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Leitungswechsel im Schloss

Grube Leitungswechsel im Schloss

Es kommt einem viel länger vor: Dreieinhalb Jahre lang hat Christiane Sajonz die Geschicke im Schloss Grube geleitet. Seitdem hat es eine Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen gegeben. Nun hat sie die Leitung an Martina Christ übergeben, die sich bewusst für einen Wechsel von Berlin in die brandenburgische Provinz entschieden hat und das Haus weiter voranbringen will.

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Martina Christ (l.) ist die Nachfolgerin von Christiane Sajonz (r.) als Leiterin des Schlosses Grube.

Quelle: Bernd Atzenroth

Grube. „Es ist diese besondere Atmosphäre, die durch die Gestaltung und die Einrichtung des Hauses entsteht“, schwärmt Christiane Sajonz über das Schloss Grube (Amt Bad Wilsnack-Weisen). An diesem Dienstag ist das Schloss wirklich das „kleine, gemütliche Wohnzimmer, das wir sein wollen“ – für eine Feierstunde mit gutem Grund: Wird Christiane Sajonz dem Schloss auch weiter privat verbunden bleiben, so hat sie ihre berufliche Stellung als Leiterin des Kulturbetriebs zum 1. November an Martina Christ übergeben. Und so trafen sich viele Mitstreiter und Weggefährten gleichermaßen zur Verabschiedung wie zur Begrüßung, stilvoll am Flügel begleitet von Christian Reishaus.

Etwa dreieinhalb Jahre lang hat Christiane Sajonz die Geschicke im Schloss Grube geleitet. Bevor sie im April 2013 ihren Dienst antrat, gab es diese Stelle noch gar nicht. Die 60-Jährige hat früher als Journalistin gearbeitet, unter anderem auch für die MAZ. Die Tätigkeit im Schloss war für sie eine neue Herausforderung. „Das hat mir besonders Spaß gemacht, weil das Haus Kunst und Kultur anbietet“, erklärte sie. Das lag ihr, und so waren in den vergangenen Jahren vier Ausstellungen im Jahr und „auf alle Fälle einmal im Monat“ kulturelle Veranstaltungen zu sehen. Besonders gerne erinnert sie sich an das Konzert der Lotte-Lehmann-Akademie 2015. Über 200 Gäste bevölkerten regelrecht das Schlossgelände. „Das war eine logistische Herausforderung.“ Aber es funktionierte, und viele, die dabei waren, wollten 2016 wiederkommen.

Ein regelrechtes Schmuckstück ist seit einigen Jahren Schloss Grube, auch im schon leicht winterlichen Ambiente

Ein regelrechtes Schmuckstück ist seit einigen Jahren Schloss Grube, auch im schon leicht winterlichen Ambiente.

Quelle: Bernd Atzenroth

Ein weiteres Ereignis, an das sie sich erinnert, war die erste Trauung im Schloss, die gleichzeitig verbunden war mit einer Taufe in der Kirche. „Nach wie vor haben wir viele erste Gäste – es gibt aber auch schon Stammgäste“, berichtet sie. Die Wilsnacker Therme verschafft auch dem Schloss einigen Zulauf.

Auf die Prignitzerin Christiane Sajonz folgt jetzt die Wahlprignitzerin Martina Christ. „Es war eine ganz bewusste Entscheidung, in Brandenburg zu arbeiten“, sagt sie. Die 44-Jährige kommt aus Neuwied am Rhein, lebt aber bereits seit 16 Jahren in Berlin oder Brandenburg, hat in der Uckermark gearbeitet und zuletzt drei Jahre lang das Hotel am Borsigturm in Berlin geführt. Von dort wollte die gelernte Hotelkauffrau aber wieder weg. „Ich habe mir ein sehr kleines individuelles Haus in einem ruhigen Umfeld gewünscht“, erzählt sie. Das machte Grube für sie interessant, als jetzt die Stelle frei wurde. Sie hatte in der Uckermark die brandenburgische Art schätzen gelernt und fühlt sich auch in der Prignitz schon herzlich aufgenommen. Martina Christ will das Schloss noch mehr nach vorne bringen und möchte dabei auch experimentieren. Ihr Ziel ist es, die Hemmschwelle der Bürger gegenüber dem Schloss endgültig einzureißen. „Wir wollen das Schloss nahbarer machen mit ganz viel Angeboten fürs Publikum und budgetfreundlichen Offerten.“ Dazu sollen Wein- und Kräuterseminare gehören. Auch eine Frauentagsveranstaltung mit kleiner Party ist erstmals geplant. Die Menschen der Region sollen einfach „bei einem Tässchen Tee das Haus genießen können“. Denn schließlich soll „die Kunst, die hier hängt, ja auch angeschaut werden“.

Von Bernd Atzenroth

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