Hauptmann-Dinner ein oder zum Theaterabend.

Kunst im Wolfshagener Hotelrestaurant

Kunst im Wolfshagener Hotelrestaurant.

Quelle: Claudia Bihler

Und auch eine Gemäldeausstellung mit dem persischen Künstler Sia Ashrefi gab es bereits – ein riesiges farbenfrohes Kunststück hängt im Gastraum des Hotels, die Schmidt von einem zweiten Kunstwerk hat ergänzen lassen: „Das erste hat mir so gut gefallen, dass ich es kaufen musste. Aber an der Wand hat noch was gefehlt, worauf ich das zweite in Auftrag gegeben habe.“ Ginge es nach dem Wirt, würde er viel häufiger zu Ausstellungen einladen: „Aber im Moment habe ich alle Hände voll zu tun. Eigentlich brauche ich dringend einen Koch, der sogar bei sehr guten Konditionen und mit allen Zulagen arbeiten würde. Aber Sie kennen ja die Fachkräftesituation in der Prignitz...“, sagt er und schaut auf die Uhr: „Ich muss bald Spargel schälen.“

Gemälde aus dem Amazonas

Dennoch finden die Gäste im Hotel-Restaurant viele Originale vor – vor allem auch von einheimischen Künstlern. Das Bild, das in der Bibliothek die Gäste gleich begrüßt, stammt von der Pritz­walker Künstlerin Alice Teschendorf – es hat eine Geschichte: „Ich bin froh, dass ich es nach dem Kauf gleich mitgenommen habe, denn am nächsten Tag wurde ihr Laden überfallen.“

Der Prignitzer Wald stammt aus dem Atelier der Pritzwalker Künstlerin Alice Teschendorf

Der Prignitzer Wald stammt aus dem Atelier der Pritzwalker Künstlerin Alice Teschendorf

Quelle: Claudia Bihler

Zu seiner Sammlung gehören auch Bilder, die er von seinen Reisen mitgebracht hat – etwa die Darstellung eines Regenwaldes, dass er vor allem auch deshalb wollte, um einen jungen Künstler zu fördern. Mitgebracht aus Kolumbien, wo er einen zweiwöchigen Urlaub unter anderem bei einer Bootsfahrt auf dem Amazonas verbracht hat: „Da habe ich mitten auf dem Amazonas einen Anruf eines Gastes bekommen.“

Inzwischen schmücken Grafiken, Collagen, Acryl- und Aquarellbilder die Flure des Hotels und auch einige Zimmer. „Irgendwann möchte ich in jedem Zimmer ein Original aufhängen können“, sagt Schmidt und verfolgt damit einen Zweck: „Die Prignitz steht immer im Ruf Provinz zu sein, das ist sie aber nicht. Es gibt hier so viele Kulturangebote, die zu entdecken sind. „Wer sich dafür interessiert, kann sie finden.“

Von Claudia Bihler

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