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Prignitz Lindenberg soll vom Pollo-Boom profitieren
Lokales Prignitz Lindenberg soll vom Pollo-Boom profitieren
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21:24 03.04.2016
Zuletzt fuhr die Kleinbahn Pollo zu Ostern. Quelle: Bernd Atzenroth
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Lindenberg

Es ist ein Straßendorf mit Bahnanschluss und stellte einst den Knotenpunkt zwischen der Westprignitzer und der Ostprignitzer Kreiseisenbahn dar. Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) war „in den letzten 150 Jahren der Mittelpunkt im Dreieck zwischen den Bundesstraßen 103 und 107 sowie der B 5“, sagt Rainer Knurbien.

Der Lehrer im Ruhestand lenkt als Ortsvorsteher seit 2008 die Geschicke seines Dorfes. Wenn die Stärken Lindenbergs zur Sprache kommen, fangen Rainer Knurbiens Augen an zu leuchten. „Wir hatten früher einen Bäcker, einen Fleischer, einen Landhandel, ein Landambulatorium und eine Apotheke, Friseur, drei Gärtnermeister, Kindergarten und Schule“, sagt Rainer Knurbien.

Rainer Knurbien im Prignitzer Kleinbahnmuseum in Lindenberg vor einer historischen Karte. Quelle: Andreas König

Er wird als Prignitzer Urgestein wahrgenommen, stammt aber aus der Nähe von Wünsdorf, südlich von Berlin. Seine erste Stelle führte ihn nach dem Studium als Sport- und Geschichtslehrer nach Lindenberg. Hier fand er Frau, Familie und Freunde, kurz ein neues Zuhause. Er weiß, wann Lindenberg seine höchste Einwohnerzahl hatte – nach dem Krieg lebten 750 Menschen in dem Dorf, und wann die Kleinbahn Pollo ihren regulären Fahrbetrieb einstellte – das war 1969. Doch die glorreichen Zeiten sind leider vorbei. Heute zählt Lindenberg noch 250 Bewohner, mit „Schachtis Einkaufseck“ verschwand im vergangenen Jahr die letzte Einkaufsgelegenheit.

Nach der Schließung der Sparkassenfiliale im vergangenen Jahr droht für Juli die Demontage des Geldautomaten. „Der demografische Wandel trifft uns hart“, sagt Rainer Knurbien. Doch die Lindenberger geben nicht auf. So wie sie ihrer Schule bis ins Jahr 2009 das Überleben sicherten und jetzt das Gebäude weiter pädagogisch genutzt wird, will der Ortsbeirat aus dem wachsenden Fahrgästestrom zum Pollo etwas machen. „Wir brauchen ein attraktives Umfeld, wo die Gäste sich nach der Ankunft umtun können. Ein Café mit kleiner Grundversorgung wäre schon mal etwas“, sagt Rainer Knurbien. Ein geeignetes Haus ist bereits ins Auge gefasst, „wir führen aussichtsreiche Gespräche“. Vielleicht löst sich auch das Problem mit der Auszahlstelle.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Lindenberg einen scheinbaren Nachteil in einen Vorteil verwandelt. Die Lindenberger zeigen Engagement: In Vereinen, im Chor und der Feuerwehr sind sie sehr aktiv.

Der Ortsbürgermeister bittet Marita Tiedt darum, die Feldbahn zu streichen. Quelle: Andreas König

Von Andreas König

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