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Prignitz Läufer umrunden die Müritz auf 75 km
Lokales Prignitz Läufer umrunden die Müritz auf 75 km
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19:15 21.08.2017
Der Autor kam gut durch. Quelle: Geisler
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Waren

„Der Kurs ist schön flach. Den wirst du gut schaffen, erst recht als Rennsteigläufer.“ So wird der Läufer Samstagfrüh vom Parkplatznachbarn in Waren (Müritz) begrüßt. Sie sind sich noch nie vorher begegnet, haben aber vieles gemeinsam: das Autokennzeichen OPR, schon mal den knapp 73 Kiloometer langen Rennsteiglauf im Thüringer Wald gelaufen und nun die 75 Kilometer lange Müritzumrundung vor sich. Detlef Kohlsdorf von der LG Neuruppin war hier schon mehrfach auf der Piste und gibt nun Tipps an den Neuling zum Lauf um Deutschlands größten Binnensee. „Ab Röbel kann es noch mal richtig schwer werden“, sagt Kohlsdorf und sollte Recht behalten.

Viele bekannte Gesichter vom Pritzwalker Lauftreff begrüßen den Wittstocker Neuling bei seinem Umrundungsversuch und wünschen viel Glück. Gekommen sind sie, um ihren Langstreckler Falko Hinz in Waren auf den langen Kanten zu schicken. Zwei Stunden später werden sie in Röbel sein, und Ernst Wehrstedt auf den 26,5 Kilometer langen Städtelauf nach Waren schicken. Der Senior vom Pritzwalker Lauftreff ist wieder der älteste Teilnehmer. Er wird sich den Altersklassensieg in M 80 (Männer ab 80 Jahre) holen und hier einen weiteren Läufer auf den zweiten Platz verweisen.

Feuerwehrleute laufen in voller Montur

In Waren jubeln kurz vorm Start erstmal alle den Warener Feuerwehrleuten zu. Die treten zum ersten Mal als Staffel an – in voller Montur, mit schwerer Schutzkleidung, Helm und Sauerstofflasche werden sie die 75 Kilometer abwechselnd bezwingen.

Die ersten 20 Kilometer ziehen sich durch den ruhigen grünen Müritz-Nationalpark. Außer Vogelgezwitscher ist hier nicht viel zu hören. Ein Rostocker erzählt, dass ihm unklar ist, warum er den Lauf macht. Klar ist nur, dass er ein Schnäpschen und Cola im Ziel deponiert hat und fortan ans Zielwasser denkt.

Viel Wasser verspritzt ein einsamer Feuerwehrmann in einem Ort direkt aus dem Hydranten auf die Strecke. Doch kein Läufer möchte seine Dusche. Einige weichen in den angrenzenden Rasen aus, um trockene Füße zu behalten. Doch der ist mittlerweile so vollgelaufen, dass man einsackt. Bleibt nur eins: Schuhe aus, Strümpfe auswringen und dann hoffen, dass es keine Blasen gibt – was auch klappt.

An der Strecke reichen viele Helfer Getränke, Bananen, Schokolade, Salz, isotonische Getränke – und haben immer ein aufmunterndes Wort parat.

Anders sieht es mit so manchem Touristen auf der Radwanderstrecke aus. Zum Beispiel, als ein kleiner Junge den erfahrenen Wittstocker Marathonläufer zügig überholt. „Schau mal, der alte Mann und der Junge“, motiviert der radelnde Vater sein ebenfalls müdes Kind. Da hat „der alte Mann“ schon über 50 Kilometer zurückgelegt, der Junge als Staffelläufer aber nur wenige.

Richtig böse wird ein Dachdecker, als der Läufer seinen leeren Plastiktrinkbecher an den Streckenrand wirft und ruft dem „Freundchen“ drohend hinterher. Der dreht schnell um, erklärt, dass alle Becher am Ende vom Veranstalter aufgesammelt werden – und hebt seinen trotzdem schnell auf.

Beine sind schwer wie Blei

Die Beine sind schwer wie Blei, da fragt ein mitleidiger Radler: „Wie weit noch?“ Antwort: „Zwei Kilometer.“ Er scheint sich Sorgen ob des wackligen langsamen Laufstiles zu machen und hakt nach: „Wieviel habt ihr schon?“ Für die Antwort: „73 Kilometer“ gibt’s ungläubiges Kopfschütteln.

Der Spaß kommt bei allem Gliederschmerz nicht zu kurz. Vor allem bei den Staffeln mit Namen wie „Wolfsrudel“ (Frauen) oder bei den Männern „Langschneckenläufer.de“, Rabauken, Bunter Haufen oder Team Dresdner Eierschecke.

Beim unvergesslichen Zieleinlauf durch die klatschende, jubelnde Menge wird die Frage jedes Nichtläufers beantwortet: Darum mache ich das.

Teilnehmer und Ergebnisse unter https://www.mueritz-lauf.de/

Von Dirk Klauke

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