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Langnower begrüßt Einsatz von Dipel Es

Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner Langnower begrüßt Einsatz von Dipel Es

Wer das eine nicht möchte, muss das andere kurzzeitig ertragen. So in etwa lässt sich die Devise von Rainer Boddin zusammenfassen. Der Langnower ist froh, dass in den vergangenen Tagen erneut das Fraßgift Dipel Es gegen den Eichenprozessionsspinner gespritzt wurde. Alles andere wäre fatal.

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Auch junge Eichen auf dem Grundstück von Rainer Boddin waren von den Raupen befallen.

Quelle: Privat

Langnow. Man kann nicht behaupten, dass Rainer Boddin die Natur egal wäre. Im Gegenteil, der Rentner gibt auf seinem weitläufigen Grundstück in Langnow (Gemeinde Groß Pankow) vielen mittlerweile bedrohten Arten ein Zuhause. Zu seinem umfangreichen Pflanzenbestand gehören auch mehrere Eichenbäume verschiedener Arten und unterschiedlichen Alters. Doch vor drei Jahren befiel auch der weithin gefürchtete Eichenprozessionsspinner die Boddinschen Bäume.

Rainer Boddin

Rainer Boddin

Quelle: Andreas König

„Egal ob Stieleiche, Traubeneiche oder Korbeiche, egal ob von mir vor 20 Jahren gepflanzt oder von meinen Vorfahren vor über hundert Jahren, plötzlich waren überall die Nester und wir hatten überall am Körper Quaddeln“, erinnert sich Rainer Boddin. Daher war er sehr erleichtert, als der Landkreis Prignitz nach der relativ erfolglosen Aktion im Jahr 2014 im vergangenen Jahr den Schädling großflächig aus der Luft bekämpfte. „Auch mein Grundstück sollte im Mai überflogen werden“, berichtet Rainer Boddin. Zunächst habe er überlegt, ob er das Haus verlassen solle, bis die Sprühaktion vorüber wäre, „doch dann habe ich mir gesagt, so etwas kommt in unserem kleinen Ort Langnow nicht alle Tage vor, dass Hubschrauber über den Eichenwäldern kreisen. Also habe ich das Ganze vom Boden aus beobachtet“, sagt Rainer Boddin.

Besprühung mit Dipel Es zeigt Wirkung

Als er die Aerosolwolke sah, sei ihm schon ein wenig mulmig gewesen, doch habe der Wind im ersten Überflug den Sprühnebel eher weg von den Bäumen getragen. Der Hubschrauberpilot habe das bemerkt und zu einem zweiten Überflug angesetzt. „Diesmal ging das Mittel wie beabsichtigt auf den Baumkronen nieder. Ich stand direkt darunter und habe keine Sprühtröpfchen abbekommen“, sagt Rainer Boddin. Er sage das angesichts der aktuellen Diskussion über die Gefährdung von Menschen durch die Luftbekämpfung. „Ich will gar nicht anzweifeln, was anderen bei der Befliegung widerfahren ist“, sagt Rainer Boddin. „Aber ich habe selbst erlebt, dass die Piloten ihre Aufgabe sehr verantwortungsbewusst wahrnehmen. Vor allem aber habe ich den Erfolg gesehen.“

Der Eichenprozessionsspinner sei verschwunden, die Hautreizungen gehörten zum Glück der Vergangenheit an. „Auch den Eichen ist geholfen. Daher kann ich nur sagen, dass die Vorteile des Einsatzes von Dipel Es aus meiner Sicht überwiegen.“ Rainer Boddin will auch nicht anzweifeln, dass möglicherweise andere Arten zu Schaden kommen. Er vergleicht die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit der Einnahme von Tabletten. „Solch eine Medizin hat natürlich auch Nebenwirkungen. Aber der Arzt muss entscheiden, ob das Risiko gerechtfertigt ist.“ Seiner Ansicht nach ist es das, wenn man die Alternative in Betracht zieht. Eine Natur, in der man sich wegen der reizauslösenden Raupenhaare nicht aufhalten kann, sei jedenfalls nicht akzeptabel, von den Baumschäden ganz abgesehen.

Von Andreas König

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