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Kurdin, Ex-Muslima, AfD-Kandidatin

Pritzwalk Kurdin, Ex-Muslima, AfD-Kandidatin

Unscheinbar stand der AfD-Stand neben dem Pritzwalker Rathaus. Dabei hätte allein genug Stoff auch für Kontroverse geboten, wer da zusammen mit dem Bürgermeisterkandidaten Thomas Schlaffke Wahlkampf machte: Leyla Bilge, 35 Jahre alt, kurdisch-stämmig, als Kind einst selbst geflohen, mittlerweile zum Christentum konvertiert und Gegnerin muslimischer Flüchtlinge.

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Leyla Bilge und Thomas Schlaffke in Pritzwalk.

Quelle: Bernd Atzenroth

Pritzwalk. Die Frau kommt aus dem Reden fast nicht mehr heraus: Leyla Bilge hat offenbar eine Mission und viel zu erzählen, ist aber auch von Brandenburg und auch von Pritzwalk sehr angetan. Sie habe sich nicht vorstellen können, wie viel Hass sie in Nordrhein-Westfalen und in ganz Westdeutschland erlebt habe, erzählt die 35-Jährige am Stand der AfD direkt neben dem Rathaus. Mittlerweile ist sie von dort weggezogen, werde andauernd bedroht. Im Osten seien die Menschen für ihre Botschaft viel aufgeschlossener.

Leyla Bilge hat einen ungewöhnlichen Werdegang, der erklärt, warum sie polarisiert: Sie ist gebürtige Kurdin und hat mit ihrer Familie selbst vor 30 Jahren Aufnahme in Deutschland gefunden. Nun aber ist sie Mitglied der AfD, erst vor vier Monaten vom Islam zum Christentum konvertiert, steht zusammen mit dem Pritzwalker AfD-Bürgermeisterkandidaten Thomas Schlaffke auf dem Pritzwalker Marktplatz und macht Wahlkampf für ihre Partei, für die sie in den Bundestag will. Bilge kommt am Schluss eines langen Vortrags zum Punkt: Sie will, dass muslimische Flüchtlinge, deren Asylantrag abgelehnt wurde, schneller abgeschoben werden. 80 Prozent der vermeintlichen Flüchtlinge seien gar keine, ein Hauptproblem sei der Familiennachzug.

Thomas Schlaffke hatte Leyla Bilge als Menschenrechtsaktivistin angekündigt. Sie erzählt davon, wie sie sich im Irak und Syrien um Flüchtlinge gekümmert habe. Vorwiegend seien dies Christen und Jesiden gewesen, doch in Deutschland kämen dann nur muslimische Männer an, deren Anträge in der Regel abgelehnt werden müssten. „Die tatsächlichen Flüchtlinge haben nicht das Geld für eine Flucht und wollen ihre Heimat nicht verlassen“, behauptet sie. Man müsse tatsächlichen Opfern eine Stimme geben und vor Ort helfen. In Pritzwalk gibt es keinen Massenandrang am AfD-Stand, aber doch beständig Menschen, die Leyla Bilge zuhören. „Und manche sagen dann, dass sie all das noch nicht gewusst haben.“

Von Bernd Atzenroth

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