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Landesweit einmalige Laserschießanlage

Groß Woltersdorf Landesweit einmalige Laserschießanlage

Mit einer 40 000 Eur teuren Marksman-Raumschießanlage will der Jagdverband seinen Mitgliedern und Gastjägern helfen, ihr jagdliches Schießen zu verbessern. Besucher können ebenfalls die Anlage nutzen. Sie ermöglicht die genaue Analyse von Schießfehlern, zeigt den Treffpunkt und ob ein Tier im Ernstfall getötet worden wäre. Brandenburgweit ist sie einmalig.

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Schießt auf die virtuelle Wildente: Heiz-Otto Voß demonstrierte den Gästen die Simulation mit der Schrotflinte.

Quelle: Andreas König

Groß Woltersdorf. Immer wieder stürmt die Wildsau aus den Tiefen des virtuellen Waldes auf die Betrachter zu. Die neue Marksman-Raumschießanlage des Jagdverbandes Pritzwalk befindet sich noch nicht im Simulationsmodus. Doch das ändert sich, als Monika von Buch das Programm startet. Die Raumschießanlage kann nahezu jede Wildart als Ziel über eine sechs mal drei Meter große Leinwand laufen lassen. Die Nutzer – vor allem Jäger, aber auch an interessierte Gäste ist gedacht – können mit der Trainingsbüchse das sich bewegende Ziel anvisieren, verfolgen und schließlich einen Schuss abgeben. Scharf geschossen wird natürlich nicht, aber die Anlage kann hunderte, ja tausende Übungszenarien simulieren.

Jagdverband Verband investierte 40 000 Euro

40 000 Euro kostete die Technik. Bezahlt hat sie der Jagdverband Pritzwalk. Damit die Anlage in einem ansprechenden Ambiente genutzt werden kann, waren weitaus höherer Investitionen nötig. Die ehemalige Scheune auf dem Hof der Gaststätte „Zur Hexe“ wurde mit großen Glastoren ausgestattet und zu einem Beschäftigungsraum unter anderem für Tanzgruppen hergerichtet. Es entstand eine Verbindung zwischen dem Schießraum und der „Märchenstube“, und die „Hexe“ verfügt nun über ein behindertengerechte Toilette.

Gemeinde leistete 30 000 Euro Eigenanteil an 125 000-Euro-Investition

125 000 Euro investierte die Gemeinde Groß Pankow als Besitzerin der Immobilie in diese Verbesserungen. Der Großteil der Summe kommt aus den Fördermitteln zum Stadt-Umland-Wettbewerb. Die Gemeinde Groß Pankow hat 30 000 Euro Eigenanteil zu der Investition beigesteuert. Der Wahrberge-Verein übernimmt die Bewirtschaftung.

Technik hilft, Schießfehler zu erkennen und zu vermeiden

„Es gab am Anfang sicherlich auch im Verein Bedenken“, sagte dessen Vorsitzender, der Groß Pankower Bauamtsleiter Halldor Lugowski. „So viel Geld für eine Schießbude?“ habe es geheißen. Doch die Raumschießanlage kann weit mehr als die Laserschießanlagen die auf Jagdmessen oder in Vergnügungsparks zu sehen sind. „Damit steht den Mitgliedern des Jagdverbandes Pritzwalk und allen interessierten Jägern eine hochmoderne Technik zur Verfügung, die ihnen hilft, Schießfehler zu vermeiden und ihre Fertigkeiten an der Waffe deutlich zu verbessern“, lobte der Vorsitzende des Jagdverbandes Pritzwalk, Werner Sperling.

Idee entstand nach Besuch in Nordrhein-Westfalen

Die Idee zu dem Projekt kam vor zwei Jahren, als die Pritzwalker Jäger auf Einladung ihres Mitglieds Heinz-Otto Voß in dessen westfälischer Heimat Münster zu Besuch waren und eine solche Anlage in Aktion sahen. Der Vorsitzende der Groß Pankower Gemeindevertreterversammlung, Ingo Frahm, hatte gefragt, ob so etwas nicht auch für Pritz­walk möglich wäre. „Dank des Stadt-Umland-Wettbewerbs war es das“, sagte der Revierförster Bodo Wichura, der ebenfalls Vorstandsmitglied im Wahrberge-Verein ist.

Landesjagdverband sieht in dem Modell „die Zukunft“

„Mit der Schießanlage verfügt der Jagdverband Pritzwalk über eine landesweit einmalige Einrichtung“, sagte Karl-Heinz Hohmann, Landesschießobmann des Jagdverbandes Brandenburg. „Das Schöne an dieser Anlage ist, dass sie den Ziel- und Schussvorgang exakt nachbildet. Schießfehler sind klar erkennbar. Neben vielen anderen Vorteilen werde mit Hilfe solcher Anlagen Übungsmunition gespart. Allerdings sei für die Prüfung zum Jagdschein noch immer der scharfe Schuss nötig. „Ich werde dem Landesjagdverband auf jeden Fall diese Anlage empfehlen“, sagte der Brandenburger. „Das ist die Zukunft.“

Auch Familien werden angesprochen

Doch nicht nur an Jäger richtet sich das Angebot. „Auch Familien oder Gruppen sind willkommen und können unter realsitischen Bedingungen einmal erleben, was zum jagdlichen Schießen gehört“, sagte Halldor Lugowski. Er erklärte seinen Beitritt zum Jagdverband Pritz­walk. Der Revierförster Bodo Wichura wiederum dankte dem Groß Woltersdorfer mit der Verleihung der Ehrennadel des Landesjagdverbandes in Bronze.

Kosten liegen bei 45 Euro für Jäger und 90 Euro für Familien

Die Kosten für die Nutzung der Anlage sind gestaffelt. Während Mitglieder des Landesjagdverbandes Brandenburg mit 45 Euro pro Stunde dabei sind, zahlen Nichtjäger und Mitglieder anderer Verbände 90 Euro die Stunde. Dafür können Gruppen nahezu beliebiger Größe eine Stunde lang schießen und sehen, ob, wo und wie sie das Wild getroffen haben.

Fast alle Bedingungen sind simulierbar

Möglich sind die verschiedensten Simulationen. Von der Jagd auf Schalen- oder Rotwild, über Hasen, Enten oder Fasane sind dem Jagdeifer keine Grenzen gesetzt. Auch Tontaubenschießen kann in der Raumschießanlage geprobt werden. „Die Jäger müssen nicht das zur Anlage gehörige Gewehr benutzen. sie können auch ihre eigene Waffe mitbringen“, erläuterte Karl-Heinz Voß, der Leiter der Anlage. Es ist möglich, eigene Bildhintergründe und damit gar das eigene Jagdrevier zu simulieren. Zudem kann man den Zielverlauf erkennen, die Geschwindigkeit, mit der das Wild und der Gewehrlauf sich bewegten, und wie viele Schrotkörner beispielsweise eine Ente trafen.

Von Andreas König

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