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Landkreis auf Wohnungssuche

Flüchtlinge in der Prignitz Landkreis auf Wohnungssuche

Der Landkreis Prignitz setzt bei der Unterbringung von Flüchtlingen auf Wohnungen. Mehr als 200 hat er schon angemietet, und es dürften noch weitaus mehr werden. Ganz normale Mietverträge zu ortsüblichen Tarifen werden auch mit Privaten geschlossen – einzige Voraussetzung, es muss sich auch um vermietbaren Wohnraum handeln.

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Das einstige Finanzamt Perleberg – bald eine Wohnstätte?

Quelle: Beeskow

Perleberg. Für die Unterbringung von Flüchtlingen hat der Landkreis Prignitz in diesem Jahr bis Anfang November allein in Perleberg 74 Wohnungen angemietet, und die Stadt sucht nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten. So wurde dem Landkreis jetzt das einstige Finanzamt für die Westprignitz angeboten. Die Denkmalimmobilie steht seit Jahren leer und eine Nutzung ist nicht in Sicht. Der Perleberger Stadtverordnete Hans-Peter Freimark hatte den Anstoß gegeben. Die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft sei vielleicht die letzte Chance, das Denkmal vor dem Verfall zur retten.

Der Prignitzer Beigeordnete Christian Müller bestätigte auf Nachfrage, dass schon viele Angebote beim Landkreis eingegangen seien, doch komme nicht jede Immobilie in Betracht. Müller verweist auf die geplante Aufnahme von 1300 Flüchtlingen und Asylsuchenden durch den Landkreis Prignitz in diesem Jahr. Bis Anfang November versorgte die Prignitz etwa 700 Personen mit Wohnraum. Bis Jahresende sollen noch mehrere Hundert Flüchtlinge kommen.

„Wir suchen weiter nach Unterbringungsmöglichkeiten“, erklärte Christian Müller. „Jeder kann uns Wohnraum anbieten.“ Auch private Wohnungsvermieter. Das kann eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus sein, ein Reihenaus oder eine Einliegerwohnung im Einfamilienhaus. Doch: „Es muss sich schon um vermietbaren Wohnraum handeln“, stellt Christian Müller fest. Den Flüchtlinge werde nichts zur Verfügung gestellt, was den üblichen Ansprüchen nicht genüge. Eine verschimmelte Wand oder unzureichende Sanitäreinrichtungen akzeptiert der Landkreis nicht. Für eine Instandsetzung ist generell der Vermieter zuständig. Über eine einfache Renovierung lässt sich aber reden, wie üblich ist dies mit einem Abschlag bei der Miete verbunden. „Der Landkreis schließt ganz normale Mietverträge mit den Vermietern ab.“ Gezahlt wird eine ortsübliche Kaltmiete, die je nach Ort verschieden ist. Die maximale Kaltmiete wird in den Städten Perleberg und Wittenberg mit 4,94 Euro je Quadratmeter erzielt. Ab 1. Januar 2016 steigt der Höchstsatz auf 5,02 Euro. Dies sind die gleichen Werte, wie sie für Bezieher von Hartz IV gelten. Bei einer nicht renovierten Wohnung zahlt der Landkreis eventuell auch nur 3 Euro je Quadratmeter. „Das ist dann Verhandlungssache“, beschreibt Christian Müller das Verfahren. In dem Mietvertrag wird vermerkt, dass der Landkreis die Wohnung an Flüchtlinge untervermietet. Auch wenn der Landkreis auch Wohnungen von Privaten anmietet, so sind es doch vor allem die Wohnungsgesellschaften, mit denen er Verträge abschließt.

An die Lage gibt es nur eine Anforderung. Zumindest mit dem öffentlichen Nahverkehr müssen Schule, Kita, Arzt oder Einkaufsmöglichkeiten erreichbar sein.

Die Anforderungen an den Umbau einen leerstehenden Halle oder einer Immobilie wie dem ehemaligen Finanzamt in Perleberg sind hoch.

Bei einer Gemeinschaftsunterkunft geht es um die hohen Anforderungen des Brandschutzes, entsprechende Türen, Brandmeldeanlagen und Fluchtwege. Der Kreis stellt dafür keine Mittel zur Verfügung. „Die Fördermittel müssen Kommunen selbst etwa aus der Städtebauförderung beantragen.“ Der Landkreis hat zwei seiner Immobilien um- und ausgebaut: die Wohnstätte in der Wahrenberger Straße in Wittenberge und die ehemalige Archivvilla in Perleberg. „Der Ankauf von Immobilien ist nicht geplant“, erklärt der Erste Beigeordnete. Das Problem vor dem der Landkreis steht beschreibt er so: „Wir müssen kurzfristig entscheiden, wir können Wohnungen nicht auf Halde anmieten.“ Für 2016 liegt dem Landkreis noch keine Prognose einer Flüchtlingszahl vor. Christian Müller: „Wir können nur auf Sicht fahren.“

Von Michael Beeskow

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