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Prignitz Literatur im Zeichen der Gans
Lokales Prignitz Literatur im Zeichen der Gans
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00:18 05.06.2017
Stefan Schulz durfte 2016 die Gans mit nach Hause nehmen. Er arbeitet an seinem ersten Roman. Quelle: Beate Vogel
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Putlitz

„Geschenkt!“ ist das Wochenende vom 9. bis zum 11. Juni in Putlitz ganz und gar nicht, auch wenn das diesjährige Motto des Literaturpreises eben dieses war. Knapp 200 Kurzgeschichten waren zu dem Thema eingesandt worden. In der Jury sitzt diesmal auch Stefan Schulz, der Preisträger vom vergangenen Jahr – auch wenn er lieber wieder selber mitgemacht hätte. Der bundesweit agierende Verein der 42erAutoren vergibt den Preis in diesem Jahr zum 13. Mal.

Mehr Literatur auf einem Fleck geht kaum, wenn die 42er Autoren Jahreshauptversammlung, Lesung, Literaturpreis und Stipendiaten an einem Wochenende ausrufen. Putlitz ist seit Jahren der Amtssitz des etwa 70 Schriftsteller umfassenden Vereins. Die Anekdote zur Namensfindung für den Preis: Der damalige Vorsitzende Tom Liehr entdeckte beim Autofahren das Ortsschild und fand die Ähnlichkeit zum berühmten Pulitzer Preis kurios. Kurz darauf war klar: Der Verein zur Förderung der Literatur ruft den „Putlitzer Preis“ ins Leben.

Mittlerweile ist der jährliche Besuch der Autoren in der kleinen Gemeinde Tradition. Am Vorabend der Preisvergabe gibt es eine Lesung in der Pfarrscheune. Ab 19 Uhr stellen Horst-Dieter Radke, Dorrit Bartel, Beate Paul und Jürgen Block sowie Linda Cuir, H. Dieter Neumann und die aktuelle Vorsitzende Cordula Hamann ihr Schaffen vor.

Die Preisverleihung startet am 10. Juni

Mit einem Fanfarenruf vor der Kirche beginnt am Samstag, 10. Juni, die Preisverleihung an die Sieger des Wettbewerbs. Ab 18 Uhr lesen Schüler des Goethe-Gymnasiums Pritzwalk die sechs Siegertexte vor, die von der Jury aus den 190 Einsendungen ausgewählt wurden. Der Putlitzer Preis ist für den Bestplatzierten mit 150 Euro dotiert. Die Preisgelder werden, ebenso wie das Stipendium, von der Dr.-Wolfgang-Neubert-Stiftung unterstützt. In der Jury saßen neben Vorjahressieger Stefan Schulz die Autorin Mischa Bach und die Publizistin Claudia Knauer.

2016 waren zum Thema „Störung“ 336 humoristische Kurzgeschichten eingesandt worden. Die gut zweistündige, nie langweilige Veranstaltung hatte Johanna Wiegand vom Pritz­walker Goethe-Gymnasium musikalisch begleitet.

Stipendiatin wurde Sina Lippmann

42 Tage schreiben in der Idylle: Das darf in diesem Jahr die Stipendiatin Sina Lippmann. Sie setzte sich gegen 44 Bewerber durch und überzeugte mit einem Projekt, dem die Jury – Tom Liehr, Ulrike Renk und Tanja Steinlechner – großes Potenzial bescheinigte. Die 42erAutoren hoffen, dass die Gewinnerin es in der Ruhe der Prignitz weiter voran treiben kann. Sina Lippmann wurde 1979 in Hameln geboren und schreibt seit Kindertagen Kurzgeschichten, Gedichte und Theaterstücke. Sie studierte Ethnologie, Publizistik und Englische Philologie in Göttingen, Irland und Berlin, absolvierte eine theaterpädagogische Grundlagenbildung und ein Fernstudium Prosaschreiben. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Bundestag verfasst sie politische Versatzstücke aller Art. Sina Lippmann lebt in Berlin und arbeitet an ihrem ersten Roman.

Von Beate Vogel

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