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Lenzener Schäfer beteuert Unschuld

Veterinäramt leitet Verfahren ein Lenzener Schäfer beteuert Unschuld

Der Lenzener Schäfer Marc Mennle kann nicht glauben, dass ihm vorgeworfen wird, seine Tiere an jenem heißen Wochenende vor zwei Wochen nicht genügend mit Wasser versorgt zu haben. Eine Tierschutzorganisation hatte das Veterinäramt benachrichtigt, dass die Angelegenheit nun prüft.

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Auch Schafe brauchen bei Hitze viel Wasser. Diesen Tieren auf dem Bild geht es gut.

Quelle: Foto: Privat

Lenzen. Marc Mennle ist noch immer fassungslos. Er kann nicht glauben, dass ihm unterstellt wird, während der  Hitzeperiode vor knapp zwei Wochen seine 500 Schafe nicht ausreichend mit Wasser versorgt zu haben. Wie bereits berichtet, hatte der Lyriker Rainer Sander, als er auf dem Fahrrad an der Koppel mit Mennles Schafen am Elbdeich zwischen Lenzen und Gandow vorbeigekommen war, die Wassertröge leer vorgefunden. Die Feuerwehr Lenzen füllte die Kübel schließlich auf. Die Tierschutzorganisation Peta hatte daraufhin Sander und seine Lebensgefährtin sowie die Lenzener Feuerwehr mit Auszeichnungen bedacht. Mennle allerdings muss sich einem Verfahren stellen. Die Angelegenheit wird derzeit noch untersucht, wie Birgit Klückmann vom Sachbereich Veterinäraufsicht und Verbraucherschutz in der Prignitzer Kreisverwaltung am Donnerstag bestätigte.

Das Geschehen hört sich aus Sicht des Schäfers anders an. Freitag, 3. Juli, war ein heißer Tag. Auch die Prignitz stand vor Hitzerekorden. Schon morgens habe er seine 500 Schafe, die den Elbdeich beweiden, mit 1000 Liter Wasser versorgt, erzählt Mennle und betont dabei, auch ansonsten zusammen mit seinen Mitarbeitern Vorkehrungen für die große Hitze getroffen zu haben. So errichteten sie, 2,1 Kilometer vom Standort der Schafe entfernt, eine neue Koppel, die auch ein schattenspendendes Waldstück umfassen sollte. Doch musste dieses Waldstück wieder herausgenommen werden, da die Schattenflächen einer anderen Nutzung unterstehen. Mennle durfte sie also nicht für die Schafe nutzen. Gleichwohl überführten Mennle und seine Mitarbeiter die Schafherde dorthin. „Wir brauchten für die Strecke zwei Stunden“, erzählte Mennle weiter. Gegen 15.30 Uhr seien sie an der neuen Koppel gewesen. „Dort standen wieder 1000 Liter bereit. Dieses Wasser hätten die Schafe „gierig getrunken“, woraufhin der Schäfer weitere 1000 Liter besorgte. „Gegen 18 Uhr haben wir alle Kübel noch mal gefüllt“, erzählt er weiter. Darüber hinaus habe er zur Kontrolle noch einmal seinen Praktikanten die Koppel entlanggeschickt. „Da hatte die Herde noch nicht getrunken“, schildert Mennle. Umso mehr verwundert ihn, dass Rainer Sander gegen 19.30 Uhr die Wasserkübel leer vorgefunden hat. Mennle: „Ich frage mich, wie innerhalb einer Stunde 1000 Liter weggehen können.“ Ohne zu diesem Zeitpunkt schon zu wissen, was auf ihn zukommt, fuhr Mennle an dem noch heißeren Samstag, 4. Juli, morgens zur Herde und tränkte diese, am Samstagabend wiederholte er das Spielchen, als ihn dann ein Anruf von der diensthabenden Amtsveterinärin ereilte. Er habe sofort angeboten, mit ihr zur Herde zu fahren, doch das habe diese nicht gewollt. Gleich am darauffolgenden Montag sei er zu Amtsveterinärin Sabine Kramer gefahren. Dabei habe sie ihm mitgeteilt, dass gegen ihn ein Verfahren eröffnet werde, weil die Wasserkübel für die Schafe leer gewesen seien.

Mennle wundert sich nun, dass am Abend des Geschehens niemand versucht hatte, mit ihm Kontakt aufzunehmen. „Wir sind nur drei Schäfer in Lenzen und namentlich bekannt“, sagt er. Dass die Wasserbehälter nur etwa eineinhalb Stunde nach der letzten Füllung an jenem Freitagabend leer gewesen sein sollen, erstaunt ihn. Seiner Erfahrung nach hätten die Schafe in der kurzen Zeit nicht so viel Wasser trinken können.

Birgit Klückmann wiederum ist verwundert, dass der tierärztliche Notdienst erst am Samstag, also am darauffolgenden Tag, über die Angelegenheit informiert wurde. Als die diensthabende Kollegin daraufhin vor Ort gewesen war, fand sie die Schafe gut getränkt vor – zumindest die Feuerwehr hatte ja schon Wasser nachgefüllt und Mennle nach seinen eigenen Angaben auch. Vor dem Vorfall lag gegen den Schäfer nichts vor, und das, obwohl die Schafe auf dem Deich für die Öffentlichkeit wie auf dem Präsentierteller liegen und es beim Veterinäramt oft Anfragen zur Schafhaltung gibt, wie Birgit Klückmann betonte. Dennoch kann dem Schäfer diesmal ein Verfahren nicht erspart bleiben. „Als Fachmann ist er dafür verantwortlich, dass die Tiere ausreichend Wasser bekommen“, begründete sie dies. Vielleicht seien die Schafe nach der Überführung in großer Hitze ja doch durstiger gewesen, zumal sie auch an der neuen Stelle in der prallen Sonne gestanden hätten. All dies ist Gegenstand der Überprüfung.

Von Bernd Atzenroth

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