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Ländliche Jugend greift zu legalen Drogen

Prignitz Ländliche Jugend greift zu legalen Drogen

Unter den Schülern der 10. Klassen rauchen die Prignitzer Jugendlichen landesweit am meisten. Laut einer Befragung im Auftrag des Gesundheits­ministeriums greifen 22,5 Prozent der Schüler der 10. Klassen zur Zigarette. Das Einstiegsalter ist in den vergangenen Jahren gestiegen, merkt Präventionsberaterin Carmen Koynowski von der Suchthilfe Prignitz an.

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Bettina Steinke-Schmidt (l.) und Carmen Koynowski bereiten die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Suchthilfe Prignitz vor.

Quelle: Andreas König

Wittenberge. Die Brandenburger Jugend raucht und trinkt weniger. Dieses Ergebnis der Befragung zum „Substanzkonsum bei Jugendlichen“, die vom Gesundheitsministerium vorgelegt wurde, gilt für den Landkreis Prignitz nur bedingt. „Der Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist wirklich zurückgegangen, aber beim Rauchen sind die Zahlen im Vergleich zur Befragung von 2013/14 nahezu konstant geblieben“, sagt Carmen Koynowski von der Suchthilfe Prignitz.

Fast ein Viertel der Schüler der 10. Klassen raucht

Den Angaben des Ministeriums zufolge konsumieren 22,5 Prozent der Prignitzer Jugendlichen in der 10. Klasse Tabak. Damit liegt die Prignitz bei diesem Suchtmittel landesweit an der Spitze. „Die Zahlen wurden vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Landkreises Prignitz erfasst“, sagt die Wittenbergerin, die als anerkannte Präventionsberaterin auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin tätig ist.

Weniger Jugendliche trinken Alkohol

Dass die Zahlen seit der letzten Befragung vor drei Jahren zumindest beim Nikotin nicht wesentlich gesunken sind, müsse zunächst aufgearbeitet werden. „Es ist ein klares Gefälle von den Gymnasien hin zu den Förderschulen auszumachen“, sagt die Fachfrau. „An den Gymnasien wird erfahrungsgemäß am wenigsten geraucht, an den Förderschulen am meisten. Die Oberschulen rangieren genau in der Mitte. Dennoch steige ihrer Erfahrung nach das Einstiegsalter beim Konsum der legalen Drogen Alkohol und Nikotin. „Noch vor ein paar Jahren begannen die ersten Kinder im Durchschnitt zwischen zehn und elf Jahren mit dem Rauchen“, sagt Carmen Koynowski. Das hat sich geändert.“ Damit liege die Prignitz wieder im landesweiten Trend. Beim Alkoholkonsum habe sich die Zahl der jugendlichen Konsumenten ebenfalls reduziert. „Man muss aber sagen, wer wirklich hart trinkt, der tut dies nach wie vor exzessiv“, sagt die Präventionsfachfrau.

Zahl der Handysüchtigen wächst

Die Erfahrung, dass in ländlichen Regionen eher legale Drogen wie Alkohol und Nikotin konsumiert werden, bestätige sich erneut. Während Modedrogen wie Chrystal Meth noch kaum verbreitet sind, werde Cannabis nach und nach salonfähig. „Allerdings sind die Konsumenten bei uns dann meist älter als die Schüler der 10. Klassen.“ Sehr schnell wachse hingegen die Zahl der Handy- und Internetsüchtigen. In der jüngsten Befragung des Ministeriums wird diese Gruppe unter dem Begriff Mediennutzung zusammengefasst, der dem Phänomen sicher nicht ganz gerecht wird.

Suchthilfe feiert 25-jähriges Bestehen

Die jüngsten Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig die Präventionsarbeit ist. Die Suchthilfe Prignitz setzt seit nunmehr 25 Jahren darauf, den Anfängen zu wehren. Am 14. September soll das 25-jährige Bestehen des gemeinnützigen Vereins gefeiert werden, der in Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk vertreten ist. „Wir wollen mit den Menschen und Institutionen feiern, die uns ein Vierteljahrhundert lang begleitet haben“, sagt Bettina Steinke-Schmidt, die Leiterin der Suchthilfe Prignitz. Neben geladenen Gästen aus Politik und Verwaltung sollen alle Bürger Gelegenheit bekommen, die Arbeit der Suchthilfe kennenzulernen. An den drei Standorten gibt es einen Tag der offenen Tür , bei dem Interessierte von 10 bis 12 Uhr Gelegenheit haben, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Neun Mitarbeiter sind für die Suchthilfe Prignitz tätig. Hinzu kommen zwei Honorarkräfte. Neben den Beratungs- und Behandlungsstätten gibt es eine Tagesstätte und das Café Clean in Wittenberge.

Von Andreas König

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