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Laut, farbenfroh und friedlich: die Voov

Putlitz Laut, farbenfroh und friedlich: die Voov

Irgendwie waren alle glücklich an diesem Wochenende in Putlitz: die Besucher der Voov, die Veranstalter der Goa-Party, die Vertreter der Stadt und die Ordnungs- und Hilfskräfte. Es war ein zwar lautes, aber friedliches Fest, das etwa 3500 Menschen feierten. Die Rückkehr zum alten Veranstaltungsplatz hat sich offenbar positiv ausgezahlt.

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In so einem Licht lässt es sich leicht in Trance tanzen

Quelle: Wolfgang Thätner

Putlitz. Die Bässe durchströmen wie gigantische Druckwellen die Körper, und das Rhythmusstakkato fügt sich sinnlich ein in das knallbunten Dekor drumherum. Fast wie in Trance drehen und bewegen sich die meist jungen Menschen auf dem Floor, den ein DJ laut beschallt. Süßlicher Geruch liegt in der Luft. Etwa 3500  Menschen wollten sich das am Wochenende in Putlitz nicht entgehen lassen, weniger als erwartet zwar, aber immer noch eine ganze Menge. Nicht alle sind gerade auf der Tanzfläche, ein guter Teil sitzt gerade auf dem großen Campingplatz vor seinem Wagen oder Zelt und inhaliert die letzten Sonnenstrahlen dieses Sommertages. Andere kommen gerade auf das Feld zwischen Putlitz und Mansfeld, um später auf dem hell erleuchteten Floor in die Dunkelheit hinein zu tanzen. Die meisten sind das ganze Wochenende da und rechtzeitig zum Opening am Freitag gekommen, das wieder ein großartiges Spektakel war.

Adam und Scotty sind vielleicht nicht mehr ganz nüchtern, aber bester Partylaune. Immerhin sind die beiden Australier um die halbe Erde gereist, um bei der Voov dabeisein zu können. „Ich bin extra wegen dieser Party gekommen“, sagt Adam. Scotty zumindest wird hinterher auch noch in Europa herumreisen.

Adam und Scotty aus Australien

Adam und Scotty aus Australien

Quelle: Atzenroth

Das Publikum ist international, genauso wie die Auswahl der Speisen an den vielen kleinen Ständen. Rahel aus dem hessischen Gelnhausen, die gerade in Indien ihre Schwester besucht hatte, war das alles aber nach dieser Erfahrung nicht indisch genug. Dafür gab es marrokanische Tajine zu essen, wie Hannah Hoss freudig erzählte. Sie ist im neuen Veranstalterteam für die Pressearbeit zuständig und hatte reichlich zu tun. International ist auch der Mitarbeiterstab, der dieses Großereignis in Szene gesetzt hat – Portugal, England, Neuseeland, Südafrika, Türkei, alles ist dabei. Aber die Voov ist mittlerweile auch ein Großereignis für die Putlitzer selbst. Etwa 1000 Menschen aus der Gänsestadt machten selbst Party. Mittenmang dabei: Das aktuelle Putlitzer Burgfräulein Antonia Eisermann, ihre Vorgängerin Laura Lossow sowie Anne Voß, die als Erzieherin in Putlitz arbeitet. Das war gleich interessant für das RBB-Fernsehen, das auf dem Gelände für seine aktuelle Stunde drehte und die drei interviewte. Die 24-jährige Laura Lossow ist bereits zum zehnten Mal dabei, und alle drei freuen sich auf die Partynacht in friedlicher Stimmung.

Opening-Zeremonie am Freitag

Opening-Zeremonie am Freitag

Quelle: Thätner

Und dann auch noch das: Es gab Jägermeister für den Bürgermeister, der dieses Angebot nicht ausschlagen konnte. Bernd Dannemann fühlte sich am Samstag ohnehin sichtlich wohl bei der größten Party des Jahres in seiner Stadt und quatschte in seiner unnachahmlichen Art auf dem Zeltplatz eine Gruppe aus Norddeutschland an, die ihm gleich einen einschenkte. Der 72-Jährige wurde mal hier, mal da geherzt („toll, dass Du in Deinem Alter noch hier bist“) und hatte ansonsten zusammen mit Peter Jonel, seines Zeichens Ordnungsamtsleiter bei der Putlitz-Berger Amtsverwaltung, alles im Griff.

Beide waren sehr angetan von der Zusammenarbeit mit dem neuen Veranstalter, der dabei auf Altbewährtes zurückgriff. Vielfach gelobt wurde die Rückkehr auf den alten Veranstaltungsplatz, der in seiner Kompaktheit einfach zur guten Organisation taugt, ob nun in der Absicherung oder bei den Sanitäranlagen. Das bestätigte auch Guido Korn, der gleich in mehrfacher Funktion bei der Voov dabei war: „Dieses Jahr haben wir wieder einen ganz tollen Platz“, freute er sich. Der Putlitzer Fleischermeister legte gerade ein paar Würste auf den Grill, repräsentierte aber ansonsten die Putlitzer Wehr, die immer mit im Schnitt sechs bis acht Leute präsent war, aber zum Glück rein gar nichts zu tun hatte. Korn ist zudem im DRK-Kreisverband Prignitz – auch für die fünf Rettungskräfte des DRK war es bis zum Samstagabend eine erfreulich ruhige Veranstaltung. Ruhig ist dabei natürlich schon relativ, wie auch Peter Jonel zugeben musste. Wer sich aus Arbeitsgründen der Lautstärke aussetzen muss, wird am Dienstag schon einen heißen Satz Ohren haben. Aber Jonel wäre nicht Jonel, wenn er diese Veranstaltung nicht vehement verteidigen würde. Das nehme man gerne in Kauf, denn „diese Veranstaltung ist für uns ein Wirtschaftsfaktor“. Und mehr als das: Dannemann bezeichnete sie als Auftakt für das Jubiläum des Putlitzer Schwimmbads, das heute gefeiert wird – traditionell schon nutzen viele Voov-Gäste das Bad zum Chillout. Beschwerden wegen Lautstärke gab es übrigens laut Jonel nur eine einzige, abgesehen von einem Vorfall vor dem eigentlichen Beginn des Festivals.

DJ bei der Arbeit

DJ bei der Arbeit

Quelle: Atzenroth

Es gab noch einen Rückgriff auf die Ursprünge. Denn den Veranstalter war es gelungen, das alte Voov-Symbol wieder ausfindig zu machen und vor dem Haupteingangstor mit den beiden Elefantenfiguren aufzustellen – ein weiterer Grund zur Freude für Hannah Voss, denn offenbar galt das Symbol für eine Weile als verschollen. Jetzt stand es wieder da, so wie die Voov sich einmal mehr erneuert hat.

Von Bernd Atzenroth

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