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Landesdenkmaltag in der Persiuskirche eröffnet

Brügge Landesdenkmaltag in der Persiuskirche eröffnet

Mit hohen Gästen eröffneten die Brügger am Sonntag den landesweiten Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr. Eigentlich ging es bei dem Fest rund um die Kirche aber um die Verdienste der vielen Helfer im Dorf, der Kirchengemeinde und dem Förderverein: Sie hatten die umfangreiche Reparatur der Kirche erst möglich gemacht.

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Brüggerinnen und Brügger hatten sich zum Fest historisch gekleidet. Sie gehören zu den Helfern, die sonst im Hintergrund bleiben.

Quelle: : Beate Vogel

Brügge, Orgel aus Pflegeheim beschafft. Vor allem die vielen Helfer hatten am Sonntag in Brügge ihren großen Tag. Ihnen galt bei der landesweiten Eröffnung des Denkmaltages das Lob der Redner. Denn sie haben geschafft, das Erstlingswerk des späteren Hofarchitekten Reinhold Persius vor dem Zerfall zu retten. Georg Zander, der Vorsitzende des 2012 gegründeten Fördervereins Persiuskirche Brügge, erinnerte in seiner Ansprache noch einmal an die Stationen der vergangenen zehn Jahre. Damals noch abrissreif, hat die Kirche heute ein neues Dach und neue Fenster, der Innenraum ist frisch verputzt, das Mauerwerk ist trockengelegt. 240  000 Euro an Spenden und Fördermitteln wurden 2014 verbaut.

Buntes Treiben herrschte im Dorfrundling

Buntes Treiben herrschte im Dorfrundling.

Quelle: Beate Vogel

Gefeiert wurden am Sonntag rund um die Kirche drei Dinge: 150 Jahre Fertigstellung der Persiuskirche, der Tag des offenen Denkmals und das Gemeindefest. Ein Teil der Helferinnen und Helfer hatte sich in festliche Kleider im Stil der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geworfen, die von Ursula Kositzke aus Meyeburg stammten. Ungewöhnlich war der Gottesdienst: Die Kirchentür blieb offen, ab und an schallte Gelächter herein. Pfarrer Johannes Kölbel lud ein, sich Getränke oder etwas zu Essen zu holen: „Das ist ein offener Werkstattgottesdienst. Alles ist möglich. Sogar Bier ist erlaubt.“ Er verpackte die Predigt in einen Dialog mit Axel Meumann, dem Sohn des 2013 verstorbenen Hans-Jürgen Meumann. Dieser hatte nach der Wende die ersten Anstrengungen unternommen, die völlig marode Kirche zu reparieren. Ehefrau Ellen Meumann erinnerte sich noch gut an den ersten Besuch 1990: „Alles war kaputt.“ Die Familie habe sich gefreut, dass die Initiative um den Erhalt der Kirche so erfolgreich war.


Voll besetzt war die Kirche

Voll besetzt war die Kirche. Auf der Empore drängten sich die Bläser.

Quelle: Beate Vogel

Einer, der sich ebenfalls sehr freute, war Herbert Brügge aus Mettingen (Nordrhein-Westfalen). Vor zehn Jahren war er ins Prignitz-Dorf gekommen – wegen der Namensgleichheit. Stundenlang hatte er in der baufälligen Kirche die alte Heerwagen-Orgel untersucht. „Zum Gotterbarmen!“, hatte Herbert Brügge damals über deren Zustand geurteilt. Er organisierte ein elektronische Orgel für die Kirchengemeinde. Da in einem Pflegeheim im Nachbarort eine neue Orgel angeschafft worden war, gab es da noch die alte. „Da habe ich gleich den Daumen draufgehalten.“ Wenig später haben Kurt und Georg Zander das Stück abgeholt.

Bläser aus Pritzwalk, Falkenhagen, Meyenburg und Perleberg musizierten zum Gottesdienst und später auch noch einmal draußen im Kirchgarten

Bläser aus Pritzwalk, Falkenhagen, Meyenburg und Perleberg musizierten zum Gottesdienst und später auch noch einmal draußen im Kirchgarten.

Quelle: Beate Vogel

Viel Lob gab es seitens der oberen Denkmalschutzriege des Landes: „Wie wir mit Denkmalen umgehen, zeigt auch, wie wir mit den Menschen umgehen“, so Staatssekretär Martin Gorholt. Das Motto des diesjährigen Denkmaltages lautet: „Gemeinsam Denkmale erhalten“. Kaum irgendwo werde das besser umgesetzt als in Brügge. „Diese Begeisterung an den Denkmälern müssen wir weitergeben“, regte auch Landesarchäologe Franz Schopper an. Die Geschichte der Rettung der Kirche in Brügge sei exemplarisch für das Motto des Denkmaltages, ergänzte auch Landeskonservator Thomas Drachenberg. „Die Initiative hat nicht nur die Kirche, sondern auch die Gemeinde repariert“, sagte er. Drachenberg übergab an Zander und Kölbel ein Buch über den Verfall der Kirchen in der DDR.

Von Beate Vogel

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