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Landfrauen stricken für Bedürftige

Pritzwalk Landfrauen stricken für Bedürftige

Zum ersten Mal beteiligen sich die Pritzwalker Landfrauen an der weihnachtlichen Hilfsaktion für Bedürftige, die Frank Zander jedes Jahr im Berliner Hotel Estrel veranstaltet. Sie stricken Mützen, Schals und Handschuhe, die beim Weihnachtsessen am 19. Dezember an die Gäste verschenkt werden.

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Gute Stimmung herrscht bei den strickenden Pritzwalker Landfrauen, die neben der Handarbeit immer einen netten Plausch halten. Rosemarie Grätz (M.) hält die Fäden zusammen.

Quelle: Beate Vogel

Pritzwalk. Schon im Sommermonat August klapperten beim Landfrauenverein Pritzwalk und Umgebung die Stricknadeln. Und so türmen sich jetzt in einem riesigen Karton und auf dem Tisch warme Socken, Mützen, Schals, Fäustlinge, Stulpen und vieles mehr. Die Landfrauen stricken für Obdachlose. Die Kleidungsstücke werden beim alljährlichen Weihnachtsessen von und mit Frank Zander am 19. Dezember im Berliner Hotel Estrel an Bedürftige verteilt.

Jeden Donnerstag treffen sich die strickenden Frauen in dem kleinen Raum beim Landfrauenverein. „Viele stricken auch Zuhause“, weiß Rosemarie Grätz. Das Schöne an den wöchentlichen Treffen sei aber, dass man nebenbei auch gute Gespräche führen kann. Dabei geht es nicht immer nur um ganz persönliche Themen: Auch die Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten war ein Thema. Gestrickt werden eher praktische Sachen. Schals mit Lochmuster oder komplizierte Troddeln und Fransen würden die Bedürftigen sicher nicht anziehen, glauben die Pritzwalkerinnen.

Die Resonanz war groß

Die anderen Landfrauen von der Aktion zu überzeugen, war kein Problem für Rosemarie Grätz. „Die Resonanz war groß, da war ich doll überrascht.“ Alle waren gleich dafür. Und: „Wir stehen doch auf der Sonnenseite, man muss auch mal an die denken, die es nicht so gut haben“, findet die Pritzwalkerin. Die anderen stimmen ihr zu. Strickwaren bieten die Damen außerdem schon seit Jahren an: Wer die Landfrauen kennt, der weiß, dass sie immer wieder auf Märkten oder bei Adventsbasaren ihre wollenen Kleinigkeiten offerieren. Frauen, die nicht so gern stricken, haben dafür Wolle gespendet.

„Wir haben von der Aktion, die Doris Sperling aus Wernikow organisiert, in der Zeitung gelesen“, erzählt Rosemarie Grätz, die die Fäden in Pritzwalk in den Händen hält. Nach Gesprächen mit der Wernikowerin war klar: Die Landfrauen stricken mit. Die Wolle bekamen die Pritz­walkerinnen von Doris Sperling, die sie wiederum als Spenden erhalten hatte. „Wir haben auch hier Wollspenden bekommen und auch finanzielle Spenden“, sagt Rosemarie Grätz.

Socken, Schals und Mützen stricken die Pritzwalkerinnen für Bedürftige

Socken, Schals und Mützen stricken die Pritzwalkerinnen für Bedürftige.

Quelle: Beate Vogel

Gezählt hat die Sachen keiner, die jetzt oben aus der großen Kiste quellen. Socken und Handschuhe sind mit einem kleinen Faden paarweise zusammengebunden. Jetzt werden die Stricksachen auf ihre Qualität geprüft, bevor sie nach Wernikow gehen. Ende November bringt Rosemarie Grätz die Sachen aus Pritzwalk zu Doris Sperling. Diese steht übrigens „mit Team“ auf der Spendenliste der Internetseite für Frank Zanders Weihnachtsessen. Im vergangenen Jahr hatte sie insgesamt 1800 Stricksachen beim Fest in Berlin verteilt. Rosemarie Grätz aus Pritzwalk weiß noch nicht, ob sie am 19. Dezember mit nach Berlin fahren wird.

Die Strickaktion der Landfrauen für das Weihnachtsfest mit Frank Zander soll keine Eintagsfliege sein, versichern die Frauen. „Beim nächsten Mal stricken wir aber das ganze Jahr über, das war ein bisschen knapp jetzt“, sagt Rosemarie Grätz. Denn die Landfrauen wollen gerade jetzt mit ihren Strickwaren auch auf den Advents- und Weihnachtsmärkten präsent sein.

Viel auf Basaren und Märkten unterwegs

Gegründet hat sich der Landfrauenverein Pritzwalk und Umgebung im Mai 1992. Aktuell hat er 80 Mitglieder. Das Durchschnittsalter liegt bei 65 Jahren. Die älteren Frauen werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. In der Öffentlichkeit präsentieren sie sich zum Beispiel bei Frauentagsfeiern, Herbstfesten, Osterbasaren, Märkten oder auch bei den Pritzwalker Heidelbeertagen.

Das Domizil der Landfrauen befindet sich in den Räumen im Meyenburger Tor 75. Dort treffen sich regelmäßig zwei Kreativgruppen, alle 14 Tage wird Rommee gespielt. Außerdem organisieren die Frauen Vorträge zum Beispiel vom Weißen Ring oder von Ärzten, veranstalten Kuchenbasare beim Stadtfest oder Adventsmärkten. Auch Ausflüge und Kurzreisen unternehmen die Frauen gemeinsam, so waren sie beim Landeserntefest oder beim Hamburger Weihnachtsmarkt.

Von Beate Vogel

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