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Kurs auf den Ganzjahresbetrieb

Ausbau Lotte-Lehmann-Akademie beschlossen Kurs auf den Ganzjahresbetrieb

Schrittweise soll die Lotte-Lehmann-Akademie in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Die Perleberger Stadtverordneten fassten am Donnerstag dazu einen Beschluss. „Wir unternehmen jetzt erste Gehversuche zum Ganzjahresbetrieb“, erklärte Angelo Raciti, der künstlerische Leiter.

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Lotte-Lehmann-Woche und -Akademie locken seit Jahren junge Gesangstalente nach Perleberg.

Quelle: Atzenroth

Perleberg. Der Betrieb der Lotte-Lehmann-Akademie in Perleberg wird ausgebaut. Die Weichen dafür stellten die Stadtverordneten am Donnerstagabend mit einem wegweisenden Beschluss, und zwar mit großer Mehrheit und nur einer Gegenstimme. Künftig soll es neben der bisherigen Sommerakademie ganzjährige Veranstaltungen geben.

In der Stadtverordnetenversammlung hatten der künstlerische Leiter der Akademie, Angelo Raciti, sowie Ulrike Ziebell als künftige administrative Leiterin der Akademie und Akademie-Koordinatorin Julia Daue gemeinsam den Programmausbau vorgestellt und für eine Zustimmung durch die Abgeordneten geworben.

Erste Schritte waren mutig

Das, was jetzt in Gang kommen soll, bezeichnete Angelo Raciti als „erste Gehversuche für den Ganzjahresbetrieb“. Der Beschluss der Stadtverordneten habe eine ähnliche Tragweite wie die 2009 gefasste Zustimmung zur Aufnahme einer Sommerakademie. „Das war ein mutiges Unterfangen“, blickte der künstlerische Leiter zurück. Aber der Erfolg habe die Entscheidung gerechtfertigt.

Seit 2009 seien gut 100 Sängerinnen und Sänger nach Perleberg zur Ausbildung gekommen. „Die Akademie hat eine weite Beachtung gefunden“, führte er aus. Die Teilnehmer kamen aus 24 Ländern und von allen Kontinenten. Ein festes Team von Weltklassedozenten sei entstanden, wobei die Kammersänger Karan Armstrong und Thomas Moser als Lotte-Lehmann-Schüler die Tradition der großen Opernsängerin weiter tragen.

Oper soll sich zum Musical gesellen

Die Akademie sei aber nie ein Elfenbeinturm gewesen, sondern in der Region fest verankert. Angelo Raciti verwies auf die fast immer ausverkauften Konzert der jungen Sängerinnen und Sänger, nicht nur in Perleberg, sondern in der ganzen Region von Wittenberge bis nach Garz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Auf diesem soliden Fundament soll nun aufgebaut werden.

Es ist daran gedacht, nun zahlreiche weitere Workshops über das ganze Jahr verteilt hinzukommen zu lassen. „Das werden keine monatelangen Aufenthalte für die Künstler sein“, erklärte Angelo Raciti. Ein- bis eineinhalb Wochen sollen die Workshops dauern, ein bis zwei wären im Monat möglich. Um ein zuverlässiges Teilnehmeraufkommen zu erreichen, soll sich die Akademie thematisch öffnen. Zur Oper soll sich das Musical gesellen. Neben einer Rundumausbildung, wie sie die Sommerakademie bietet, könnte es nun spezielle Angebote geben etwa für junge Profisänger, die sich auf ein spezielles Engagement an einer Bühne vorbereiten wollen, oder für Gesangsstudenten, die vor einer Aufnahmeprüfung oder der Teilnahme an einem Wettbewerb stehen. Perleberg hat eine strategisch ausgezeichnete Lage, sagte Angelo Raciti. Berlin mit drei Opernhäusern und zwei Musikhochschulen liege ebenso in der Nähe wie die Musical-Hochburg Hamburg. Als eine thematische Klammer zwischen Oper und Musical sieht Angelo die Kompositionen von Walter Jurmann, mit dessen Liedern die Comedian Harmonists Welterfolge feierten.#

Akademie soll regional weiter ausstrahlen

Aber auch die Basisarbeit in der Region soll vorangetrieben werden. Etwa in Chorworkshops, wie sie bereits in der Vergangenheit mit Schülern der Gymnasien in Wittenberge, Pritzwalk, Kyritz und Perleberg stattfanden. Auch Wittstock und Neuruppin sollen hinzugewonnen werden. Ziel sei es, einen Theaterabend zu gestalten, der in den Städten der Teilnehmenden zu sehen sein soll.

Die Kosten sollen bei alledem überschaubar bleiben, wie Ulrike Ziebell ausführte. Für die in diesem Jahr geplanten Workshops sind 6000 Euro in den Haushalt eingestellt. Indem sich die Akademie weitaus breiter aufstellt, vergrößert sie auch ihre Förderbasis. Man kann nun auch an weitere Stiftungen herantreten. Zum Akademie-Team soll mit Michelle Köster, die das Marketing übernimmt, eine weitere Mitarbeiterin der Stadtverwaltung gehören. Damit fallen keine zusätzlichen Personalkosten an. Perspektivisch ist jedoch eine Entkopplung zwischen Stadtverwaltung und Akademie beabsichtigt.

Von Michael Beeskow

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