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Prignitz Lehmann-Akademie: Das Beste zum Schluss
Lokales Prignitz Lehmann-Akademie: Das Beste zum Schluss
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02:15 13.08.2015
Finale: rechts im Bild Tenor Fernando Loher, links sitzend Dozentin Karan Armstrong, eine Lehmann-Schülerin. Quelle: Ziebell
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Perleberg

Die italienische Küche erfreut sich allgemein großer Beliebtheit, die italienische Oper hat Fans in allen Bervölkerungsschichten, und beide passen hervorragend zueinander. So war Angelo Raciti, der künstlerische Leiter der Lotte-Lehmann-Woche und der Lotte-Lehmann-Akademie Perleberg, auf der sicheren Seite, als er am Sonntagabend zum italienischen Arienabend ins Ristorante L’Italiano nach Perleberg einlud. Im neu gestalteten und vor allem akustisch aufgemöbelten Saal des italienischen Restaurants im Herzen der Rolandstadt konnten Raciti und die Perleberger Bürgermeisterin Anett Jura mehr als 200 Gäste zur zweiten Veranstaltung der Lotte-Lehmann-Woche begrüßen.

Alljährlich versammeln sich in Perleberg junge, hoffnungsvolle Opernsänger aus aller Herren Länder in der Lotte-Lehmann-Akademie, um unter der Führung großer Dozenten ihr Repertoire zu festigen und sich auf den Bühnenbetrieb Deutscher Opernhäuser vorzubereiten. Die Konzertwoche, die am Sonnabend in der Kirche Groß Gottschow begann und am 23. August in Garz ihr Ende findet, ist krönender Abschluss der Akademie und längst kein Geheimtipp mehr. Auch die Besucher des Ristorante L‘ Italiano wussten am Sonntagabend, dass sie mehr erwarten dürfen als ein köstliches italienisches Büfett.

Vor und nach dem Essen hatten die jungen Sänger ihren großen Auftritt, sangen ihre Partien, vom Flügel begleitet. Eine Arie aus Mozarts Zauberflöte gehörte ebenso zum Programm wie Auszüge aus Bizets Carmen, Rossinis Barbier von Sevilla oder Verdis Rigoletto. Echte Klassiker der Oper eben – und die Absolventen meisterten ihren Part allesamt bravourös. Aus dem durchweg guten Ensemble stachen der Tenor Fernando Loher und Frascisca Cristopulus noch heraus, ebenso Kelli Estes, die im „Blumenduett“ aus der Oper „Lakme“ von Delibes gemeinsam mit Sandra Borgarts zum Abschluss des regulären Programmes für einige Gänsehautmomente sorgte.

Aber das Beste kam zum Schluss. Die Zugaben, die Angelo Raciti mit seinem Sängerensemble vorbereitet hatte, toppten einfach alles. Wie Jongleure, die einander virtuos die Bälle zuspielen, sangen die Tenöre, Soprane, Baritone Ohrwürmer wie „Granada“ und „O sole mio“, angeführt vom Meister Raciti selbst, der mit seinem kristallklaren, kraftvollen Tenor jeden Kubikzentimeter des Saales ausfüllte. Am Ende der Lieder schmetterten alle Stimmen zusammen die letzten Töne – ein unglaubliches Klangerlebnis, das den Zuhörern bei 25 Grad Raumtemperatur Gänsehaut bescherte. Das Publikum geriet schier aus dem Häuschen, kaum noch einen hielt es auf seinem Platz. Was als netter Arienabend begonnen hatte, endete als furioses Opernspektakel. Die Konzertüberschrift „Belcanto e buon gusto“ – zu Deutsch „Schöner Gesang ist guter Geschmack“ war angesichts dieses Finales eine blanke Untertreibung.

Von Kathrin Gottwald

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